d-you startet am 2. Januar 2027: Diese Smartphone-Voraussetzungen gelten
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung plant den Start der staatlichen digitalen Brieftasche d-you für den 2. Januar 2027. Bei der Anwendung handelt es sich um die deutsche Umsetzung der europäischen EUDI-Wallet auf Basis der eIDAS-2.0-Verordnung. Die Nutzung der Anwendung soll für Bürgerinnen und Bürger freiwillig und kostenlos sein. Der angekündigte Starttermin stellt dabei keine Frist dar, bis zu der die Brieftasche zwingend eingerichtet werden muss.
Voraussetzungen für Smartphone-Nutzer
Zur Vorbereitung auf die Wallet müssen Nutzer mehrere technische Kriterien erfüllen. Erforderlich sind die aktivierte Online-Ausweisfunktion des Personalausweises, eine sechsstellige PIN sowie ein Smartphone mit funktionierender NFC-Schnittstelle.
Die für den Ausweisbetrieb zuständige AusweisApp setzt mindestens Android in der Version 9.0 oder Apple iOS ab Version 17.0 voraus. Zudem muss die ursprüngliche fünfstellige Transport-PIN vorab durch eine selbst vergebene sechsstellige PIN ersetzt worden sein.
Passend dazu steht der kostenlose PIN-Rücksetz- und Aktivierungsdienst (PRSD) seit Oktober 2026 wieder zur Verfügung, nachdem er längere Zeit ausgesetzt war. Wie das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) mitteilte, begleitet das zeitlich begrenzte Angebot die Einführung von d-you.
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Die Anforderung neuer Zugangsdaten ist kostenfrei über das Portal pin-ruecksetzbrief-bestellen.de möglich. Laut Angaben des Anbieters benötigt der Versand an die deutsche Meldeadresse in der Regel bis zu sieben Werktage und erfordert eine persönliche Entgegennahme.
Das BMDS überarbeitete das System unter anderem durch eine Vorabanzeige der Anschrift, ein Kontaktformular, Zustellbenachrichtigungen per E-Mail sowie mobile Optimierungen. Zudem prüft das Ministerium eine künftig vollständig digitale Abwicklung.
Funktionen und Debatte um Sicherheitsarchitektur
Über d-you sollen ab 2027 digitale Identitäten und Berechtigungen wie Bildungsabschlüsse europaweit gebündelt werden. Externe Organisationen können Nachweise ausstellen oder als Prüfer auftreten, wobei eine selektive Freigabe von Datenfeldern den Datenschutz wahren soll. Bislang wird die Online-Ausweisfunktion laut der Initiative D21 allerdings nur selten genutzt.
Die rechtliche Basis soll das Digitale Identitätengesetz (DIdG) schaffen, dessen Entwurf am 29. Juli 2026 veröffentlicht wurde und dessen Inkrafttreten für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet wird.
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Im Gesetzgebungsverfahren forderte die Deutsche Kreditwirtschaft in einer Stellungnahme vom 12. Oktober 2026 Anpassungen. Der Bankenverband verlangt klare Regeln zur Haftung bei Fehlern, zur Beweislast sowie zur Betrugsprävention und lehnt eine Annahmepflicht von Wallets für Zahlungen ab.
Aus der Wissenschaft kam ebenfalls Kritik: Die IT-Sicherheitsforscherin Jiska Classen von der Universität Potsdam bemängelte das Fehlen einer öffentlichen Sicherheitsarchitektur. Um Risiken einzudämmen, kündigte das BMDS für den 2. Januar 2027 ein öffentliches Fehlerprämienprogramm auf der Plattform HackerOne an.
Für das Aufspüren schwerer Lücken stellt das Ministerium Belohnungen zwischen 15.000 und 40.000 US-Dollar in Aussicht. Staatssekretär Markus Richter hob hervor, dass Sicherheit die zentrale Voraussetzung für Vertrauen in die digitale Infrastruktur bilde.
