Cyberangriff Frankreich, KĂŒhlanlagen Handel

Cyberangriff legt 150 französische SupermÀrkte lahm

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 17:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eine Attacke auf den dĂ€nischen Technikdienstleister Danfoss legt KĂŒhl- und GefrierschrĂ€nke in französischen MĂ€rkten lahm. Betroffene HĂ€ndler entsorgen Lebensmittel, wĂ€hrend die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt.

In Frankreich mĂŒssen wegen eines Cyberangriffs viele gekĂŒhlte Produkte in SupermĂ€rkten weggeworfen werden. (Symbolbild) - Bild: Nicolas Armer/dpa
In Frankreich mĂŒssen wegen eines Cyberangriffs viele gekĂŒhlte Produkte in SupermĂ€rkten weggeworfen werden. (Symbolbild) - Bild: Nicolas Armer/dpa

Französische MÀrkte entsorgen Lebensmittel

  • Bei Les Mousquetaires mit IntermarchĂ© und Netto waren etwa 150 GeschĂ€fte in ganz Frankreich betroffen.
  • Carrefour meldete Störungen vor allem in 80 SupermĂ€rkten seines Netzes mit insgesamt 6.000 GeschĂ€ften.
  • Die CyberkriminalitĂ€ts-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft ĂŒbernahm die Ermittlungen.

Eine groß angelegte Cyberattacke hat in der Nacht zu Montag KĂŒhl- und GefrierschrĂ€nke mehrerer französischer Handelsketten in den Auftaumodus versetzt.

Angriff trifft mehrere Handelsketten

Ein Sprecher der Handelsgruppe Les Mousquetaires, zu der IntermarchĂ© und Netto gehören, sagte, die Hacker hĂ€tten die KĂŒhlanlagen umgestellt; etwa 150 GeschĂ€fte seien betroffen.

Carrefour teilte mit, die Störung betreffe hauptsĂ€chlich 80 SupermĂ€rkte. Das Unternehmen betreibt insgesamt 6.000 GeschĂ€fte. Auch CoopĂ©rative U bestĂ€tigte eine Attacke auf KĂŒhlanlagen in mehreren MĂ€rkten.

Danfoss als gemeinsamer Dienstleister

Nach Angaben von Les Mousquetaires richtete sich der Angriff gegen den dÀnischen Technik-Dienstleister Danfoss, mit dem mehrere LebensmittelhÀndler arbeiten.

Danfoss erklĂ€rte, ĂŒber die VorfĂ€lle in Frankreich informiert zu sein. Betroffen seien eine begrenzte Anzahl von KĂŒhlsystemen, ĂŒberwiegend Ă€ltere Produkte. Das Unternehmen nehme die Situation ernst.

Waren mĂŒssen entsorgt werden

Viele Lebensmittel mĂŒssten weggeworfen werden, sagte der Sprecher von Les Mousquetaires. Die Höhe des Schadens sei noch nicht absehbar.

Bei Coopérative U arbeiteten Teams gemeinsam mit KÀltetechnikern an der schnellstmöglichen Wiederherstellung der Anlagen. Gruppenleiter Dominique Schelcher bezeichnete die Attacke als beispiellos und inakzeptabel.

Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt

Die CyberkriminalitĂ€ts-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft ĂŒbernahm die Untersuchung. Nach Angaben der Behörde wurden auch BrandausbrĂŒche gemeldet.

Die Ermittlungen sollen Opfer erfassen und mögliche ZusammenhÀnge mit den von ihnen gemeldeten SchÀden klÀren.

Angriff auf digitale KĂŒhltechnik

Der Vorfall zeigt, dass Cyberangriffe nicht nur klassische IT-Dienste, Kassen oder Logistiksysteme treffen können. Werden vernetzte Steuerungen von KĂŒhlanlagen manipuliert, entsteht innerhalb weniger Stunden ein unmittelbares Problem fĂŒr die Warenversorgung und die Lebensmittelsicherheit.

Besonders relevant ist die Konzentration auf einen technischen Dienstleister, dessen Systeme von mehreren Handelsketten genutzt werden. Ein gemeinsamer Angriffspunkt kann dadurch gleichzeitig Unternehmen mit unterschiedlichen Filialnetzen erreichen. Die betroffenen GrĂ¶ĂŸenordnungen bei IntermarchĂ©, Netto und Carrefour verdeutlichen, dass bereits eine begrenzte Zahl kompromittierter Systeme erhebliche wirtschaftliche Folgen auslösen kann.

Folgen fĂŒr Handel und Verbraucher

FĂŒr die HĂ€ndler stehen zunĂ€chst die Wiederherstellung der KĂŒhlung, die PrĂŒfung der Waren und die Entsorgung verdorbener Produkte im Vordergrund. FĂŒr Verbraucher kann der Vorfall vorĂŒbergehend zu LĂŒcken bei gekĂŒhlten und tiefgefrorenen Lebensmitteln fĂŒhren, auch wenn die dpa-Meldung keine landesweiten VersorgungsengpĂ€sse nennt.

Die Ermittlungen der Pariser Staatsanwaltschaft sollen den Kreis der GeschĂ€digten erfassen und mögliche ZusammenhĂ€nge mit gemeldeten BrĂ€nden prĂŒfen. Entscheidend wird sein, ob eine einzelne technische Schwachstelle, ein kompromittierter Zugang oder mehrere Angriffsschritte die Störung ermöglichten. Der Fall erhöht damit den Druck auf Handelsketten und Technologieanbieter, Fernzugriffe, Ă€ltere GerĂ€te und Notfallverfahren besonders sorgfĂ€ltig abzusichern.

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