Cyberangriff, MyDr

Cyberangriff auf MyDr: Daten von 19 Millionen Polen gefährdet

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Polnische Behörden ermitteln nach Hackerangriff auf Gesundheitssoftware-Anbieter MyDr. Daten von bis zu 19 Millionen Menschen könnten betroffen sein.

Cyberattacke auf MyDr: Millionen Patientendaten in Polen möglicherweise kompromittiert
Ein IT-Sicherheitsexperte arbeitet in einem Serverraum an der Analyse eines Cyberangriffs auf Gesundheitsdaten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die polnischen Sicherheitsbehörden haben Ermittlungen zu einem massiven Cyberangriff auf den Gesundheitssoftware-Anbieter MyDr eingeleitet. Nach aktuellen Berichten könnten Daten von fast 19 Millionen Menschen sowie Informationen aus rund 12.000 medizinischen Einrichtungen von dem Sicherheitsvorfall betroffen sein.

Die Dimension des Angriffs führt dazu, dass Regierungsvertreter das Ereignis als einen der schwerwiegendsten Vorfälle in der Geschichte der polnischen IT-Sicherheit einstufen.

Der betroffene Dienstleister MyDr ist eine zentrale Säule in der digitalen Infrastruktur des polnischen Gesundheitswesens. Das Unternehmen verarbeitet jeden Monat rund 3 Millionen Konsultationen und etwa 2,7 Millionen Rezepte. Die Angreifer konnten sich laut vorliegenden Informationen Zugriff auf historische Datenbestände verschaffen, die bis einschließlich April 2024 reichen.

Insgesamt beläuft sich das Volumen der potenziell kompromittierten Daten auf etwa 2 Terabyte, wobei insbesondere medizinische Untersuchungen und Rezeptdaten im Fokus standen. Trotz des unbefugten Zugriffs blieben die Systeme des Softwarehauses nach Unternehmensangaben durchgehend betriebsbereit.

Polens Digitalminister Krzysztof Gawkowski erklärte zu dem Vorfall, dass es momentan keine Anhaltspunkte für einen staatlich gesteuerten Angriff, beispielsweise aus Russland, gebe. Die Behörden gehen stattdessen davon aus, dass wahrscheinlich finanziell motivierte Cyberkriminelle hinter der Tat stecken.

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Die Hacker selbst untermauerten ihre Behauptung, Zugriff auf die Datensätze von rund 18,8 bis 19 Millionen Personen zu haben, durch die Veröffentlichung eines Screenshots. Dieser soll sensible Informationen eines prominenten Politikers enthalten haben. Eine allgemeine Veröffentlichung der gesamten Datenmengen im Internet konnte laut Regierungsangaben bisher jedoch nicht festgestellt werden.

Um den potenziellen Schaden zu begrenzen, haben die zuständigen Stellen bereits umfassende Vorsorgemaßnahmen getroffen. Unter anderem werden digitale Zertifikate ersetzt, um die Sicherheit der betroffenen Systeme zu gewährleisten und weiteren Missbrauch zu verhindern.

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Die polnische Regierung forderte die Bevölkerung zudem zur Wachsamkeit auf. Bürger sollten ihre persönlichen Daten auf mögliche Sicherheitslücken prüfen und die offiziellen Möglichkeiten nutzen, ihre nationalen Identifikationsnummern vorsorglich sperren zu lassen, um dem Risiko eines Identitätsdiebstahls entgegenzuwirken.

Der Vorfall, über den zuerst die Plattform Zaufana Trzecia Strona berichtete, verdeutlicht die Verwundbarkeit zentraler digitaler Dienste im Gesundheitssektor.

Während die Ermittlungen der spezialisierten Behörden zur Identifizierung der Hintermänner fortgesetzt werden, bleibt die Absicherung der betroffenen medizinischen Einrichtungen eine Priorität für die nationale Cybersicherheit. Branchenexperten beobachten die Situation genau, um bei einer etwaigen Veröffentlichung der entwendeten Datenbestände umgehend reagieren zu können.

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