Cyberattacke, Hacker

Cyberattacke: Hacker nutzen DeepSeek-KI für autonome Exploits

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 22:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Unit 42 entdeckt autonome KI-Angriffe auf Server und KI-Plattformen. Manuelle Operationen führten zu Kompromittierungen und Datendiebstahl.

KI-Angriffskampagne: Hermes Agent und DeepSeek im Cyberangriff
Digitale Repräsentation von KI-gestützten Cyberangriffen mit leuchtenden Netzwerkknoten und binärem Code auf Servern. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsanalysten von Unit 42, der Forschungseinheit von Palo Alto Networks, haben eine neuartige Angriffskampagne identifiziert, bei der künstliche Intelligenz für autonome Cyberoperationen eingesetzt wird. Ein chinesischsprachiger Bedrohungsakteur, der unter den Alias-Namen knaithe und KnYuan bekannt ist, nutzt dafür das Open-Source-Framework Hermes Agent in Verbindung mit dem KI-Modell DeepSeek. Die Experten stufen dies als einen Beleg für eine funktionale, autonome und offensive End-to-End-Fähigkeit durch KI-Systeme ein.

Die Entdeckung der Kampagne erfolgte, nachdem das genutzte Framework Hermes Agent versehentlich Informationen über seine eigene Betriebsumgebung offengelegt hatte. Den Erkenntnissen der Forscher zufolge ist der Akteur in Zhuhai, China, ansässig.

Funktionsweise des autonomen Hermes Agent

Der Angreifer steuerte den Hermes Agent zu Beginn der Operationen manuell über Anweisungen per Telegram. In der Folge agierte das System jedoch weitgehend eigenständig: Der Agent suchte selbstständig nach Zielen im Internet und wählte passende Exploits aus, ohne dass weitere menschliche Eingaben erforderlich waren.

Dabei übernahm der Hermes Agent den Terminalzugriff auf betroffene Systeme. Das KI-Modell DeepSeek wurde gezielt eingesetzt, um Suchabfragen für die spezialisierte Suchmaschine FOFA zu generieren. Zudem bewertete die KI bekannte Schwachstellen (Common Vulnerabilities and Exposures, CVE) und traf die Entscheidung, welche Zielsysteme angegriffen werden sollten. Neben DeepSeek griff der Akteur laut Unit 42 auf eine Vielzahl weiterer Modelle zurück, darunter Qwen, GLM, Kimi, MiniMax sowie Claude Code und Codex.

Anzeige

Angesichts der zunehmenden Automatisierung von Angriffen müssen Unternehmen ihre Abwehrmechanismen proaktiv verstärken. Dieser kostenlose Report klärt darüber auf, welche neuen rechtlichen Pflichten und technischen Bedrohungen durch KI-Entwicklungen jetzt für Unternehmer entscheidend sind. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken verstehen

Autonome Angriffsversuche auf KI-Infrastrukturen

Die autonomen Operationen richteten sich primär gegen exponierte Server und KI-Entwicklungsplattformen. Im Fokus standen dabei die Frameworks Langflow und n8n. Die Forscher dokumentierten Versuche, die Schwachstelle CVE-2026-33017 in Langflow auszunutzen, die eine kritische Bewertung von CVSS 9.8 aufweist.

Bei der Plattform n8n zielte der Akteur auf zwei schwerwiegende Lücken ab: CVE-2026-21858 mit dem höchstmöglichen CVSS-Wert von 10.0 sowie CVE-2025-68613 mit einem CVSS-Wert von 9.9. Trotz der hohen Kritikalität der anvisierten Schwachstellen blieben diese vollautomatisierten Angriffsversuche laut dem Bericht von Unit 42 erfolglos.

Erfolgreiche Kompromittierungen durch manuelle Operationen

Parallel zu den autonomen Versuchen führte der Akteur manuelle Angriffe auf über 460 Systeme durch. Im Gegensatz zu den KI-gesteuerten Versuchen führten diese konventionellen Operationen zu messbaren Schäden. Die Forscher bestätigten drei Kompromittierungen, die über die Schwachstelle CVE-2026-3055 in Citrix NetScaler erfolgten. Diese Vorfälle führten zu einem gezielten Datendiebstahl in den drei betroffenen Organisationen.

Anzeige

Wer die Sicherheit der eigenen IT-Infrastruktur verbessern möchte, ohne in teure neue Abteilungen zu investieren, findet in diesem Leitfaden wertvolle Unterstützung. Erfahren Sie, wie Sie bestehende Sicherheitslücken effizient schließen und gleichzeitig aktuelle gesetzliche Anforderungen souverän erfüllen. Gratis-E-Book zur Stärkung der IT-Sicherheit herunterladen

Zusätzlich gelangen dem Angreifer Befehlsausführungen auf elf Instanzen der Marimo-Plattform über die Schwachstelle CVE-2026-39987. Weitere Ziele der manuellen Kampagne umfassten den Apache Tomcat (CVE-2026-34486) sowie Windows IKE VPN (CVE-2026-33824).

Insgesamt identifizierte Unit 42 im Rahmen der Untersuchung sieben verschiedene Exploit-Pfade und acht spezifische CVEs, die gegen mehr als 460 Ziele eingesetzt wurden. Als Indikatoren für eine mögliche Kompromittierung (IoCs) nennen die Sicherheitsforscher unter anderem die Kommunikation mit den Domains api.deepseek.com und code.newcli.com sowie die Ausführung des Skripts fofaapi.py.

Obwohl die unmittelbaren Auswirkungen der autonomen Angriffsphase als begrenzt eingestuft werden, unterstreicht der Bericht die technologische Entwicklung hin zu KI-gestützten Bedrohungen, die in der Lage sind, komplexe Angriffsketten ohne menschliche Intervention zu durchlaufen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69906530 |