Cynet-Report, EinbrĂŒche

Cynet-Report: 80% aller EinbrĂŒche starten mit gestohlener IdentitĂ€t

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 18:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cynets Halbjahresanalyse zeigt: 80% der erfolgreichen Hacks nutzen gestohlene IdentitÀten. SSL-VPNs bleiben kritische Schwachstellen.

Cynet-Report: IdentitĂ€tsdiebstahl ĂŒberholt SoftwarelĂŒcken als Top-Angriffsvektor
Digitale Silhouette eines menschlichen Kopfes mit Sicherheitssymbolen als Symbol fĂŒr IdentitĂ€tsmissbrauch in der IT. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Cybersicherheitsdienstleister Cynet hat seinen aktuellen „1H 2026 CyOps ECHO Report“ vorgelegt, der eine deutliche Verschiebung in der globalen Bedrohungslage dokumentiert. Demnach rĂŒcken klassische Software-Schwachstellen als primĂ€rer Angriffsvektor zunehmend in den Hintergrund, wĂ€hrend der Missbrauch digitaler IdentitĂ€ten zum zentralen Werkzeug fĂŒr Kriminelle geworden ist. Die Analyse des ersten Halbjahres zeigt, dass die Mehrheit aller erfolgreichen EinbrĂŒche in IT-Infrastrukturen auf kompromittierte Zugangsdaten zurĂŒckzufĂŒhren ist.

IdentitÀtsmissbrauch als primÀres Einfallstor

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die Feststellung, dass 80 Prozent der sogenannten Host-Breaches – also erfolgreiche EinbrĂŒche in einzelne Endpunkte oder Server – mit einer gestohlenen IdentitĂ€t begannen. Cynet dokumentiert in diesem Zusammenhang ein klares Übergewicht dieses Angriffsvektors gegenĂŒber anderen Methoden: Das VerhĂ€ltnis von identitĂ€tsbasierten Angriffen zu anderen Formen des Eindringens liegt laut dem Bericht bei 1,6 zu 1.

Diese Entwicklung markiert einen signifikanten Strategiewechsel innerhalb der CyberkriminalitĂ€t. WĂ€hrend in der Vergangenheit oft die Ausnutzung technischer SicherheitslĂŒcken, bekannt als CVEs (Common Vulnerabilities and Exposures), im Fokus stand, konzentrieren sich Akteure nun verstĂ€rkt auf den Menschen und dessen digitale Berechtigungen. Der Bericht belegt damit eine Verschiebung weg von der rein technischen Exploitation hin zum systematischen IdentitĂ€tsmissbrauch.

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Risikofaktor SSL-VPN und komplexe Zugriffsmethoden

Trotz des Fokus auf IdentitĂ€ten bleiben bestimmte Hardware- und Software-Komponenten kritische Schwachstellen. Insbesondere SSL-VPN-Appliances wurden im ersten Halbjahr 2026 als erhebliche Risikoquelle identifiziert. Laut den Daten von Cynet waren diese VPN-Lösungen fĂŒr 27 Prozent der untersuchten Host-EinbrĂŒche verantwortlich. Angreifer nutzen diese Schnittstellen oft als BrĂŒckenkopf, um nach der ersten Kompromittierung tiefer in das Netzwerk ihrer Opfer vorzudringen.

Dabei greifen die Akteure auf ein breites Spektrum an Taktiken zurĂŒck, um an die notwendigen Zugangsdaten oder Sitzungstoken zu gelangen. Der Bericht nennt unter anderem das sogenannte E-Mail-Bombing, bei dem PostfĂ€cher mit einer Flut an Nachrichten ĂŒberlastet werden, um Sicherheitswarnungen zu verschleiern oder Nutzer zu Fehlreaktionen zu verleiten. Ebenfalls beobachtet wurde die Impersonation in Kollaborations-Tools wie Microsoft Teams. Dabei geben sich Angreifer als legitime Kollegen oder Vorgesetzte aus, um Vertrauen zu erschleichen und sensible Informationen oder Dateizugriffe zu erhalten.

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Technologische Raffinesse bei der Umgehung von Schutzmaßnahmen

Neben sozialen Manipulationsversuchen setzen Angreifer laut Cynet verstĂ€rkt auf technische Werkzeuge, die eigentlich fĂŒr legitime administrative Zwecke vorgesehen sind. Der Missbrauch von Remote-Support-Tools ermöglicht es Kriminellen, nach einem ersten Zugriff die Kontrolle ĂŒber Systeme zu behalten, ohne sofort durch herkömmliche Sicherheitssoftware entdeckt zu werden.

Ein weiteres wachsendes Problem stellt der Missbrauch von Token dar. Anstatt Passwörter zu entwenden, die oft durch eine Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) geschĂŒtzt sind, versuchen Angreifer vermehrt, aktive Sitzungs-Token abzugreifen. Damit können sie Sicherheitsabfragen umgehen und direkt auf Cloud-Ressourcen oder Unternehmensanwendungen zugreifen.

Die Ergebnisse des Berichts verdeutlichen, dass Unternehmen ihre Verteidigungsstrategien anpassen mĂŒssen. Da die Ausnutzung von IdentitĂ€ten die klassische Suche nach Software-LĂŒcken als Haupteinstiegsweg abgelöst hat, rĂŒckt die Absicherung von Benutzerkonten und die Überwachung von Verhaltensanomalien innerhalb der Netzwerke noch stĂ€rker in den Fokus der IT-Sicherheitsverantwortlichen. Der „CyOps ECHO Report“ fĂŒr das erste Halbjahr 2026 dient hierbei als Beleg fĂŒr die Notwendigkeit, IdentitĂ€tsschutz als integralen Bestandteil der modernen Cybersicherheit zu betrachten.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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