Darmbakterien, Entzündungen

Darmbakterien steuern Entzündungen und Krankheiten

21.05.2026 - 05:21:12 | boerse-global.de

Pflanzenbasierte Kost und Bewegung senken CRP-Werte signifikant. Experten warnen vor überdosierten Nahrungsergänzungsmitteln.

Darmbakterien steuern Entzündungen und Krankheiten - Foto: über boerse-global.de
Darmbakterien steuern Entzündungen und Krankheiten - Foto: über boerse-global.de

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Mitte Mai 2026 das Potenzial einer antientzündlichen Ernährungsweise betont. Eine pflanzenbasierte Kost mit viel Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren fördert ein gesundes Darmmikrobiom. Das wiederum wirkt sich positiv auf Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System und Gelenkgesundheit aus.

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Pflanzenkost senkt Entzündungswerte signifikant

Forscher der Universität Warwick veröffentlichten am 20. Mai 2026 eine Analyse mit über 500 Teilnehmern. Ergebnis: Eine rein pflanzliche Ernährung senkt den C-reaktiven Proteinwert (CRP) um 1,13 mg/L. In Kombination mit regelmäßiger Bewegung sank der Entzündungsmarker sogar um 1,46 mg/L. Für viele Patienten bedeutet das den Wechsel von einem mittleren in ein niedriges kardiovaskuläres Risikoprofil.

Auch die Haut profitiert. Dr. Matthias Riedl erklärte am 19. Mai 2026: Zucker, Nikotin und stark verarbeitete Fertigprodukte beschleunigen die Hautalterung durch Glykation – Kollagen wird geschädigt. Eine Studie der Erasmus Universität Rotterdam zeigte: Frauen, die ihre Ernährungsqualität deutlich steigerten, reduzierten ihren Faltenanteil um 4,4 Prozent.

Stress blockiert die Verdauung

Ein Ungleichgewicht des Mikrobioms – Dysbiose genannt – steht in direktem Zusammenhang mit chronischen Darmentzündungen, neurologischen Störungen und Krebserkrankungen. Zu den therapeutischen Optionen zählen Probiotika, die fäkale Mikrobiota-Transplantation sowie in Entwicklung befindliche Verfahren wie Mikrobiom-Editing.

Eine Studie des Beth Israel Deaconess Medical Center und der Harvard Medical School lieferte am 19. Mai 2026 neue Erkenntnisse: Stresshormone unterdrücken die Zellkommunikation im Darm über den BDNF/TrkB-Signalweg. Die Darmbewegungen verlangsamen sich. Das erklärt die hohe Rate an Verstopfungserkrankungen – in Deutschland leiden über 40 Prozent der Menschen darunter.

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Der Markt für Supplemente boomt: Jährlich zwei Milliarden Euro Umsatz, drei von vier Deutschen greifen regelmäßig zu Präparaten. Doch Verbraucherschützer warnen. Am 19. Mai 2026 wiesen sie darauf hin, dass rund 80 Prozent der im Internet geprüften Seiten Produkte anbieten, die rechtlich nicht verkehrsfähig sind.

Besonders kritisch: die Dosierung von Mineralstoffen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt maximal 250 mg Magnesium pro Tag. Aktuelle Marktprüfungen zeigen: 57 Prozent der Präparate sind überdosiert. Extreme Dosen über 2500 mg täglich können einen Herzstillstand auslösen.

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Eine Untersuchung im Journal of the American Heart Association vom 20. Mai 2026 ergab: Die isolierte Einnahme von Calciumpräparaten erhöht bei Herzpatienten das Risiko für erneute Infarkte oder Schlaganfälle um 10 Prozent. Und Omega-3-Kapseln? Eine Studie an 800 Personen zwischen 55 und 90 Jahren brachte Fischöl-Supplemente mit beschleunigtem kognitivem Abbau in Verbindung.

Autoimmunerkrankungen nehmen zu

Zwischen 2012 und 2022 stieg der Anteil der gesetzlich Versicherten mit Autoimmunerkrankungen von 7,1 auf 8,6 Prozent. Frauen sind mit fast 64 Prozent der Neudiagnosen überproportional betroffen. Da Symptome wie Müdigkeit und Gelenkschmerzen oft unspezifisch sind, wird die Ernährung als ergänzende Therapieform immer wichtiger.

Prof. Edzard Ernst kritisierte am 20. Mai 2026: Für Homöopathie oder bestimmte Fastenkuren fehlen trotz jahrzehntelanger Forschung belastbare Wirksamkeitsnachweise. Patienten sollten auf Maßnahmen mit nachgewiesener Wirkung setzen: ballaststoffreiche Ernährung und körperliches Training.

Forschung blickt auf Klimawandel

Am 1. Juli 2026 startet das Projekt BaKlimON unter Federführung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Mit 3,2 Millionen Euro Förderung durch das Land Niedersachsen und die Volkswagenstiftung wird über drei Jahre untersucht, wie sich Klimawandel, Temperatur- und Wasserstress auf Bakteriengemeinschaften von Menschen, Tieren und Pflanzen auswirken.

Für Betroffene gibt es praktische Angebote: Am 13. Juni 2026 bietet die Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew in Zürich einen Kochkurs zur antientzündlichen Ernährung an. Am 20. Juni 2026 thematisiert der Darmtag Aachen die Verbindung zwischen Mikrobiom und Immunsystem.

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