Cybertrading-Betrug, Anleger

Cybertrading-Betrug: Anleger verliert 219.000 Euro in Masche

26.06.2026 - 02:15:49 | boerse-global.de

Justiz und Polizei erzielen Erfolge im Kampf gegen Cybertrading-Betrug mit Haftstrafen und Festnahmen.

Cybertrading-Betrug: Behörden gehen gegen Kriminelle vor
Cybertrading-Betrug - Eine Person im Kapuzenpulli tippt an einem Laptop, Bildschirme zeigen Finanzdiagramme und gefälschte Promi-Werbung in bläulichem Licht. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Anleger verliert 219.000 Euro – eine typische Masche

Ein Fall aus dem Landkreis Zwickau zeigt das erschreckende Ausmaß. Ein Anleger investierte zunächst nur 250 Euro. Dann bauten die Betrüger massiv Druck auf. Sie forderten höhere Einzahlungen für angeblich bessere Kontotypen. Versprochene Gewinne von einer Million Euro? Reine Täuschung. Bei Auszahlungsversuchen verlangten die Täter stattdessen immer neue Gebühren. Am Ende stand ein Verlust von 219.000 Euro.

Ähnlich erging es einem Mann aus dem Weimarer Land. Er stieß über eine Internetanzeige auf eine vermeintliche Plattform. Eine angebliche Analystin betreute ihn. Vor der Auszahlung eines versprochenen Gewinns von 70.000 Euro forderte sie weitere 19.000 Euro für Steuern und Gebühren. Das Opfer erstattete Anzeige. Der Schaden: rund 43.000 Euro.

Fünf Jahre Haft für Callcenter-Manager

Die Struktur hinter diesen Taten ist professionell. Das Landgericht Leipzig verurteilte einen 41-jährigen Israeli zu fünf Jahren und drei Monaten Haft. Der Mann war im mittleren Management eines Callcenter-Betreibers tätig. Die Callcenter saßen in Georgien und Israel. Allein in Deutschland registrierten die Ermittler 599 Opfer. Der Schaden hierzulande: über vier Millionen Euro. Weltweit summiert sich die Schadenssumme auf mehr als 65 Millionen Euro.

Der Angeklagte war nach seiner Festnahme in Montenegro nach Deutschland ausgeliefert worden. Im Prozess bot er eine Schadenswiedergutmachung von über 200.000 Euro an.

Spanien: Schlag gegen Betrügerbande

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Parallel dazu gelang der spanischen Nationalpolizei ein weiterer Erfolg. Auf Mallorca und in Barcelona nahmen die Beamten neun Personen fest. Sie sollen rund 3.500 Deutsche beim Onlinekauf betrogen haben. Der Schaden: neun Millionen Euro. Die Ermittler beschlagnahmten Luxusfahrzeuge, Kryptowährungen im Wert von 200.000 Euro sowie Bargeld und hochwertige Uhren. Das Geld floss über eine Scheinfirma auf Mallorca.

Deepfakes als neue Waffe der Betrüger

Ein zentrales Element moderner Maschen: gefälschte Prominenten-Werbung und Deepfake-Videos. In Bielefeld nutzten Täter Mitte des Monats das Bild eines bekannten deutschen Rocksängers. Sie warben für eine betrügerische Geldanlage. Eine betroffene Frau erkannte den Betrug erst durch einen verdächtigen Anruf aus Österreich.

Bitdefender veröffentlicht Deepfake-Erkennung

Das Sicherheitsunternehmen Bitdefender zieht jetzt nach. Mit der App „Realcheck“ können Nutzer KI-generierte Fälschungen erkennen. Die Anwendung analysiert Bilder und Töne in Videos auf sozialen Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram. Erhältlich ist sie für Android und iOS. In 14 Ländern, darunter Deutschland, ist das Tool zunächst auf Englisch verfügbar.

Phishing-Welle bei Kleinanzeigen

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Doch die Betrüger schlafen nicht. Die Polizei in Braunschweig warnt derzeit vor einer Phishing-Welle bei Online-Verkäufen. Die Täter locken ihre Opfer auf gefälschte Zahlungsseiten. Ziel: Überweisungen via Push-TAN autorisieren.

Sicherheitsforscher von Kaspersky melden zudem eine Malware-Kampagne über WhatsApp. Als Rechnungen getarnte Dateien installieren Fernwartungssoftware auf den Geräten der Nutzer.

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