CVE-2026-58882, SMS

CVE-2026-58882: Rund 20 SMS können Android-GerÀte dauerhaft blockieren

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 22:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google behob den Fehler fĂŒr Android 14 bis 17; GerĂ€te mit Android 12 und 13 bleiben ohne regulĂ€re Updates anfĂ€llig.
Ein einsamer Funkmast bei DĂ€mmerung in einer kargen Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk hat am 29. Oktober 2026 Untersuchungsergebnisse sowie eine Machbarkeitsdemonstration zu einer gravierenden SicherheitslĂŒcke in Android vorgelegt.

Unter der Kennung CVE-2026-58882 fĂŒhrt ein als sogenannte „SMS of Death“ bekannter Angriff dazu, dass eine speziell prĂ€parierte WAP-Push-Nachricht den zentralen Systemdienst fĂŒr Telefoniefunktionen zum Absturz bringt.

FĂŒr das Auslösen des Fehlers ist keinerlei Nutzerinteraktion erforderlich. Laufende Telefonate sowie Notrufe brechen unvermittelt ab, wĂ€hrend im regulĂ€ren Posteingang fĂŒr Kurzmitteilungen keinerlei Spur der bösartigen Nachricht verbleibt.

Technische Ursache und betroffene Android-Versionen

Die Schwachstelle liegt in einer fehlenden LĂ€ngenprĂŒfung innerhalb der Funktion WapPushOverSms.decodeWapPdu bei der Verarbeitung von Daten-SMS an Port 2948. Ein 5-Byte großer uintvar-Wert (88 80 80 80 00) wird dabei als 32-Bit-Ganzzahl interpretiert und zu -2147483648 aufgelöst, was eine NegativeArraySizeException im Telefonprozess com.android.phone erzwingt. Ein Payload von lediglich 8 Byte reicht bereits aus, um den Absturz herbeizufĂŒhren.

Nach Angaben von Mark Blaszczyk ließ sich der Fehler zu 100 Prozent auf einem Google Pixel 9 mit der Firmware von April 2026 sowie auf diversen Galaxy- und Galaxy-A-GerĂ€ten von Samsung reproduzieren. Die betroffene Codebasis existiert seit Android 12, womit sĂ€mtliche Versionen von Android 12 bis 17 anfĂ€llig sind.

Jede empfangene Nachricht trennt die Netzverbindung fĂŒr ein bis zwei Sekunden. Da Mobilfunknetzbetreiber unzustellbare Nachrichten erneut senden und das GerĂ€t beim Neustart wiederholt versucht, die Nachricht zu verarbeiten, droht eine fortlaufende Schleife. Rund 20 gezielte Nachrichten können das betroffene GerĂ€t dauerhaft blockieren; in Tests kam es zu tagelangen, intermittierenden AusfĂ€llen von bis zu rund einer Woche.

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Schutzmechanismus fĂŒhrt in den Recovery-Modus

Eskaliert die Ausfallserie, greift die Schutzfunktion Android Rescue Party ein. Das Smartphone startet in diesem Fall etwa alle 90 Sekunden neu und landet im Wiederherstellungsmodus, wo es zum Löschen aller Benutzerdaten auffordert.

Von dieser Option sollte jedoch abgesehen werden, da ein vollstĂ€ndiges ZurĂŒcksetzen auf die Werkseinstellungen vermeidbar ist. Eine Wiederherstellung gelingt stattdessen ĂŒber einen verbundenen Computer mittels der Android Debug Bridge (ADB), wozu der GitHub-Nutzer Sakis ein Bereinigungsverfahren bereitgestellt hat.

Der Vorfall wird von Mark Blaszczyk als reiner Denial-of-Service-Angriff eingestuft. Ein Abfluss von Benutzerdaten findet nicht statt, und großflĂ€chige Angriffe unter Ausnutzung des Fehlers wurden bislang nicht bestĂ€tigt. Laut einem Bericht vom 1. November 2026 war die Kennung CVE-2026-58882 bei NVD und MITRE noch nicht final registriert.

Schleppende Auslieferung der Sicherheitsupdates

Mark Blaszczyk hatte den Fehler bereits am 5. Mai 2026 an Google ĂŒbermittelt. Der Konzern lehnte die Meldung zunĂ€chst mit dem Vermerk ab, das Problem nicht beheben zu wollen. Erst am 15. Juni 2026 entstand der Fix-Commit 735d967, der Exceptions abfĂ€ngt und schĂ€dliche Nachrichten aus der internen Datenbank löscht. Im Android Open Source Project tauchte dieser Patch erst im Oktober auf.

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Google integrierte die Fehlerbehebung zwar in die Sicherheitsupdates fĂŒr Android 14 bis 17 fĂŒr den Monat Oktober 2026, erwĂ€hnte die LĂŒcke im zugehörigen Sicherheitsbulletin jedoch nicht. Es wird erwartet, dass CVE-2026-58882 fĂŒr das Bulletin im November 2026 als kritisch eingestuft wird.

GerĂ€te mit Android 12 und 13 erhalten regulĂ€r keine Aktualisierungen mehr und verbleiben ohne herstellereigene Patches in einem ungeschĂŒtzten Zustand.

WĂ€hrend das alternative Betriebssystem GrapheneOS die Behebung bereits seit Ende Juli 2026 ĂŒber Previews verteilt, hĂ€ngt der Rollout fĂŒr Standardnutzer von Marken wie Samsung, Xiaomi, OnePlus oder Motorola von den jeweiligen Herstellern ab, was zu Verzögerungen von mehreren Wochen oder Monaten fĂŒhren kann.

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