Darmerkrankungen, Oxalat

Darmerkrankungen: Oxalat aus Spinat verschärft Entzündungen

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 14:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine UNC-Studie bringt verminderte Oxalat-Transporter bei CED mit höheren Stuhlwerten, stärkerer Entzündung und schwereren Verläufen in Verbindung.

CED-Studie untersucht Oxalat und entzündete Darmtransporter
Frische Spinatblätter auf einer strukturierten Steinoberfläche als Symbol für pflanzliche Inhaltsstoffe. Illustration mit AI erstellt.

Pflanzliche Lebensmittel gelten gemeinhin als gesundheitsfördernd – doch für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa könnte ein bestimmter pflanzlicher Inhaltsstoff zum Problem werden.

Eine Studie der UNC School of Medicine, veröffentlicht im August 2026 in der Fachzeitschrift Cellular and Molecular Gastroenterology and Hepatology, rückt Oxalat und seine Transportmechanismen im Darm in den Fokus.

Verminderte Transporter im entzündeten Darmgewebe

Im Zentrum der Untersuchung stehen die Oxalat-Transporter SLC26A2 und SLC26A3, die im Darmgewebe von CED-Patienten nachweislich vermindert sind. Die Forscher der UNC School of Medicine stellten dabei einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Entzündung und der Transporter-Expression fest: Je stärker die Entzündung ausgeprägt war, desto geringer fiel die Expression der Transporter aus.

Diese Proteine sind normalerweise dafür zuständig, Oxalat aus der Nahrung im Darm zu regulieren und dessen Aufnahme in den Körper zu steuern. Fällt diese Regulation aus, kann sich Oxalat im Darm anders verteilen als bei gesunden Menschen.

Höhere Oxalatwerte bei Crohn-Patienten trotz ähnlicher Ernährung

Ein weiterer Befund der Untersuchung: Bei einer vergleichbaren pflanzlichen Ernährung wiesen Crohn-Patienten mehr Oxalat im Stuhl auf als gesunde Vergleichspersonen. Das deutet darauf hin, dass nicht allein die aufgenommene Menge an Oxalat entscheidend ist, sondern auch die gestörte Verarbeitung im erkrankten Darm eine Rolle spielt.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema befasst, sollte die Rolle von versteckten Reizstoffen in der täglichen Kost nicht unterschätzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie stille Entzündungen im Körper durch die richtige Wahl von Lebensmitteln gezielt bekämpfen können. 12 natürliche Entzündungs-Killer jetzt entdecken

Tierversuche zeigen Verschlechterung der Entzündung

Um die Wirkung von Oxalat auf entzündetes Darmgewebe genauer zu untersuchen, führte das Team der UNC School of Medicine Versuche an Mäusen durch. Bei Tieren mit einer Oxalat-reichen Diät und einer künstlich ausgelösten Kolitis sank die Überlebensrate um 60 Prozent.

Zudem verschlimmerte Oxalat bei den Mäusen die Darmentzündung insgesamt. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Oxalat nicht nur ein Begleitphänomen der Erkrankung ist, sondern aktiv zur Verschärfung des Entzündungsgeschehens beitragen könnte.

Möglicher Zusammenhang mit Krankheitsverlauf

Als vorläufiges Ergebnis berichtet das Forschungsteam zudem von einem Zusammenhang zwischen der Transporter-Expression und dem klinischen Verlauf: Fast 75 Prozent der Patienten mit niedriger SLC26A6-Expression wiesen einen stenosierenden, also mit Verengungen einhergehenden Verlauf von Morbus Crohn auf.

Anzeige

Was haben Entzündungsprozesse, Verdauungsbeschwerden und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort und praxisnahe Tipps zur antientzündlichen Ernährung finden Sie in diesem kostenlosen Leitfaden. Gratis-Ratgeber gegen Entzündungen anfordern

Auch wenn es sich um ein vorläufiges Resultat handelt, deutet es darauf hin, dass die Oxalat-Regulation im Darm möglicherweise nicht nur mit der Entzündungsstärke, sondern auch mit spezifischen, schwereren Krankheitsformen verknüpft sein könnte.

Oxalatreiche Lebensmittel im Fokus

In der Berichterstattung über die Studie rücken insbesondere oxalatreiche Lebensmittel wie Spinat und Mandeln in den Blick. Beide Lebensmittel gelten grundsätzlich als Bestandteil einer ausgewogenen, pflanzenbasierten Ernährung, enthalten jedoch vergleichsweise hohe Mengen an Oxalat.

Für Menschen ohne Darmerkrankung stellt dies in der Regel kein Problem dar, da der Körper überschüssiges Oxalat über die beschriebenen Transporter reguliert. Bei CED-Patienten mit eingeschränkter Transporterfunktion könnte die Situation jedoch anders zu bewerten sein.

Die Ergebnisse der UNC School of Medicine liefern damit einen möglichen Ansatzpunkt, warum bestimmte pflanzliche Lebensmittel bei manchen CED-Patienten Beschwerden verstärken. Weitere Forschung dürfte notwendig sein, um daraus konkrete Ernährungsempfehlungen für Betroffene abzuleiten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70117673 |