Cybersicherheit, Google

Cybersicherheit: Google, AT&T und Palo Alto rüsten gegen KI-Angriffe auf

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 21:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Google Cloud, AT&T und Palo Alto Networks präsentieren KI-gestützte und quantenresistente Sicherheitslösungen. Die Bedrohungslage verschärft sich rasant.

KI und Quantenschutz: Neue Sicherheitsplattformen für kritische Infrastruktur
Leuchtendes Vorhängeschloss-Symbol mit digitalen Schaltkreisen und Quantencomputing-Symbolen vor dunklem Rechenzentrum-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Google Cloud, AT&T und Palo Alto Networks haben diese Woche bahnbrechende Sicherheitsplattformen vorgestellt, die künstliche Intelligenz und quantenresistente Verschlüsselung kombinieren. Ziel ist der Schutz kritischer Infrastrukturen vor einer neuen Generation von Angriffen.

Google Cloud setzt auf „Agentic Defense"

Am heutigen Freitag präsentierte Google Cloud eine neue Sicherheitsstrategie, die auf autonome KI-Agenten setzt. Die Plattform „AI Threat Defense" bündelt die Technologien der kürzlich für 32 Milliarden Euro übernommenen Sicherheitsfirma Wiz mit Googles eigener KI Gemini, dem Sicherheitstool Mandiant und der Entwicklungsplattform CodeMender.

Der Vorstoß kommt nicht zu früh. Laut aktuellen Daten von Mandiant hat sich die Zeit, die Angreifer zwischen Einbruch und Ausbreitung im Netzwerk benötigen, drastisch verkürzt: von mehreren Stunden auf nur noch 22 Sekunden. Noch alarmierender: Die Google Threat Intelligence Group dokumentierte kürzlich den ersten bekannten Fall eines KI-generierten Zero-Day-Exploits – einer Sicherheitslücke, die zum Zeitpunkt der Entdeckung noch keinem Hersteller bekannt war.

Praktische Erfolge gibt es bereits. Die Investmentbank Morgan Stanley konnte mit den neuen Tools ihre durchschnittliche Erkennungszeit für Bedrohungen um 99,9 Prozent senken – von 45 Minuten auf 90 Sekunden. Die KI übernimmt dabei die Voranalyse und reduziert die Bearbeitungszeit von 30 Minuten auf rund eine Minute. Die finale Entscheidung über Gegenmaßnahmen bleibt jedoch beim Menschen.

Quantenresistenz: AT&T und Palo Alto Networks schließen sich zusammen

Ein zweiter Großangriff auf die Cybersicherheit kommt von einer ganz anderen Seite: Quantencomputer. Deren immense Rechenleistung könnte aktuelle Verschlüsselungsverfahren in Zukunft mühelos knacken. Das Szenario „Harvest now, decrypt later" – bei dem Angreifer heute Daten sammeln, um sie später zu entschlüsseln – treibt die Branche um.

Palo Alto Networks und AT&T haben daher am Donnerstag einen „Quantum-Resilient SASE Fabric" vorgestellt. Die neue Netzwerkarchitektur kombiniert Palos Prisma SD-WAN mit quantenresistenter Verschlüsselung (PQC) und AT&Ts Dynamic-Defense-Infrastruktur. Das System unterstützt 5G- und Glasfasernetze gleichermaßen und lässt sich per Knopfdruck auf neue Verschlüsselungsstandards umstellen.

Hintergrund sind verschärfte regulatorische Anforderungen: Die US-Verordnung CNSA 2.0 sowie die europäischen Richtlinien NIS2 und DORA schreiben höhere kryptografische Sicherheitsstandards vor. Parallel dazu meldete die indische Forschungsorganisation DRDO erfolgreiche Militärtests eines Quantenschlüsselaustauschsystems, das künftig auch in der Telekommunikation und im Finanzsektor eingesetzt werden könnte.

Anzeige

Angesichts der rasanten Entwicklung von Quantencomputern und verschärfter Sicherheitsvorgaben wie NIS2 stehen viele Unternehmen vor einer technischen Zeitenwende. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie die neue Sicherheitsstrategie Europas aussieht und welche Investmentchancen die stille Revolution im Bereich Wasserstoff und Verteidigung bietet. Rüstung, Resilienz und Rendite: Den Report jetzt gratis herunterladen

Der Countdown läuft: Bundesbehörden unter Zeitdruck

Die Politik treibt die Entwicklung zusätzlich voran. Eine im Juni erlassene US-Verordnung verpflichtet Bundesbehörden, ihre Hochsicherheitssysteme bis Ende 2030 auf quantenresistente Verschlüsselung umzustellen. Das US-Normungsinstitut NIST empfiehlt, klassische Verfahren wie RSA und ECDSA bereits ab 2030 abzukündigen und bis 2035 vollständig zu verbieten.

Analysten rechnen damit, dass der Markt für Post-Quanten-Kryptografie von umgerechnet rund 400 Millionen Euro im Jahr 2025 auf knapp 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2030 anwachsen wird. Doch die Umstellung ist komplex: Allein die Verhandlungen über den Zugang zu bestehenden Systemen können 12 bis 24 Monate dauern, der Aufbau einer Projektstruktur weitere drei bis sechs Monate.

Anzeige

Während Behörden und Konzerne unter Hochdruck an der Verschlüsselung der Zukunft arbeiten, eröffnen sich für Anleger enorme Potenziale in der Quantentechnologie. Erfahren Sie in dieser fundierten Analyse, welche fünf konkreten Aktien-Trades das größte Potenzial für die kommenden Jahre haben. Gratis-Report: 5 Quantum-Trades für Ihr Depot sichern

Hardware-Hersteller ziehen nach

Auch die Chipindustrie reagiert. Die Unternehmen QuickLogic und PQSecure haben am Donnerstag eine neue Generation programmierbarer Hardware vorgestellt, die die aktuellen US-Verschlüsselungsstandards FIPS 203 und 204 unterstützt. Die Chips lassen sich per Update an neue Algorithmen anpassen – ein entscheidender Vorteil in einem sich schnell entwickelnden Bedrohungsumfeld.

Der Schweizer Sicherheitsspezialist Securosys bietet ab sofort Hardware-Sicherheitsmodule an, die mehrere NIST-zertifizierte Quantenalgorithmen unterstützen. Unternehmen können die Systeme in einer Sandbox-Umgebung testen, bevor die ab 2030 erwarteten strengeren Beschaffungsregeln in Kraft treten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69790129 |