Datenleck, MSG

Datenleck bei MSG: 26 Millionen DatensÀtze nach Vishing-Angriff

24.06.2026 - 22:32:40 | boerse-global.de

Cyberkriminelle erbeuten 45 Gigabyte interne Daten von MSG. Eine Sammelklage wurde bereits eingereicht.

MSG-Datenleck: Hacker erbeuten 45 GB mit sensiblen Kundendaten
Datenleck - A glowing, abstract representation of a broken digital lock, symbolizing a cybersecurity breach and stolen data. 24.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die TÀtergruppe ShinyHunters bekannte sich zu dem Angriff, der am 5. Juni 2026 stattfand. Nachdem die Erpressung scheiterte, veröffentlichten die Angreifer die gestohlenen Informationen im Netz.

Die gestohlenen Daten wurden am 24. Juni 2026 in die Datenbank Have I Been Pwned aufgenommen. Betroffen sind nicht nur Kontaktdaten, sondern auch hochsensible persönliche Informationen, ArbeitsverhÀltnisse und Kundendaten.

Vishing-Attacke ĂŒberlistete Sicherheitssysteme

Die Angreifer verschafften sich Zugang zu den Systemen des Unternehmens durch eine sogenannte Vishing-Kampagne – also eine betrĂŒgerische Telefonattacke. Einem niedrigrangigen Mitarbeiter gelang es, den Anrufer fĂŒr einen legitimen IT-Mitarbeiter zu halten. Der Angestellte setzte daraufhin eine Microsoft-Entra-PasswortzurĂŒcksetzung in Gang und bestĂ€tigte eine Multi-Faktor-Authentifizierungsanfrage.

Diese SicherheitslĂŒcke nutzten die Hacker aus, um 45 Gigabyte Daten aus den internen SharePoint- und OneDrive-Umgebungen von MSG zu stehlen. Zu den kompromittierten Dateien gehören Lohnsteuerkarten der Mitarbeiter, Kundenservice-Aufzeichnungen und interne Kommunikation. Sicherheitsexperten schĂ€tzen, dass insgesamt rund 26 Millionen DatensĂ€tze betroffen sind – darunter auch biometrische Protokolle sowie Namen, Telefonnummern und Adressen von Kunden.

Anzeige

Der aktuelle Vorfall zeigt eindringlich, wie Hacker gezielt menschliche Schwachstellen ausnutzen, um an sensible Unternehmensdaten zu gelangen. Dieser kostenlose Report enthĂŒllt die psychologischen Methoden der Cyberkriminellen und zeigt, wie Sie solche Angriffe rechtzeitig entlarven. 7 psychologische Schwachstellen Ihrer Mitarbeiter jetzt entdecken

Geheimdossier gegen Gesichtserkennungs-Kritiker

Besonders brisant: Unter den gestohlenen Dateien fand sich ein Dossier mit dem Titel „Facial Recognition Activists.docx“ vom 23. Dezember 2022. Die Datei enthĂ€lt Profile von drei bekannten Datenschutzaktivisten – Evan Greer, Albert Fox Cahn und Adam Schwartz – die sich öffentlich gegen den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie durch das Unternehmen ausgesprochen hatten.

Die geleakten Dateien zeigen, dass das Dossier persönliche Informationen, Social-Media-Profile und Screenshots von Tweets dieser Aktivisten enthielt. Berichten zufolge hatte MSG zudem Fotos von ĂŒber 90 Anwaltskanzlei-Webseiten gescrapt, um seine Gesichtserkennungsdatenbank zu fĂŒllen. Die Dokumente deuten darauf hin, dass die Überwachung auch die AktivitĂ€ten von Gegnern der Sicherheitspraktiken des Veranstaltungsortes umfasste.

Anzeige

Um IT-SicherheitslĂŒcken dauerhaft zu schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen zu erfĂŒllen, mĂŒssen Unternehmen ihre PrĂ€ventionsstrategien proaktiv anpassen. Erfahren Sie im gratis E-Book, wie Sie Ihre Firma ohne teure Investitionen vor modernen Cyberangriffen und rechtlichen Risiken schĂŒtzen. Jetzt kostenloses Cyber-Security E-Book herunterladen

Klagewelle nach Meisterfeier

Die EnthĂŒllung des Datenlecks kommt nur kurz nach dem NBA-Finalsieg der New York Knicks und der anschließenden Meisterparade im Juni 2026. WĂ€hrend der sportliche Triumph den Vorfall zunĂ€chst ĂŒberschattete, richtet sich der Fokus nun auf die rechtlichen und sicherheitstechnischen Konsequenzen fĂŒr den Konzern.

Bereits wurde eine Sammelklage gegen das Unternehmen eingereicht. Sicherheitsforscher betonen, dass der Vorfall die erheblichen Risiken durch missbrĂ€uchliche Nutzung von Zugangsdaten und schwache Zugriffskontrollen aufzeigt. Experten empfehlen Unternehmen, strengere Schulungen fĂŒr Mitarbeiter und „Least-Privilege“-Zugriffsmodelle einzufĂŒhren, um Ă€hnliche Vishing-Angriffe zu verhindern, die die Multi-Faktor-Authentifizierung umgehen.

MSG hat das von ShinyHunters geforderte Lösegeld nicht gezahlt. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Supply-Chain-Angriffen im gleichen Monat, darunter auch VorfÀlle bei LastPass und Salesforce CRM, die jedoch einer anderen TÀtergruppe zugeschrieben werden.

de | wissenschaft | 69620374 |