Darmkrebs: TCM-Wirkstoff Schisandrin C zeigt Effekt gegen Tumoren
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 14:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Naturstoffe aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stehen seit LÀngerem im Fokus der onkologischen Wirkstoffforschung. Besondere Aufmerksamkeit erfÀhrt dabei derzeit Schisandrin C, eine bioaktive Verbindung aus der Heilpflanze Schisandra chinensis, auch bekannt als Chinesisches Spaltkörbchen.
Wie eine am 10. September 2026 in der Fachzeitschrift Phytotherapy Research veröffentlichte Studie darlegt, zeigt der Pflanzenstoff in prĂ€klinischen Untersuchungen ausgeprĂ€gte Effekte gegen kolorektale Karzinome. Laut einem Bericht vom 16. September 2026 deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Substanz ĂŒber mehrere biologische Signalwege gleichzeitig auf das Tumorgeschehen einwirken kann.
ZellulÀre Mechanismen: Rezeptorbindung und Ferroptose
Auf molekularer Ebene identifizierten die Forscher einen spezifischen Wirkmechanismus: Schisandrin C bindet gezielt an den Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptor gamma (PPAR?).
Durch diese Interaktion löst der Pflanzenstoff in Darmkrebszellen eine sogenannte Ferroptose aus. Dabei handelt es sich um eine Form des programmierten Zelltods, die durch eisenabhÀngige Lipidperoxidation gesteuert wird und sich grundlegend von der klassischen Apoptose unterscheidet.
In der Krebsforschung gilt die gezielte Einleitung der Ferroptose als vielversprechender Ansatz, um auch solche Tumorzellen anzugreifen, die Resistenzen gegen herkömmliche Zelltodmechanismen entwickelt haben.
Gleichzeitig greift die Verbindung in das Mikromilieu des Tumors ein. Die Analysen belegen, dass Schisandrin C die Polarisierung von Makrophagen hin zum sogenannten M1-PhĂ€notyp fördert. WĂ€hrend tumorassoziierte M2-Makrophagen hĂ€ufig immunsuppressiv wirken und das Krebswachstum begĂŒnstigen, zeichnen sich M1-Makrophagen durch proinflammatorische und antitumorale Eigenschaften aus.
Naturstoffe aus der Traditionellen Chinesischen Medizin rĂŒcken in der onkologischen Wirkstoffforschung zunehmend in den Fokus â zuletzt eine Verbindung aus dem Chinesischen Spaltkörbchen, die in prĂ€klinischen Untersuchungen gleichzeitig den programmierten Zelltod auslöst und das Immun-Mikromilieu des Tumors verĂ€ndert. Was das fĂŒr Betroffene und Angehörige bedeutet und wo die Forschung noch am Anfang steht, ordnet unser kostenloser Leitfaden verstĂ€ndlich ein. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Durch diese Verschiebung wird das Immunsystem dabei unterstĂŒtzt, Krebszellen effektiver zu erkennen und zu bekĂ€mpfen. In Zellkulturversuchen fĂŒhrte die Behandlung mit dem Wirkstoff folglich zu einer deutlichen Hemmung wesentlicher Krebseigenschaften: Sowohl die Proliferation als auch die Migration und die Koloniebildung der Darmkrebszellen gingen messbar zurĂŒck.
Wirksamkeit im Tiermodell und onkologische Einordnung
Die in vitro beobachteten Effekte bestĂ€tigten sich auch in weiterfĂŒhrenden In-vivo-Experimenten. Bei MĂ€usen mit Kolonkarzinomen hemmte die Gabe von Schisandrin C das Tumorwachstum signifikant. DarĂŒber hinaus fĂŒhrte die Verabreichung zu einer Linderung der krankhaften VerĂ€nderungen im Darmgewebe und verbesserte das GesamtĂŒberleben der behandelten Versuchstiere.
Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial bioaktiver Substanzen aus traditionellen Heilpflanzen fĂŒr die moderne Arzneimittelentwicklung. Kolorektale Karzinome zĂ€hlen weltweit zu den hĂ€ufigsten bösartigen Tumorerkrankungen und stellen Mediziner insbesondere bei fortgeschrittenen Stadien vor erhebliche therapeutische Herausforderungen.
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Wirkstoffe, die wie Schisandrin C ĂŒber immunmodulierende Effekte verfĂŒgen und zugleich direkt den Zelltod der Entartungen einleiten, könnten kĂŒnftig als Grundlage fĂŒr neue adjuvante oder zielgerichtete BehandlungsansĂ€tze dienen.
Bis zu einer potenziellen klinischen Anwendung am Menschen sind jedoch weitere pharmakologische Untersuchungen zur genauen Dosierung, BioverfĂŒgbarkeit und VertrĂ€glichkeit erforderlich.
