Darm-Hirn-Achse, ImP

Darm-Hirn-Achse: ImP steht mit schnellerem kognitivem Abbau in Verbindung

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie verknüpft höhere ImP-Blutwerte mit Alzheimer-Biomarkern und schnellerem kognitivem Abbau; mögliche Therapien sind noch Zukunftsoptionen.

Darmbakterien-Molekül ImP steht mit Alzheimer-Markern in Verbindung
Nahaufnahme einer Laborschale mit mikrobiellen Kulturen und abstrakten biologischen Strukturen auf einem Labortisch. Illustration mit AI erstellt.

Die Wechselwirkungen entlang der sogenannten Darm-Hirn-Achse rücken zunehmend in den Mittelpunkt der neurodegenerativen Forschung. Eine Untersuchung der University of Wisconsin–Madison liefert nun neue Einblicke in diesen Zusammenhang: Im Fokus steht das Molekül ImP, das von bestimmten Bakterien im menschlichen Darm gebildet wird und anschließend in den Blutkreislauf gelangt.

Bei Mäusen führte das Vorhandensein dieses mikrobiellen Stoffwechselprodukts zu einer verstärkten Ablagerung von Beta-Amyloid und Tau im Gehirn – zwei Proteinen, die als zentrale Kennzeichen der Alzheimer-Erkrankung gelten.

Beobachtungen im Wisconsin Registry for Alzheimer's Prevention

Über die tierexperimentellen Daten hinaus analysierten die Forschenden der University of Wisconsin–Madison klinische Datensätze von fast 1.200 Teilnehmenden des Wisconsin Registry for Alzheimer's Prevention.

Bei den fast 1.200 untersuchten Personen zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang: Höhere ImP-Werte im Blut waren messbar mit Alzheimer-Biomarkern sowie neuronalen Funktionsmarkern assoziiert. Zudem korrelierten erhöhte Konzentrationen des Moleküls mit einem schnelleren kognitiven Abbau der Probanden.

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Die in der Fachzeitschrift Nature Communications (DOI: 10.1038/s41467-026-74744-z) erschienene Studie liefert zudem Hinweise auf biologische Mechanismen beim Menschen. Rund 43 % der Teilnehmenden trugen eine genetische Variante, die mit höheren ImP-Werten im Blut verbunden ist.

Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Variante die renale ImP-Ausscheidung über die Nieren beeinflussen könnte, was die höheren Blutkonzentrationen bei den entsprechenden 43 % der Studienteilnehmenden erklären würde.

Ansatzpunkte für künftige Therapien und Ernährungshinweise

Auf Basis der Resultate diskutiert das Team der University of Wisconsin–Madison mögliche präventive und therapeutische Strategien. Ein Ansatz könnte künftig darin bestehen, ImP gezielt im Blut zu senken, um neurologische Schäden abzumildern oder zu verhindern. Die Forschenden stellen jedoch klar, dass es sich hierbei um eine mögliche künftige Behandlungs- oder Präventionsoption handelt und keinesfalls um eine bereits bewiesene Therapie.

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Zugleich warnt die University of Wisconsin–Madison vor unüberlegten diätetischen Selbstversuchen. Da das Molekül biochemisch mit der Aminosäure Histidin verknüpft ist, raten die Fachleute ausdrücklich von einer eigenmächtigen Histidin-Vermeidung ab.

Histidin ist für den Organismus essenziell und sollte nicht einfach aus der täglichen Ernährung gestrichen werden. Für konkrete diätetische oder klinische Leitlinien seien zunächst weiterführende wissenschaftliche Untersuchungen notwendig.

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