Cybersicherheit: EZB fordert Aktionspläne gegen KI-Angriffe bis Oktober
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 16:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mit der Reform „Geno Next Level" will der Verband künftige Finanzskandale verhindern und die Aufsicht über seine Mitgliedsbanken massiv verschärfen.
Schärfere Regeln für Vorstände und Aufsichtsräte
Die im Juni 2026 verabschiedeten Maßnahmen sind eine direkte Reaktion auf mehrere spektakuläre Fälle von Misswirtschaft in der Genossenschaftsbranche. BVR-Präsidentin Marija Kolak sprach von „grob fahrlässigen Geschäftspraktiken" einzelner Institute, deren Folgen oft erst Jahre später ans Tageslicht kamen.
Kern der Reform ist ein neuer Verhaltenskodex für Führungskräfte. Künftig soll der Verband finanzielle Schieflagen früher erkennen und schneller eingreifen können, wenn Banken von soliden Geschäftsprinzipien abweichen. Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen zeigte sich zuletzt bei der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg, die den Sicherungsfonds des Sektors in Anspruch nehmen musste – ihr Chef musste gehen. Auch die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, die Volksbank Dortmund-Nordwest und die Raiffeisenbank im Hochtaunus gerieten in Schieflage.
Solide Zahlen trotz Einzelfällen
Trotz der Turbulenzen einiger Häuser präsentiert sich die genossenschaftliche Finanzgruppe für das Geschäftsjahr 2025 in robuster Verfassung. Die 646 Banken mit über 30 Millionen Kunden erwirtschafteten einen Vorsteuergewinn von 11,6 Milliarden Euro – ein Plus gegenüber 10,8 Milliarden Euro im Vorjahr, aber unter dem Rekordwert von 14,4 Milliarden Euro aus 2023.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
- Jahresüberschuss: 7,4 Milliarden Euro
- Zinsüberschuss: 24,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 24,3 Milliarden Euro)
- Provisionsüberschuss: 9,9 Milliarden Euro
- Bilanzsumme: 1,68 Billionen Euro
- Eigenkapitalquote: 17,2 Prozent bei 158,5 Milliarden Euro Eigenkapital
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Besonders dynamisch entwickelte sich das Versicherungsgeschäft mit einem Plus von 56 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Die Verwaltungskosten stiegen auf 22,2 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten wuchs um rund 3000 auf insgesamt 176.500 Mitarbeiter.
Neue Bedrohung aus dem Netz
Doch nicht nur interne Risiken bereiten den Banken Sorgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht den Druck in Sachen Cybersicherheit. Bis zum 31. Oktober 2026 müssen alle Institute detaillierte Aktionspläne vorlegen, wie sie sich gegen KI-gestützte Cyberangriffe wappnen wollen.
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EZB-Vertreterin Claudia Buch warnte, dass die Zeitspanne zwischen der Entdeckung einer Sicherheitslücke und ihrer Ausnutzung durch Kriminelle durch künstliche Intelligenz immer kürzer werde. Branchenanalysten von Moody's sehen in den verschärften Auflagen zugleich eine Chance: Institute, die technisch hinterherhinken, könnten die Gelegenheit nutzen, um ihre Sicherheitslücken endlich zu schließen.
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