Cyber Resilience Act: Unsicherheit bei Maschinenlieferungen ab Dezember 2027
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm 20. Oktober 2026 fand an der ZHAW School of Engineering in Winterthur der at-Technologietag Automation statt. Die Veranstaltung zog rund 100 Teilnehmer an, wie das Branchenportal aktuelle-technik.ch am 29. Oktober 2026 berichtete.
Neben einer begleitenden Tischausstellung bot das Programm insgesamt acht Fachvorträge, die zentrale Herausforderungen und Trends in den Bereichen künstliche Intelligenz, Robotik, Edge Computing sowie regulatorische Rahmenbedingungen für die Industrie thematisierten.
Künstliche Intelligenz und Edge Computing in der industriellen Praxis
Ein zentraler Schwerpunkt der Vorträge lag auf den wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen für moderne Softwaresysteme in Produktionsumgebungen. Prof. Dr. Nikola Pascher von der ZHAW legte dar, dass künstliche Intelligenz nur dann wirtschaftlich sinnvoll sei, wenn der Mensch weiterhin als Kontrollinstanz eingebunden bleibe.
Zudem helfe das Konzept der Machine Health Intelligence insbesondere bei älteren Maschinenanlagen, grossen Datenmengen sowie anhaltendem Mangel an Fachpersonal.
Ergänzend dazu betonte Prof. Dr. Yulia Sandamirskaya, dass kognitive Roboter sowie KI-Systeme auf umfangreiche Mengen an Trainingsdaten angewiesen seien. Hinsichtlich der technologischen Infrastruktur ging Andi Purnomo vom Unternehmen Novitronic auf die Vorzüge lokaler Datenverarbeitung ein.
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Seiner Einschätzung nach erweise sich Edge AI im dauerhaften Betrieb meist als kostengünstiger im Vergleich zu reinen Cloud-Lösungen. Patrick Dudler von der Firma Kistler widmete seinen Beitrag der Fertigungstechnik und referierte zum Themenfeld Smart Joining.
Wachsender Handlungsdruck durch Cyber Resilience Act und Digitalen Produktpass
Neben technischen Fragestellungen bildeten rechtliche Vorgaben der Europäischen Union ein dominierendes Thema der Fachtagung. Dr. Adam Gontarz vom Industrieverband Swissmem wies darauf hin, dass der europäische Cyber Resilience Act (CRA) künftig auch Maschinen und Industrieanlagen direkt betreffe.
Als derzeit noch offene Frage hob er hervor, ob Steuerungen, die auf ungesicherten Feldbus-Protokollen basieren, ab Dezember 2027 überhaupt noch geliefert werden dürfen.
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Mit weiteren europäischen Richtlinien befasste sich Prof. Dr.-Ing. Hans Wernher van de Venn von der Forschungsorganisation EIRAS. Er ordnete den Digitalen Produktpass (DPP) ein und erklärte, dass dieser für Unternehmen künftig zwar eine verpflichtende EU-Auflage darstelle, gleichzeitig aber auch eine erhebliche strategische Chance eröffne.
Spezialisierte Robotikanwendungen und kommende Branchentreffen
Über den klassischen Fabrikbetrieb hinaus präsentierte Jonas Wüst vom Unternehmen Tethys Robotics Entwicklungen im Bereich spezialisierter Systeme und stellte autonome Unterwasserroboter vor.
Der at-Technologietag Automation bot den anwesenden Fachleuten damit einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Automatisierungstechnik. Nach Abschluss der Tagung in Winterthur steht auch der nächste Veranstaltungsort bereits fest: Die kommende Ausgabe des Technologietags wird beim Messtechnikspezialisten Endress+Hauser in Reinach ausgerichtet.
