Cyberangriff Berlin: Rhysida fordert 2 Millionen Euro Lösegeld
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 02:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem schwerwiegenden Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz hat der Berliner Senat eine Lösegeldforderung der Ransomware-Gruppe Rhysida zurückgewiesen. Die Hackergruppe verlangt für die Freigabe und Nichtveröffentlichung von gestohlenen Daten eine Zahlung in Kryptowährung, worauf die Landesregierung nach offiziellen Angaben nicht eingehen wird.
Millionenforderung und Ultimatum der Erpressergruppe
Die Hintermänner des Angriffs, die der Gruppe Rhysida zugeordnet werden, fordern laut Medienberichten vom 28. August 2026 eine Zahlung von 30 Bitcoin, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro entspricht. Die Hacker haben für die Erfüllung ihrer Forderung eine Frist von einer Woche gesetzt, die nach Berichten am Freitagnachmittag um 16 Uhr ablaufen sollte.
Regierungschef Kai Wegner stellte klar, dass sich das Land Berlin nicht erpressen lasse und eine Zahlung des Lösegelds ablehne. Der Bürgermeister bestätigte, dass der Senat erpresst werde, blieb jedoch bei der harten Linie der Verwaltung. Auch Innensenatorin Iris Spranger unterstrich diese Haltung und erklärte, dass die Landesregierung den Forderungen der Kriminellen nicht nachgeben werde.
Umfang des Datenabflusses in der Senatsverwaltung
Der Cybervorfall wird als der bislang größte dieser Art in Berlin eingestuft. Den Angreifern gelang es, eine Datenmenge von rund 5,7 bis 6 Terabyte aus dem Netz der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr zu kopieren. Nach aktuellen Erkenntnissen sind zwischen 100.000 und 200.000 Datensätze betroffen.
Detaillierte Auswertungen ergaben, dass die entwendeten Informationen unter anderem Daten zu 80.000 Ordnungswidrigkeiten sowie 46.500 Verträge umfassen. Zudem seien rund 6.000 Login-Dateien entwendet worden.
Betroffen sind insbesondere die Senatsverwaltungen für Verkehr, Stadtentwicklung und Bauen. Um eine weitere Ausbreitung des Schadens zu verhindern, wurde die IT-Infrastruktur der Verkehrs- und Bauverwaltung zeitweise vom restlichen Netz abgetrennt.
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Chronologie des Angriffs und laufende Ermittlungen
Der Datenabfluss begann nach Behördenangaben bereits am 7. August und setzte sich bis zum 12. August fort. Entdeckt wurde der Einbruch in die Systeme erst am 14. August. Demnach hatten die Angreifer über einen Zeitraum von mehreren Tagen unbemerkt Zugriff auf die Netzwerke der betroffenen Verwaltungen.
Am 28. August kam der Senat zu einer Krisensitzung zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Mit der Aufarbeitung des Vorfalls wurde die US-amerikanische Spezialfirma Crowdstrike beauftragt.
Experten gehen davon aus, dass die vollständige Untersuchung und Bereinigung der Systeme mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Parallel dazu führen das Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen gegen die verantwortliche Gruppe Rhysida, die dem Senat namentlich bekannt ist.
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Sicherheit der bevorstehenden Wahlen
Trotz der Schwere des Angriffs sieht die Innensenatorin keine Gefahr für die für den 20. September 2026 angesetzte Wahl. Iris Spranger betonte, dass die Wahlumgebung zu 100 Prozent abgesichert sei.
Die für die Durchführung der Wahl relevante Infrastruktur sei von dem aktuellen Vorfall nicht betroffen und separat geschützt. Die technischen Vorbereitungen für den Urnengang verlaufen demnach planmäßig und ohne Beeinträchtigung durch die Erpressungsversuche.
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