Darmflora, Immunsystem

Darmflora: Immunsystem verliert mit dem Alter die Balance

28.05.2026 - 05:04:32 | boerse-global.de

Studien zeigen: Mit dem Alter gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht. Neue Verfahren und Produkte zielen auf Gewichtsstabilisierung und Prävention.

Darmflora: Immunsystem verliert mit dem Alter die Balance - Foto: über boerse-global.de
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Wissenschaftler und Unternehmen setzen auf den Darm als Steuerzentrale für Stoffwechsel, Gewicht und Alterungsprozesse.

Immunsystem und Darmflora verlieren mit dem Alter die Balance

Forscher des Leibniz-Instituts für Alternsforschung (FLI) präsentierten gestern eine Studie in „PLoS Biology“. Sie zeigt: Die Immunüberwachung hält das Mikrobiom junger Organismen im Gleichgewicht. Mit zunehmendem Alter lässt diese Kontrolle nach.

Die Folge: eine Dysbiose und chronische Entzündungen – sogenanntes Inflammaging. Die Wissenschaftler betonen: Zukünftige Mikrobiom-Therapien müssen auch das Immunsystem stärken.

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Ergänzend dazu veröffentlichte das FLI am Montag Ergebnisse in „Nature Communications“ zur mitochondrialen Alterung. Ein Rückgang des Membranlipids Phosphatidylcholin führt demnach zu Funktionsstörungen der Mitochondrien. In Modellorganismen verbesserte die Zufuhr von Cholin über die Nahrung diese Funktion. Besonders bei Frauen um die Menopause zeigte sich ein signifikanter Rückgang der Phosphatidylcholin-Spiegel.

Im Bereich der Präzisionsmedizin erschien im Mai in „Cell“ die bisher weltweit größte Studie zur genetischen Regulation von Blutproteinen. Unter der Leitung von Claudia Langenberg identifizierten 118 Forscher über 4.000 Genomregionen, die die Konzentration von mehr als 1.000 Proteinen beeinflussen. Die Daten von rund 78.600 Teilnehmern sollen neue Wege für die Wirkstoffentwicklung eröffnen.

Neue Strategien gegen den Jojo-Effekt

Auf der Digestive Disease Week 2026 stellten Forscher ein endoskopisches Verfahren vor: das duodenale Mukosa-Resurfacing. Mittels hydrothermaler Ablation der Duodenalschleimhaut könnte die Gewichtszunahme nach dem Absetzen von GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Tirzepatid reduziert werden.

Parallel dazu wurde am Montag über Studien berichtet, die den Einsatz spezifischer Darmkeime als Nahrungsergänzungsmittel untersuchen. Ziel: den Jojo-Effekt nach Diäten verhindern. Fachleute mahnen hier zur Vorsicht.

Die Autorin Mara Kane thematisierte am Montag in ihrem Ratgeber die Rolle des Darms als Steuerzentrale für das Gewicht. Sie beschrieb, wie das Mikrobiom über die Darm-Hirn-Achse die Kalorienextraktion und Heißhungerattacken beeinflusst. Als präventive Maßnahmen nannte sie mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche sowie resistente Stärke und fermentierte Produkte.

Handel reagiert mit neuen Produkten

Die Drogeriekette BIPA führt seit gestern das vegane Produkt „My Iconic Body Stoffwechsel Entgiftung Darmbiom“ in ihrem Online-Sortiment. Das Präparat zielt auf Stoffwechselanregung und Stärkung des Immunsystems ab.

Die Schweizer Biomed AG lancierte gestern die Marke „Biomed Evida“. Die Produktlinie umfasst fünf Präparate, die unter anderem die Blutzuckerstabilität durch Chrom und die Ballaststoffversorgung mittels Beta-Glucan unterstützen sollen.

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Auch im asiatischen Raum zeigt sich Dynamik: Dongkoo Bio & Pharma brachte am Montag mit „Terabiotics Pro 1.06“ ein Probiotikum der fünften Generation auf den Markt. Es enthält hitzeinaktivierte Postbiotika. Das Produkt stieß zuvor in einer Crowdfunding-Kampagne auf großes Interesse.

Calbee Inc. gab gestern ein Update für seinen Dienst „Body Granola“ bekannt. Der Service bietet nun eine Visualisierung von Bakterienstämmen und personalisierte Ernährungsberatung. Das Unternehmen verzeichnet nach eigenen Angaben über 50.000 Mitglieder.

Experten warnen vor Überdosierung

Trotz des Marktwachstums warnen Experten vor unkontrollierter Supplementierung. Anlässlich Berichten über den hohen Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln bei Prominenten wie Kim Kardashian warnte der ETH-Toxikologe Dr. Georg Aichinger am Montag vor potenziellen Wechselwirkungen und Überdosierungen.

Eine Supplementierung solle grundsätzlich nur nach ärztlicher Blutuntersuchung erfolgen – auch pflanzliche Präparate bergen Risiken.

Die Rolle von grünem Tee als natürliches Hilfsmittel zum Abnehmen wurde ebenfalls eingeordnet. Catechine können den Kalorienverbrauch um etwa 60 bis 80 Kilokalorien pro Tag steigern. Die Wirkung ist im Vergleich zu verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Ozempic deutlich geringer. Fachleute empfehlen für einen moderaten Effekt zwei bis vier Tassen täglich ohne Milchzusatz.

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