Darmkrebs, FĂ€lle

Darmkrebs: 50 Prozent aller FÀlle durch ErnÀhrung vermeidbar

02.07.2026 - 13:28:32 | boerse-global.de

Studien belegen Schutzwirkung von WalnĂŒssen und Joghurt. Das Projekt PerMiCCion sucht nach personalisierten PrĂ€ventionsansĂ€tzen fĂŒr unter 50-JĂ€hrige.

Darmkrebs-PrÀvention: Mikrobiom-Forschung und neue ErnÀhrungsstrategien
Darmkrebs - Nahaufnahme einer Auswahl gesunder Lebensmittel wie Beeren, NĂŒsse, grĂŒnes BlattgemĂŒse und Vollkornprodukte auf einem Holztisch. 02.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf das Darmmikrobiom und spezifische Pflanzenstoffe.

Alarmierende Zahlen bei jungen Erwachsenen

Besonders Darmkrebs trifft immer hĂ€ufiger jĂŒngere Menschen. Daten aus deutschen Krebsregistern von 2003 bis 2023 zeigen eine jĂ€hrliche Zunahme der Erkrankungen bei 20- bis 29-JĂ€hrigen um 3,3 Prozent bei MĂ€nnern und 3,9 Prozent bei Frauen. Auch bei den 30- bis 39-JĂ€hrigen steigen die Zahlen um rund zwei Prozent jĂ€hrlich.

Das Projekt „PerMiCCion“ der UniversitĂ€t Jena und des Leibniz-HKI will gegensteuern. Unter Leitung von Professor Gianni Panagiotou suchen die Forscher nach onkogenen Mustern im Mikrobiom. Das BMBF fördert die zweite Projektphase mit ĂŒber vier Millionen Euro. Ziel: personalisierte PrĂ€ventionsstrategien fĂŒr Menschen unter 50 Jahren.

WalnĂŒsse und Joghurt zeigen Schutzwirkung

Eine Studie der University of Connecticut aus April 2025 untersuchte WalnĂŒsse genauer. Probanden zwischen 40 und 65 Jahren mit erhöhtem Darmkrebsrisiko aßen die NĂŒsse – und zeigten sinkende EntzĂŒndungsmarker sowie weniger bestimmte Proteine in Darmpolypen. Verantwortlich ist offenbar die Bildung von Urolithin A.

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RegelmĂ€ĂŸiger Joghurtkonsum senkt das Darmkrebsrisiko um 19 Prozent. Mediziner wie Dr. He Jianlin fĂŒhren das auf Probiotika zurĂŒck: Sie fördern die Balance der Darmflora und reduzieren chronische EntzĂŒndungen. Allerdings ersetzen solche Einzelmaßnahmen weder eine gesunde Lebensweise noch die Vorsorge.

Zwölf GemĂŒsesorten gelten als besonders wirksam:
- Knoblauch (Allicin) und Zwiebeln (Quercetin, Anthocyane)
- KohlgewĂ€chse wie Blumenkohl (Sulforaphan), GrĂŒnkohl und Weißkohl (Glucosinolate)
- Spinat (Beta-Carotin), Spargel (Selen) und Sellerie (Apigenin)

30 Pflanzen pro Woche fĂŒr die Darmflora

Das „American Gut Project“ propagiert das Konzept der „Plant Points“. Die Idee: 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche essen – Obst, GemĂŒse, Vollkornprodukte, HĂŒlsenfrĂŒchte, NĂŒsse und Samen. Studien belegen: Je vielfĂ€ltiger die Pflanzenfasern, desto diverser und widerstandsfĂ€higer die Darmflora.

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Auch nach einer Krebserkrankung hilft die richtige ErnĂ€hrung. Eine Studie im „International Journal of Cancer“ an 209 Darmkrebs-Überlebenden zeigt: Ballaststoffreiche Kost verbessert die körperliche FunktionsfĂ€higkeit. Magnesium, Zink und gesunde Kohlenhydrate beeinflussen ĂŒber den Kynurenin-Stoffwechsel die LebensqualitĂ€t.

HPV-Impfung zeigt Erfolge – Österreich senkt Steuern

Medizinische Vorsorge bleibt unverzichtbar. Eine englische Langzeitstudie im „Lancet“ belegt den Erfolg der HPV-Impfung: Bei 20- bis 24-jĂ€hrigen Frauen gab es von 2020 bis 2024 keine TodesfĂ€lle durch GebĂ€rmutterhalskrebs mehr. In Deutschland liegt die Impfquote bei MĂ€dchen bei 55 Prozent, bei Jungen bei 36 Prozent – weit entfernt vom WHO-Ziel von 90 Prozent bis 2030.

Österreich setzt wirtschaftliche Anreize fĂŒr gesĂŒndere ErnĂ€hrung. Seit dem 1. Juli 2026 sinkt die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie frisches GemĂŒse, Obst, Milch, Joghurt und Vollkornprodukte von 10 auf 4,9 Prozent. Erste Auswertungen zeigen: Der Handel gibt die Entlastung zu ĂŒber 90 Prozent an die Verbraucher weiter.

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