Darm-Gesundheit, Pflanzenbetonte

Darm-Gesundheit: Pflanzenbetonte ErnÀhrung senkt Demenzrisiko um 7%

30.05.2026 - 09:20:19 | boerse-global.de

Aktuelle Studien belegen: Gezielte ErnĂ€hrung kann DarmentzĂŒndungen lindern und das Demenzrisiko senken.

Darm-Gesundheit: Pflanzenbetonte ErnĂ€hrung senkt Demenzrisiko um 7% - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Darm-Gesundheit: Pflanzenbetonte ErnĂ€hrung senkt Demenzrisiko um 7% - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Im Fokus: Wie ErnĂ€hrung das Mikrobiom beeinflusst und chronische EntzĂŒndungen bekĂ€mpft. Aktuelle Studien aus dem Mai 2026 zeigen: Gezielte DiĂ€ten wirken nicht nur vorbeugend, sondern unterstĂŒtzen auch die Therapie bestehender Erkrankungen.

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Neue Hoffnung bei Darmerkrankungen

Bei chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zeichnen sich neue Behandlungswege ab. Eine Studie in Food Research International zeigt am Mausmodell: Eine restriktive Aufnahme der AminosĂ€ure Methionin lindert Colitis-Symptome. Die Autoren J. Qian und J. Liu fĂŒhren den Effekt auf eine Stabilisierung des mikrobiellen Gleichgewichts zurĂŒck.

Professor Yanai betonte Ende Mai: Bei leichten Formen von Morbus Crohn sollte eine ErnĂ€hrungstherapie erste Wahl sein. Parallel dazu lieferte die University of Nevada (UNLV) in Nature Communications Erkenntnisse zur PhytinsĂ€ure. Der in Vollkorn und HĂŒlsenfrĂŒchten vorkommende Stoff aktiviert ein Protein (HDAC3), das die Darmbarriere schĂŒtzt. Ein entscheidender Mechanismus gegen das Leaky-Gut-Syndrom.

Wenn das Immunsystem altersschwach wird

Warum nehmen EntzĂŒndungen im Alter zu? Forscher des Leibniz-Instituts fĂŒr Alternsforschung in Jena haben eine Theorie. Veröffentlicht in PLoS Biology. Demnach verliert das Immunsystem im Zuge der Immunseneszenz die FĂ€higkeit, dominante BakterienstĂ€mme zu kontrollieren. Die Folge: eine Fehlbesiedlung des Darms (Dysbiose) und chronische EntzĂŒndungszustĂ€nde – sogenanntes „Inflammaging".

Die Ursache liegt also nicht in den Bakterien selbst. Sondern im alternden Immunsystem, das seine Kontrollfunktion einbĂŒĂŸt.

Weitreichende Effekte auf den ganzen Körper

Die Auswirkungen der ErnĂ€hrung gehen weit ĂŒber den Darm hinaus:

Neurologie und Psyche: Eine Auswertung von ĂŒber 92.000 DatensĂ€tzen in Neurology zeigt: Pflanzenbetonte ErnĂ€hrung senkt das Demenzrisiko um 7 Prozent. Eine Studie im Journal of Affective Disorders (28. Mai) belegt zudem: Wer weniger als fĂŒnf Hauptmahlzeiten pro Woche zu sich nimmt, hat ein 1,55-fach erhöhtes Depressionsrisiko.

Kardiologie: Französische Forscher wiesen mit 112.000 Teilnehmern nach: Bestimmte Konservierungsstoffe wie Natriumnitrit und Kaliumsorbat steigern das Risiko fĂŒr Bluthochdruck um bis zu 29 Prozent.

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OrthopÀdie: Die University of Nottingham untersuchte Inulin bei Osteoarthritis. TÀgliche 20 Gramm des Ballaststoffs aus der Chicorée-Wurzel reduzierten messbar Knieschmerzen.

Zahnpasta gegen systemische EntzĂŒndungen

Auch die Medizintechnik reagiert auf den Trend. Fraunhofer-Forscher entwickelten eine Substanz fĂŒr Zahnpasta, die gezielt den Parodontitis-Erreger P. gingivalis blockiert. Da Parodontitis als Risikofaktor fĂŒr Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer gilt, zielt die Entwicklung auf systemische EntzĂŒndungsprĂ€vention. Das Spin-off PerioTrap bereitet die MarkteinfĂŒhrung vor.

Im Bereich der Biologika erhielt MRH Health Ende Mai eine Förderung von 2,6 Millionen Euro. Das Unternehmen entwickelt orale „Live Biotherapeutic Products" (LBPs) zur gezielten Modulation des Mikrobioms.

Die HĂŒrde liegt im System

Trotz der Fortschritte: In der Praxis hapert es. Eine Umfrage unter 8.500 Medizinern ergab: Rund 80 Prozent sprechen das Thema Lebensstil an. Doch eine flĂ€chendeckende Umsetzung scheitert oft an der fehlenden KostenĂŒbernahme fĂŒr ErnĂ€hrungsberatungen durch die Krankenkassen.

ErnĂ€hrungswissenschaftlerin Antje Gahl betont: „ErnĂ€hrung muss individuell angepasst werden. Es gibt keine pauschalen Wundermittel."

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