Darmflora, Bifidobakterien-Mangel

Darmflora: Bifidobakterien-Mangel fördert chronische Entzündungen

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 15:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen den Einfluss des Mikrobioms auf Rheuma und Co. Neue Zelltherapie und Leitlinie bieten Hoffnung für Betroffene.

Darmflora-Forschung: Neue Therapien gegen Entzündungen
Eine stilisierte, abstrakte Darstellung des menschlichen Darmmikrobioms mit leuchtenden Bakterienstrukturen und neuronalen Pfaden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Die Darmflora spielt eine entscheidende Rolle bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Ein Rückgang der Bakterienvielfalt korreliert mit dem Anstieg von Krankheiten wie Asthma, Multipler Sklerose und Diabetes. Schuld sind oft industrielle Lebensmittel, Pestizide oder Antibiotika.

Evolutionäre Muster im Darm

Forscher der Universität Wien belegten im Mai 2026 mit einer neuen Methode namens „reverse Ökologie": Darmbakterien bestehen aus evolutionär unterschiedlichen Gruppen. Bestimmte Populationen hängen mit dem Lebensalter der Patienten sowie mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Typ-2-Diabetes zusammen.

Für die Rheumatologie ist das relevant: Systemische Entzündungen gehen oft mit Stoffwechselstörungen und mikrobiellen Ungleichgewichten einher.

Das Projekt PerMiCCion, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2030 gefördert, isoliert derzeit spezifische Mikrobiom-Muster. Diese stehen mit Krebserkrankungen und Entzündungsprozessen in Verbindung.

Neue Leitlinie fürs Herz

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie veröffentlichte im Juni 2026 eine S3-Leitlinie zum Management kardiovaskulärer Risiken. Der interdisziplinäre Ansatz fordert eine strukturierte Erfassung von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes.

Anzeige

Chronische Entzündungen und Stoffwechselprobleme belasten den Körper oft unbemerkt und führen zu ständiger Erschöpfung oder Schmerzen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie mit den 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killern gezielt gegensteuern können. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung anfordern

Die Kernbotschaft: Wer die rheumatische Grunderkrankung optimal kontrolliert, senkt systemische Entzündungen – und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Bewertung antirheumatischer Therapien auf ihre Herz-Kreislauf-Wirkung rückt in den Fokus.

Zelltherapie aus Nabelschnurblut

An der Universitätsklinik Bonn startete Anfang Juli 2026 eine neuartige Zelltherapie. Ärzte nutzen Zellen aus Nabelschnurblut, um fehlgeleitete Immunzellen zu zerstören. Das Verfahren richtet sich an Patienten mit hohem Leidensdruck, bei denen herkömmliche Therapien versagen.

Auch alternative medikamentöse Ansätze sind in der Pipeline. Eine Studie der University of Arizona Health Sciences von Mitte Juni 2026 zeigt: Bestimmte Terpene wie Geraniol und Linalool können Schmerzen bei Fibromyalgie lindern. In Tiermodellen wirkten sie schmerzreduzierend ohne psychoaktive Effekte. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.

Was wir von einer 117-Jährigen lernen können

Die Analyse des Mikrobioms von Maria Branyas Morera lieferte im Frühjahr 2026 wichtige Vergleichsdaten. Die mit 117 Jahren verstorbene Frau hatte ein biologisch deutlich jüngeres Alter. Grund: eine fünffach höhere Konzentration an Bifidobakterien und geringere Clostridium-Werte.

Anzeige

Ob Gelenkschmerzen oder schlechte Blutzuckerwerte – oft ist ein Ungleichgewicht im Körper die Ursache für fehlende Vitalität im Alter. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen, welche Lebensmittel aus dem Supermarkt wie natürliche Schmerzmittel wirken und Ihre Energie zurückbringen. Kostenlosen PDF-Ratgeber mit 9 Ernährungsregeln sichern

Das stützt die These: Darmgesundheit trägt maßgeblich zur Langlebigkeit bei und hilft, chronische Entzündungen zu vermeiden.

Vorsicht vor kommerziellen Tests

Trotz aller Fortschritte warnen Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie vor kommerziellen Mikrobiom-Tests. Die Analysen kosten zwischen 100 und 180 Euro – haben aber nach Expertenansicht keine hinreichende klinische Aussagekraft für individuelle Therapieentscheidungen.

Die Forschung zeigt jedoch klar: Die Wiederherstellung der mikrobiellen Vielfalt – etwa durch gezielte Ernährung oder neue Ansätze wie die Phagentherapie im EU-Projekt REPhRAME – könnte künftig eine zentrale Säule in der Prävention und Therapie entzündlicher Erkrankungen werden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69680002 |