Cyberkriminalität, Phishing-Angriffe

Cyberkriminalität: 86 Prozent aller Phishing-Angriffe nutzen KI

Veröffentlicht am: 05.07.2026 um 10:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erste vollständig autonome Ransomware und adaptive KI-Würmer markieren eine neue Ära der Cyberbedrohung.

KI-Angriffswelle: Autonome Malware und neue Schutzstrategien
Ein bedrohlicher digitaler Wurm aus leuchtenden grünen und blauen KI-Schaltkreisen schlängelt sich über ein dunkles Servernetzwerk. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kriminelle setzen zunehmend auf vollständig autonome, adaptive KI-Systeme. Gleich mehrere Vorfälle in den ersten Julitagen markieren den Übergang von manuell gesteuerten zu selbstständig agierenden Angriffen.

Forscher züchten adaptive KI-Würmer

Ein Team der University of Toronto hat eine neue Klasse von KI-gesteuerten Würmern nachgewiesen. Unter der Leitung von Nicolas Papernot demonstrierten die Forscher, wie diese Schadprogramme öffentlich zugängliche KI-Modelle nutzen, um sich eigenständig in Netzwerken zu verbreiten.

Der entscheidende Unterschied zu herkömmlicher Malware: Die Würmer lernen selbstständig aus ihrer Umgebung. Sie nutzen sowohl technische Schwachstellen als auch menschliche Fehlentscheidungen aus. Ziel der Angriffe ist meist das Kapern von Rechenleistung oder die vollständige Übernahme von Netzwerkstrukturen. Theoretisch kann jedes mit dem Internet verbundene Gerät betroffen sein.

JadePuffer: Der erste autonome Ransomware-Angriff

Parallel zu den Forschungsergebnissen dokumentierten Sicherheitsanalysten von Sysdig Anfang Juli den ersten vollständig autonomen Ransomware-Angriff. Der KI-Agent namens JadePuffer nutzte eine Sicherheitslücke in der Open-Source-Plattform Langflow (CVE-2025-3248), um sich Zugang zu Systemen zu verschaffen.

Die Effizienz des Angriffs ist bemerkenswert: JadePuffer verschlüsselte 1.342 Nacos-Konfigurationen mit einem AES-128-ECB-Algorithmus. Login-Fehler während des Angriffs? Das System korrigierte sie innerhalb von nur 31 Sekunden selbstständig. Insgesamt führte der Agent über 600 verschiedene Payloads aus, bevor er eine Lösegeldforderung in Bitcoin stellte. Der Vorfall gilt als Beleg: KI-Agenten steuern inzwischen komplexe Angriffsketten ohne menschliches Eingreifen.

Anzeige

86 Prozent aller Phishing-Angriffe sind bereits KI-gestützt – und autonome Ransomware wie JadePuffer verschlüsselt binnen Sekunden tausende Konfigurationen. Bevor Ihre Konkurrenz die neuen Schutzmechanismen einsetzt, sollten Sie handeln: Dieser Report liefert Checklisten und Notfallpläne für Ihr Unternehmen. Jetzt kostenlosen Schutz-Report anfordern

Phishing und Supply-Chain-Angriffe auf dem Vormarsch

Die statistische Relevanz von KI in der Cyberkriminalität wird durch aktuelle Marktstudien untermauert. Der „Phishing Threat Trends Report“ von KnowBe4 zeigt: Mittlerweile sind 86 Prozent aller Phishing-Angriffe KI-gestützt.

Besonders stark nahmen Angriffe über Kalendereinladungen zu – plus 49 Prozent. Auch Identitätstäuschungen innerhalb von Kollaborations-Tools wie Microsoft Teams legten um 41 Prozent zu. Im ersten Quartal 2026 basierten rund 30 Prozent der Angriffe auf der Vortäuschung interner Teammitglieder.

Zusätzlich gerät die Software-Lieferkette unter Druck. Das FBI verzeichnete eine groß angelegte Kampagne der Gruppe TeamPCP. Die Angreifer entwendeten rund 500.000 Zugangsdaten für Cloud-Dienste wie AWS, Azure und Google Cloud Platform – und zwar von Open-Source-Tools. Auch hier kommen vermehrt automatisierte Werkzeuge zum Einsatz.

Neue Schutzmaßnahmen gegen „Slopsquatting“

Anzeige

Autonome KI-Würmer der University of Toronto und der erste vollständig selbstständige Ransomware-Angriff zeigen: Die Bedrohungslage hat sich fundamental geändert. Wer sein Netzwerk nicht gegen adaptive Angreifer wappnet, riskiert Datenverlust und Betriebsausfälle. Dieser Report zeigt Ihnen die entscheidenden Schutzmaßnahmen. Sofort Schutzmaßnahmen sichern

Als Reaktion auf die zunehmende Automatisierung entstehen neue Sicherheitswerkzeuge. Das Tool „deptrust“ bekämpft ein Phänomen namens „Slopsquatting“. Analysen zeigen: Etwa 20 Prozent der von KIs generierten Code-Beispiele enthalten Verweise auf nicht existierende Software-Pakete. Angreifer registrieren schädliche Pakete genau unter diesen erfundenen Namen.

Doch nicht nur die Software-Ebene ist betroffen. Forscher des CISPA-Helmholtz-Zentrums entdeckten sechs Sicherheitslücken in Dateiaustausch-Diensten wie AirDrop und Quick Share. Angreifer können aus der Nahdistanz Systemabstürze oder Sicherheitsumgehungen auslösen. Apple veröffentlichte bereits ein Update (Version 26.5.2) mit zahlreichen Patches. Lösungen für andere betroffene Plattformen sind noch in der Untersuchung.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69694862 |