Cyberangriff: Nordkorea stiehlt 10,7 Millionen Dollar ĂŒber 30.000 GerĂ€te
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsbehörden aus Japan und den Vereinigten Staaten haben eine weitreichende Cyberoperation aufgedeckt, die Nordkorea zugerechnet wird. Wie die japanische Polizeibehörde NPA und die US-Bundespolizei FBI laut Berichten vom 18. September 2026 bekanntgaben, wurden im Zuge der Kampagne weltweit mehr als 30.000 GerÀte infiziert. Die TÀter erbeuteten dabei KryptowÀhrungen im Wert von mindestens 10,71 Millionen US-Dollar, was rund 1,7 Milliarden Yen entspricht.
Schadsoftware in fingierten Bewerbungsaufgaben
Verantwortlich fĂŒr die Angriffe ist nach Angaben der Ermittler eine Gruppierung namens WaterPlum. Zwischen Dezember 2025 und Juli 2026 infizierte die Gruppe ĂŒber 30.000 GerĂ€te in mehr als 100 LĂ€ndern und Regionen. Dabei stahl sie Zugangsdaten von rund 7.000 Krypto-Wallets beziehungsweise Krypto-Konten.
Auf Wallets, die von WaterPlum kontrolliert werden, gingen demnach Gelder in Höhe von mindestens 1,7 Milliarden Yen ein, umgerechnet rund 10,7 Millionen US-Dollar.
Die Akteure gingen dabei mit einer Methode vor, die unter der Bezeichnung âContagious Interviewâ bekannt ist: Sie gaben sich auf Job-Plattformen und in sozialen Netzwerken als Personalvermittler von Krypto-, KI- und NFT-Unternehmen aus, um gezielt arbeitssuchende IT-FachkrĂ€fte zu ködern.
Die eigentliche Schadsoftware versteckte die Gruppe in vermeintlichen Aufgaben fĂŒr den Bewerbungsprozess. Zu den Betroffenen gehören Softwareentwickler weltweit, mit Angriffszielen in Japan, den USA, Europa sowie in Deutschland.
Internationale Warnung vor Devisenbeschaffung
Die öffentliche Zuschreibung wird von sieben Organisationen aus vier Staaten getragen. Neben der NPA und dem FBI beteiligen sich auch deutsche Stellen an den Warnhinweisen: Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) und der Bundesnachrichtendienst (BND) veröffentlichten gemeinsam mit den US- und japanischen Ermittlern einen Sicherheitshinweis zur illegalen Devisenbeschaffung durch nordkoreanische CyberaktivitĂ€ten.
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Zudem warnen BfV und BND zusammen mit Partnerbehörden aus den USA, Japan und Australien vor WaterPlum und weisen auf Angriffe auf Ziele in Deutschland hin.
Nach Angaben von BfV und BND dient die Kampagne primĂ€r dazu, Finanzmittel fĂŒr die GehĂ€lter des nordkoreanischen FĂŒhrungszirkels und des MilitĂ€rs zu beschaffen. Zudem drohten den betroffenen Unternehmen Spionage und der Diebstahl geistigen Eigentums.
Behörden betonen, dass die Erlöse der Operation Nordkoreas RĂŒstungsprogramm finanzieren und dazu beitragen, die seit rund zwei Jahrzehnten bestehenden UN-Sanktionen zu umgehen. China und Russland hatten weitere StrafmaĂnahmen gegen Nordkorea zuletzt blockiert.
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Steuerung durch das Munitionsindustrieministerium
Behörden aus Japan und den USA sehen WaterPlum sowie nordkoreanische IT-Arbeiter unter direkter Kontrolle des BĂŒros 313, einer Einheit des Munitionsindustrieministeriums der nordkoreanischen Arbeiterpartei.
Nordkoreanische FachkrÀfte erschlichen sich unter falschen IdentitÀten aus Nordkorea, China und Russland heraus Remote-Stellen im Ausland und transferierten in den vergangenen Jahren mehrere hundert Millionen Yen in den isolierten Staat. Das BfV hatte bereits im Oktober 2024 vor dieser Vorgehensweise gewarnt.
In Japan zerschlugen die Behörden zudem eine inlĂ€ndische Laptop-Farm, die fĂŒr diese Art nordkoreanischer Remote-Arbeit betrieben wurde. Einer der TatverdĂ€chtigen hatte sich den Ermittlungen zufolge im Mai 2025 vergeblich um eine Ingenieurstelle bei der Kryptobörse bitFlyer beworben.
