Da-Vinci-System in Frankfurt: Bethanien weitet Roboterchirurgie auf Darm-OPs aus
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Bethanien Krankenhaus Frankfurt ist seit Oktober 2026 ein Da-Vinci-Operationssystem im Einsatz. Wie aus einem Bericht von Ende Oktober hervorgeht, kommt die roboterassistierte Technologie dort unter anderem bei operativen Eingriffen am Enddarm zur Anwendung; erste Operationen sind bereits vorgenommen worden.
Ausbau der KapazitÀten bei den Frankfurter Diakonie Kliniken
Mit der Inbetriebnahme dieses Systems verstĂ€rken die AGAPLESION Frankfurter Diakonie Kliniken ihre KapazitĂ€ten in der minimalinvasiven Chirurgie. Der TrĂ€ger betreibt am Markus Krankenhaus bereits seit 2019 ein spezialisiertes Zentrum fĂŒr roboterassistierte Chirurgie. Dort werden nach Angaben des Klinikbetreibers jĂ€hrlich mehr als 1.000 Eingriffe unter Zuhilfenahme von Operationsrobotern durchgefĂŒhrt.
Nachdem dem Verbund seit 2022 zwei Systeme zur VerfĂŒgung gestanden hatten, stieg die Gesamtzahl im Oktober 2026 auf drei Systeme an. Der TrĂ€ger bezeichnet die Einrichtung als das gröĂte interdisziplinĂ€re Zentrum dieser Art im Bundesland Hessen. Insgesamt sind fĂŒnf medizinische Fachrichtungen an der Nutzung der Roboterplattform beteiligt: die Urologie, die Viszeralchirurgie, die Thoraxchirurgie, die Kopf-Hals-Chirurgie sowie die GynĂ€kologie.
Studienlage zu roboterassistierten Operationen bei Rektumkarzinomen
Der Einsatz der Technologie im Bereich der Darmchirurgie stĂŒtzt sich auf eine wachsende, wenn auch differenzierte Studienlage. Die im Jahr 2017 veröffentlichte ROLARR-Studie konnte keinen sicheren Unterschied zwischen roboterassistierten und konventionell laparoskopischen Darmkrebs-Operationen belegen.
Wer vor der Wahl zwischen roboterassistierter und offener Darm-OP steht, braucht keine Schlagzeilen, sondern eine geordnete Entscheidungsgrundlage. Der kostenlose Leitfaden fĂŒhrt in drei Schritten durch die Klinikwahl und liefert einen fertigen Fragenkatalog fĂŒrs AufklĂ€rungsgesprĂ€ch. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
ErgĂ€nzende Erkenntnisse lieferte demgegenĂŒber die REAL-Studie, deren Datengrundlage aus chinesischen Behandlungszentren stammt. Bei Patienten mit mittlerem oder tief sitzendem Rektumkarzinom dokumentierte diese Untersuchung seltener verbleibende Tumorreste am Schnittrand, eine geringere Komplikationsrate sowie eine höhere Quote an operativ erhaltenen SchlieĂmuskeln.
Zudem traten nach einem Nachbeobachtungszeitraum von drei Jahren weniger lokale RĂŒckfĂ€lle auf. Hinsichtlich des GesamtĂŒberlebens der Patienten ergab die Studie jedoch keinen messbaren Unterschied zwischen den Operationsmethoden.
Zunehmende Verbreitung robotischer Systeme im klinischen Alltag
Die Anschaffung weiterer GerĂ€te spiegelt einen allgemeinen Trend in mitteleuropĂ€ischen Kliniken wider, chirurgische ArbeitsablĂ€ufe in onkologischen Kernbereichen auf robotergestĂŒtzte Plattformen umzustellen. Am UniversitĂ€tsklinikum Graz werden mittlerweile nahezu 100 Prozent aller Prostataentfernungen roboterassistiert ausgefĂŒhrt; die Inbetriebnahme eines dritten GerĂ€ts soll dort die KapazitĂ€t um 200 zusĂ€tzliche Eingriffe pro Jahr erweitern.
Die Sorge vor Komplikationen und einem kĂŒnstlichen Darmausgang belastet viele Betroffene stĂ€rker als die OP selbst. Was die Studienlage dazu beim mittleren und tiefen Rektumkarzinom zeigt â und wo sie keine Unterschiede belegt â erklĂ€rt dieser Leitfaden verstĂ€ndlich, ohne Zahlen zu ĂŒberzeichnen. Studienlage verstĂ€ndlich erklĂ€rt â Leitfaden sichern
Auch im Nachbarland Tschechien, wo die robotisch assistierte Chirurgie im Jahr 2005 begann, stĂŒtzt sich die Versorgung heute auf neun spezialisierte Zentren, die ĂŒberwiegend an onkologische Einrichtungen angebunden sind. Ein etabliertes Zentrum bewĂ€ltigt dort mehr als 300 Eingriffe pro Jahr an einem GerĂ€t, wobei der Hersteller ab einer Auslastung von 400 jĂ€hrlichen Eingriffen die Anschaffung zusĂ€tzlicher Konsolen empfiehlt.
