Datenbörse-Prozess: Mann verdiente Millionen mit gestohlenen Log-Ins
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 01:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Anklage wirft ihm vor, vier Jahre lang einen illegalen Marktplatz fĂŒr gestohlene Online-Zugangsdaten betrieben zu haben.
Millionen-GeschÀft mit Log-In-Daten
Zwischen 2020 und 2024 soll der Angeklagte eine Plattform im Internet und im Darknet unterhalten haben. Dort wurden sensible Zugangsdaten fĂŒr Finanzdienstleister und Verkaufsportale gehandelt â darunter PayPal, Online-Banking-Konten und Kleinanzeigen-Plattformen.
Das GeschĂ€ftsmodell: FĂŒr jeden ĂŒber die Seite abgewickelten Verkauf kassierte der Betreiber eine Provision von zehn Prozent. Die Preise variierten stark: WĂ€hrend Log-In-Daten fĂŒr Online-Banking-Accounts fĂŒr bis zu 700 Euro angeboten wurden, waren ZugĂ€nge fĂŒr Kleinanzeigen-Portale bereits ab 80 Cent zu haben.
Die Ermittler fĂŒhrte die Spur ins Ruhrgebiet â insbesondere nach Gladbeck und Essen.
Festnahme nach Thailand-RĂŒckkehr
Am 24. Dezember 2024 schlugen die Beamten zu. Sie nahmen den VerdÀchtigen am Flughafen Frankfurt am Main fest, als dieser aus Thailand einreiste.
Neben dem gewerbsmĂ€Ăigen Handel mit gestohlenen Daten muss sich der 30-JĂ€hrige auch wegen Sozialbetrugs verantworten. Er soll ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum staatliche Leistungen bezogen haben, ohne seine illegalen EinkĂŒnfte anzugeben.
Der Prozess in Essen zeigt: Gestohlene Log-Ins werden fĂŒr bis zu 700 Euro gehandelt. Ihr Konto könnte das nĂ€chste sein. Mit der richtigen Checkliste und Zwei-Faktor-Authentifizierung schĂŒtzen Sie sich effektiv. Jetzt kostenlosen Schutz-Leitfaden anfordern
Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.
Wie die Daten auf den Schwarzmarkt gelangen
Der Fall beleuchtet die Strukturen hinter dem boomenden Handel mit Nutzerdaten. Kriminelle greifen die Informationen hĂ€ufig durch Schadsoftware auf EndgerĂ€ten oder betrĂŒgerische Anwendungen ab.
Sicherheitsforscher beobachten aktuell Kampagnen mit Schadprogrammen wie âPamStealerâ oder âEtherRATâ, die gezielt Passwörter und Browserdaten stehlen. Auch manipulierte Apps auf Smart-TVs oder Streaming-Boxen werden genutzt, um GerĂ€te fĂŒr Botnetze zu kapern.
Solche Angriffe bereiten hĂ€ufig den Diebstahl von Nutzerdaten vor â die dann auf Plattformen wie der im Prozess verhandelten landen.
Schutz bleibt Verbrauchersache
Schadsoftware wie PamStealer stiehlt tĂ€glich tausende Passwörter. Doch Sie mĂŒssen kein Opfer werden. Unser Leitfaden zeigt Ihnen 5 Tools, die Schadsoftware auf Ihrem GerĂ€t erkennen â und wie Sie Ihre Daten sichern. Schadsoftware-Tools jetzt entdecken
Juristisch ist der Schutz vor solchen Angriffen komplex. Das Sozialgericht NĂŒrnberg entschied erst im Juni 2026, dass Unternehmen nicht pauschal fĂŒr Hackerangriffe haften â sofern sie ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben und der Angriff ĂŒber zuvor unbekannte SicherheitslĂŒcken erfolgte.
FĂŒr Verbraucher bleibt die Absicherung ihrer Konten daher essenziell. Starke Passwörter und Zusatzfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung sind der beste Schutz gegen den Handel mit eigenen Daten.
