Darm-Enzyme, Phosphatase

Darm-Enzyme: Phosphatase ACP7 verlÀngert Lebensspanne deutlich

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt, wie Darmproteine das Altern bei C. elegans beeinflussen und ACP7 durch extrazellulÀre AktivitÀt die Lebensdauer verlÀngert.

ACP7 aus dem Darm verlĂ€ngert Lebensspanne bei FadenwĂŒrmern
Nahaufnahme einer biologischen Zellprobe auf einem ObjekttrÀger unter einem Labor-Mikroskop zur Darstellung molekularer Forschung Illustration mit AI erstellt.

Die Erforschung molekularer Mechanismen des Alterns konzentriert sich zunehmend auf interzellulĂ€re und gewebeĂŒbergreifende Kommunikationswege. Im Fokus steht dabei insbesondere der Verdauungstrakt als zentrales Stoffwechsel- und Regulationsorgan.

In einer im Fachjournal Cell Reports veröffentlichten Untersuchung haben Forschende neue Einblicke gewonnen, wie im Darm freigesetzte Proteine den Alterungsprozess steuern.

Anhand des Fadenwurms Caenorhabditis elegans identifizierte das Team altersabhÀngig modulierte sekretorische Faktoren, darunter eine spezifische Phosphatase, deren gezielte Aktivierung die Lebensspanne des Modellorganismus verlÀngern kann.

Quantitative Proteomik entschlĂŒsselt den intestinalen Sekretionsweg

Um die Gesamtheit der ĂŒber den Darm abgegebenen SignalmolekĂŒle systematisch zu erfassen, kombinierten die Wissenschaftler Methoden des Proximity-Labelings mit hochauflösender quantitativer Proteomik. Dieser Ansatz ermöglichte es, Proteine entlang des intestinalen Sekretionswegs in C. elegans prĂ€zise zu markieren und zu charakterisieren.

Im Zuge dieser Analysen konnten Proteine identifiziert werden, deren Sekretionsmuster sich mit fortschreitendem Alter verĂ€ndert. Die In-vivo-Validierung dieser Befunde bestĂ€tigte, dass die intestinale ProteinausschĂŒttung kein statischer Vorgang ist, sondern einer dynamischen Regulation wĂ€hrend der verschiedenen Lebensphasen unterliegt.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Darm nicht nur als NĂ€hrstoffverarbeitungsorgan fungiert, sondern ĂŒber aktive Freisetzungsmechanismen botenstoffĂ€hnliche Proteine in den Organismus entsendet.

VerlÀngerte Lebensdauer durch die Phosphatase ACP7

Unter den identifizierten ZielmolekĂŒlen stach besonders ein Enzym namens ACP7 hervor. Hierbei handelt es sich um eine evolutionĂ€r konservierte, sekretierte Phosphatase. Den experimentellen Daten zufolge fĂŒhrt eine kĂŒnstlich herbeigefĂŒhrte Überexpression von ACP7 zu einer deutlichen VerlĂ€ngerung der Lebensspanne von C. elegans.

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Entscheidend fĂŒr diesen lebensverlĂ€ngernden Effekt ist die tatsĂ€chliche Sekretion des Enzyms: Die Wirkung entfaltet sich sekretionsabhĂ€ngig, da ACP7 direkt im ExtrazellulĂ€rraum als aktive Phosphatase arbeitet. Dies deutet darauf hin, dass die enzymatische Modifikation extrazellulĂ€rer Substrate eine kritische Rolle bei der Aufrechterhaltung der Organismusfunktionen im Alter spielt.

Neben ACP7 konnten die Autoren der Studie ein weiteres, vesikelgebundenes Protein nachweisen, das ebenfalls einen modulierenden Einfluss auf die Lebensdauer ausĂŒbt.

Bedeutung fĂŒr die Erforschung systemischer Alterungsprozesse

Die Charakterisierung des intestinalen Sekretoms bei C. elegans liefert grundlegende Erkenntnisse ĂŒber die Koordination von Geweben wĂ€hrend des Alterns. Indem nachgewiesen wurde, dass spezifische Enzyme nach ihrer Abgabe in den ExtrazellulĂ€rraum regulierend auf die Lebensdauer einwirken, eröffnen sich neue Perspektiven fĂŒr die Untersuchung systemischer Langlebigkeitsfaktoren.

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Da Mechanismen der zellulĂ€ren Homöostase und der enzymatischen Sekretion ĂŒber viele Arten hinweg konserviert sind, bildet die AufschlĂŒsselung solcher Pfade eine wichtige Basis fĂŒr das VerstĂ€ndnis altersbedingter VerĂ€nderungen auf zellulĂ€rer und biochemischer Ebene.

KĂŒnftige Arbeiten mĂŒssen nun klĂ€ren, welche konkreten Substrate durch Phosphatasen wie ACP7 außerhalb der Zelle modifiziert werden und wie diese Signalkaskaden mit anderen bekannten Stoffwechselwegen im Alter interagieren.

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de | wissenschaft | 70159529 |