Data-Center-Moratorium: New York stoppt KI-Infrastruktur für ein Jahr
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 21:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die einjährige Pause betrifft alle Neuanlagen mit einer Leistung von 50 Megawatt oder mehr. Grund sind wachsende Bedenken über die Belastung des Stromnetzes durch die energiehungrige KI-Infrastruktur.
Umweltprüfung und neue Regeln
Die Anordnung beauftragt die staatliche Energiebehörde mit einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung. Im Fokus stehen der enorme Stromverbrauch und der Wasserverbrauch der Rechenzentren. Die Behörden sollen zudem neue Standards entwickeln, die Verbraucher vor steigenden Strompreisen schützen.
Innerhalb von 60 Tagen muss die Wirtschaftsförderungsbehörde einen Rahmen für kommunale Investitionen vorlegen. Entwickler sollen künftig verpflichtet werden, einen Beitrag für die lokale Gemeinschaft zu leisten. Gleichzeitig kündigte Hochul die Schaffung einer neuen Digitalbehörde sowie einen Beschleunigungsfonds für die Netzinfrastruktur an.
Krankenhäuser, Forschungseinrichtungen und Bildungseinrichtungen sind vom Moratorium ausgenommen. Die Regelung tritt sofort in Kraft – noch bevor die Gouverneurin ein bereits verabschiedetes Gesetz mit einer niedrigeren Schwelle von 20 Megawatt unterzeichnet hat.
Steuerliche Kehrtwende
Hochul kündigte zudem an, die bestehenden Steuerbefreiungen für Mega-Rechenzentren abschaffen zu wollen. Bislang profitierten die Betreiber von erheblichen Steuervergünstigungen – ein Privileg, das nun auf dem Prüfstand steht.
New York ist nicht allein mit diesem Schritt. In Arizona unterzeichnete Gouverneurin Katie Hobbs im Juni ein Budget, das ab dem 1. Juli 2026 ein dreijähriges Moratorium für Steuererleichterungen für Rechenzentren vorsieht. Die erwarteten Einsparungen: rund 57 Millionen Euro. Die Ankündigung löste einen wahren Run aus: In den zwei Wochen vor der Frist reichten Entwickler 113 Anträge ein – fast so viele wie in den vorangegangenen 13 Jahren (123).
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Anders die Lage in Maine: Gouverneurin Janet Mills legte im April ihr Veto gegen ein geplantes Moratorium ein. Sie bemängelte fehlende Ausnahmen für regionale Projekte, signalisierte aber Unterstützung für eine Prüfung der Auswirkungen per Exekutivanordnung.
Streit um Jobs und Wettbewerbsfähigkeit
Die Technologiebranche reagierte verärgert. Branchenvertreter warnen vor Jobverlusten und einer Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Auch der republikanische Kandidat Bruce Blakeman sprach sich gegen den Baustopp aus.
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Befürworter der Pause halten dagegen: Die Maßnahme sei notwendig, um die Stabilität des Stromnetzes zu sichern – während der KI-Boom die Nachfrage nach Rechenleistung explosionsartig in die Höhe treibt. Mindestens ein Dutzend weitere Bundesstaaten erwägen ähnliche Beschränkungen.
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