Cyberbedrohungen, Scams

Cyberbedrohungen H1 2026: Scams machen 46% aller Angriffe aus

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 18:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neuer Sicherheitsbericht zeigt: Scams und Malvertising prägen die Bedrohungslage. Angreifer nutzen zunehmend legitime Infrastrukturen für komplexe Attacken.

Gen Threat Labs Report: Betrugsversuche dominieren Cyberbedrohungen 2026
Digitale abstrakte Darstellung von Cybersicherheit mit leuchtenden Netzwerkknoten und einem Schutzschild vor einem Serverraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Sicherheitsexperten von Gen Threat Labs haben ihren aktuellen Bericht für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und warnen vor einer signifikanten Verschiebung in der globalen Bedrohungslandschaft. Den Analysen zufolge machen Betrugsversuche inzwischen fast die Hälfte aller registrierten Cyberbedrohungen aus. Besonders besorgniserregend sei dabei die zunehmende Professionalisierung der Angreifer, die verstärkt auf legitime Infrastrukturen und komplexe technische Verschleierungstaktiken setzen.

Dominanz von Scams und Malvertising in der Statistik

Der aktuelle Report belegt eine deutliche Konzentration der Angriffsaktivitäten auf zwei Hauptbereiche. So entfallen 46 Prozent aller Detektionen im Berichtszeitraum auf verschiedene Formen von Scams. Weitere 30 Prozent der identifizierten Bedrohungen lassen sich dem Bereich Malvertising zuordnen, also der Verbreitung von Schadcode über manipulierte Online-Werbeanzeigen.

Die schiere Masse der Angriffe wird durch die von Gen Threat Labs veröffentlichten Zahlen unterstrichen. Die Experten meldeten die Blockierung von insgesamt 114,2 Millionen Angriffsversuchen im Bereich der E-Shop-Scams. Zusätzlich wurden rund 20,3 Millionen sogenannte Tech-Support-Scams abgewehrt, bei denen Kriminelle vorgeben, Mitarbeiter von Softwareunternehmen zu sein, um sich Zugriff auf fremde Rechner zu verschaffen.

Gezielte Kampagnen gegen den Finanzsektor in Osteuropa

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts liegt auf einer spezialisierten Banking-Kampagne, die in den vergangenen Monaten vor allem in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Polen und Litauen beobachtet wurde. Die Angreifer gingen hierbei besonders raffiniert vor, indem sie kompromittierte E-Mail-Postfächer von Unternehmen für ihre Zwecke missbrauchten.

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Neben dem Versand von Phishing-Mails über vertrauenswürdige Absenderadressen nutzten die Täter laut den Sicherheitsanalysten Techniken zur Proxy- und Browser-Manipulation. Ziel dieser Maßnahmen sei es, die Kommunikation zwischen dem Nutzer und seinem Kreditinstitut unbemerkt zu manipulieren, um Transaktionsdaten abzugreifen oder Umleitungen einzuleiten.

Technologische Evolution bei Krypto-Angriffen

Auch im Bereich der Kryptowährungen dokumentiert Gen Threat Labs eine technologische Weiterentwicklung der Angriffswerkzeuge. Ein neu identifizierter Crypto-Clipper, der in der Programmiersprache Rust verfasst ist, ist in der Lage, 21 verschiedene Blockchain-Typen aktiv zu überwachen. Die Schadsoftware ist darauf spezialisiert, Wallet-Adressen in der Zwischenablage des infizierten Systems in Echtzeit durch Adressen der Angreifer zu ersetzen.

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Besondere Aufmerksamkeit widmet der Bericht der Kommunikationsstruktur dieser Schadsoftware. Die Verbindung zum Control-and-Command-Server (C2) erfolgt über die Binance Smart Chain. Diese als „EtherHiding“ bekannte Methode nutzt legitime Blockchain-Daten, um die Steuerung der Malware zu verschleiern und herkömmliche Sicherheitsfilter zu umgehen.

Zusammenfassend halten die Experten fest, dass die Angriffsketten im ersten Halbjahr 2026 durch die Kombination aus legitimen E-Mail-Konten und Blockchain-Infrastrukturen eine neue Komplexitätsstufe erreicht haben. Die Strategie, vertrauenswürdige Dienste für kriminelle Zwecke zu instrumentalisieren, erschwere die Identifizierung der Angriffe durch herkömmliche Sicherheitsmechanismen erheblich.

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de | wissenschaft | 69926209 |