Datenleck: 24 Milliarden DatensÀtze in öffentlicher Datenbank
19.06.2026 - 11:07:57 | boerse-global.de
Ein öffentlich zugĂ€nglicher Elasticsearch-Cluster enthielt rund 24 Milliarden DatensĂ€tze â insgesamt 8,3 Terabyte an sensiblen Nutzerdaten.
Die Informationen stammen aus mindestens 36 verschiedenen Quellen. Besonders brisant: Ein Teil der Passwörter lag im Klartext vor. Die Datenbank umfasste E-Mail-Adressen, Benutzernamen und Login-URLs.
Infostealer-Malware als Hauptquelle
Anzeige: Ob Ihre Zugangsdaten zu den 24 Milliarden geleakten DatensĂ€tzen gehören, erfahren Sie mit diesem kostenlosen Sicherheits-Check â inklusive 3-Schritte-Plan und Tool-Empfehlungen. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Check anfordern
Rund 1,7 Milliarden EintrĂ€ge wurden ĂŒber Telegram-KanĂ€le verbreitet oder stammen aus sogenannten Infostealer-Logs. Diese Protokolle zeichnen auf, wenn Schadsoftware direkt auf EndgerĂ€ten Zugangsdaten abgreift. Der betroffene Server ist inzwischen offline, doch das Risiko fĂŒr Betroffene bleibt hoch.
Parallel dazu meldete der Dienst Have I Been Pwned (HIBP) am 15. Juni eine massive Erweiterung seiner Datenbank. 124 Millionen neue Passwörter und ĂŒber 56 Millionen E-Mail-Adressen kamen hinzu. Auch hier stammen die Daten nicht aus klassischen Hackerangriffen auf Unternehmen, sondern von infizierten Computern weltweit.
Die Professionalisierung der Angreifer zeigt sich auch in koordinierten Ermittlungserfolgen. Bei der Operation Endgame zerschlugen internationale Behörden ein Backend-Netzwerk der russischen Gruppierung Evil Corp. 106 Server und Domains wurden abgeschaltet, die der Verteilung der SocGholish-Malware dienten. Ăber 1,4 Millionen Zugangsdaten wurden sichergestellt.
Angriffe auf Infrastruktur und Unternehmen
Unter dem Namen FortiBleed wurde am 17. Juni eine Kampagne bekannt, bei der Angreifer Administrator-Passwörter von rund 75.000 Fortinet-Firewalls knacken wollten. Zwischen 30.000 und 74.000 GerĂ€te in fast 200 LĂ€ndern waren betroffen â darunter Systeme von Samsung, Siemens und Mercedes-Benz.
Auch der Finanzsektor ist betroffen. Die V-Bank bestĂ€tigte am 16. Juni einen Hackerangriff, bei dem Kundendaten ĂŒber einen externen IT-Dienstleister entwendet wurden. Die Finanzaufsicht Bafin stellte klar: Cyberattacken gehören inzwischen zum geschĂ€ftlichen Alltag.
Check Point Research beobachtete zudem einen Anstieg bösartiger AktivitĂ€ten in der Reisebranche. Im Mai 2026 wurden wöchentlich ĂŒber 2.200 Angriffe pro Unternehmen registriert. GefĂ€lschte Domains von Buchungsplattformen wie Booking.com oder Airbnb nehmen massiv zu.
Anzeige: Passwörter im Klartext offengelegt? Infostealer-Malware auf Ihrem GerÀt? Dieser Report zeigt Ihnen, wie Sie Schadsoftware erkennen und Ihre Konten in 3 Schritten sichern. Sicherheits-Check jetzt anfordern
Was Nutzer jetzt tun sollten
Google warnte Anfang Juni vor einer aktiv ausgenutzten Zero-Day-Schwachstelle in der V8-Engine des Chrome-Browsers (CVE-2026-11645). Ein Patch wurde bereits bereitgestellt.
Sicherheitsexperten raten angesichts der Milliarden im Umlauf befindlichen Zugangsdaten dringend zur Nutzung von Passwort-Managern und zur Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Da viele der entdeckten Daten aus Infostealer-Malware stammen, sind aktuelle Antiviren-Software und regelmĂ€Ăige Checks ĂŒber etablierte Dataleak-Dienste unerlĂ€sslich.
