Darmgesundheit: Pflanzliche Vielfalt senkt Sterberisiko bei KHK
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 10:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) rĂŒckt die Zusammensetzung der Darmflora in den Fokus â ĂŒber die sogenannte Darm-Herz-Achse.
Darmfreundliche ErnÀhrung senkt Sterberisiko
Eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift Medicine untersuchte den Einfluss einer darmfreundlichen ErnĂ€hrung auf die Sterblichkeit von KHK-Patienten. Basis waren Daten des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) von 2005 bis 2018. Die Forscher werteten Angaben von 1.537 Probanden aus, die reprĂ€sentativ fĂŒr rund 8,1 Millionen US-Erwachsene mit KHK stehen.
Das Ergebnis: Ein höherer Score fĂŒr darmfreundliche ErnĂ€hrung (DI-GM-Score) korreliert signifikant mit einer niedrigeren GesamtmortalitĂ€t. Patienten mit einem Score von mindestens 5 wiesen ein deutlich geringeres Sterberisiko auf. Die Autoren betonen einen nichtlinearen Zusammenhang â eine bestehende Diabetes-Erkrankung könne die Assoziation modifizieren. Ein direkter kausaler Beleg steht jedoch noch aus.
Pflanzliche Vielfalt als Schutzfaktor
Ăber die KHK-Forschung hinaus bestĂ€tigen weitere Daten die Bedeutung der ErnĂ€hrungsvielfalt. Auswertungen des American Gut Project mit mehr als 10.000 Teilnehmern zeigen: Wer mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche isst, stĂ€rkt die DiversitĂ€t seiner Darmflora. Fachleute des Bundeszentrums fĂŒr ErnĂ€hrung (BZfE) betonen, dass die allgemeine Vielfalt wichtiger sei als striktes PunktezĂ€hlen.
Regionale ErnĂ€hrungsmuster wie die âEast China Dietâ (EastDiet) zeigen ebenfalls prĂ€ventive Effekte. In einer Kohorte von fast 9.000 Teilnehmern war diese Kostform â reich an GemĂŒse, Fisch, Vollkorn und Soja â mit einem 22 Prozent niedrigeren Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Ereignisse verbunden. Bei MĂ€nnern lag die Risikoreduktion sogar bei 36 Prozent. Parallel dazu wurde eine Verringerung des Bauchfetts um 17 Prozent beobachtet.
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Butter vs. Pflanzenöl: Harvard-Studie liefert klare Zahlen
Langzeitbeobachtungen der Harvard University differenzieren die Auswirkungen spezifischer Lebensmittel. Eine Auswertung von 221.000 Erwachsenen ĂŒber 30 Jahre ergab: Ein tĂ€glicher Butterkonsum von etwa 2,5 bis 3 Teelöffeln erhöht das Sterberisiko um 15 Prozent. Im Gegensatz dazu senkte die Verwendung von Pflanzenölen das Risiko um 16 Prozent. Der Austausch von 10 Gramm Butter durch Pflanzenöl reduziere das Risiko laut der in JAMA Internal Medicine publizierten Daten um 17 Prozent.
Und auch beim Kaffee kommt es auf die Zubereitung an. Eine Studie mit mehr als 500.000 Teilnehmern ĂŒber 20 Jahre zeigte: Gefilterter Kaffee senkt das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen unter 60 um 20 Prozent, bei MĂ€nnern um 12 Prozent â vorausgesetzt, sie trinken tĂ€glich zwischen einer und vier Tassen. Die schĂŒtzende Wirkung wird auf Papierfilter zurĂŒckgefĂŒhrt, die gesundheitsschĂ€dliche Diterpene fast vollstĂ€ndig zurĂŒckhalten.
Mikrobiom als FrĂŒhwarnsystem
Die Forschung zur Darm-Herz-Achse identifiziert zunehmend molekulare Mechanismen. Eine Ăbersichtsarbeit in Probiotics and Antimicrobial Proteins beschreibt mikrobielle Metaboliten wie TMAO als proatherogen, wĂ€hrend kurzkettige FettsĂ€uren (SCFA) als protektiv gelten.
Prospektive Studien aus Schweden mit 4.685 Teilnehmern zeigen zudem: Bestimmte Darmbakterien wie Akkermansia muciniphila weisen bereits Jahre vor einer Typ-2-Diabetes-Diagnose verĂ€nderte Konzentrationen auf. Bei zu geringer Ballaststoffzufuhr beginne dieses Bakterium, die schĂŒtzende Mucinschicht im Darm abzubauen â was EntzĂŒndungen und Insulinresistenz fördern könne.
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Personalisierte Strategien gewinnen an Bedeutung. Bei Patienten mit chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen (CED) konnte eine auf genetische und immunologische Marker abgestimmte ErnĂ€hrung die Rate der Krankenhausaufenthalte um 31 Prozent senken. KI-gestĂŒtzte Analysen des Mikrobioms gelten in der Fachwelt als kĂŒnftige SchlĂŒsseltechnologie zur PrĂ€vention schwerer KrankheitsverlĂ€ufe.
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