Datenzentren-Moratorium: 1,9 Mrd. Liter Wasser pro Jahr in England
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 23:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts einer anhaltenden Dürre in weiten Teilen des Landes hat die Grüne Partei Englands und Wales eine sofortige Pause beim Bau neuer Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) gefordert. Parteichef Zack Polanski begründete diesen Vorstoß mit den ökologischen Auswirkungen dieser Großanlagen auf die nationale Wasser- und Energieversorgung.
Forderung nach einem befristeten Genehmigungsstopp
Der Parteivorsitzende Zack Polanski drängt auf ein temporäres Moratorium für die Genehmigung neuer großer Datenzentren in England. Als Hauptgrund nannte Polanski den enormen Ressourcenbedarf der Technologie. In drei Vierteln des Landes herrsche derzeit Dürre, während eine einzige Anlage bis zu 1,5 Millionen Liter Wasser pro Tag verbrauchen könne. Dieser Bedarf entspreche in etwa dem Wasserverbrauch einer Stadt mit 10.000 Einwohnern.
In ganz England beläuft sich der Wasserverbrauch von Datenzentren den Angaben zufolge auf rund 1,9 Milliarden Liter pro Jahr. Neben dem Baustopp fordert die Grüne Partei zudem, den Status dieser Anlagen als kritische Infrastruktur aufzuheben. Damit solle sichergestellt werden, dass die Versorgung von privaten Haushalten mit Wasser und Energie im Zweifelsfall Vorrang vor den Bedürfnissen der Technologiebranche hat.
Labour-Regierung warnt vor wirtschaftlichen Folgen
Die britische Labour-Regierung hat die Forderungen der Grünen nach einem Moratorium bereits zurückgewiesen. Ein Stopp der Bauvorhaben wäre nach Einschätzung der Regierung ein Desaster für den Arbeitsmarkt sowie für die nationale Sicherheit.
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Regierungsvertreter betonten, dass eine solche Pause negative Auswirkungen auf die gesamte britische Wirtschaft hätte. Das Ziel, den Ausbau der digitalen Infrastruktur voranzutreiben, stehe im Einklang mit der wirtschaftlichen Stabilität des Landes.
Lokale Widerstände und nationale Statistik
Die Debatte wird zusätzlich durch Beschwerden von Anwohnern befeuert. In Newport etwa gibt es Klagen über das dortige Vantage-Datenzentrum. Anwohner berichteten von Lärmbelästigungen, visuellen Beeinträchtigungen des Stadtbildes und negativen Auswirkungen auf die Immobilienpreise in der Umgebung.
Ein einziges Datenzentrum kann täglich 1,5 Millionen Liter Wasser verbrauchen – so viel wie eine Stadt mit 10.000 Einwohnern. Angesichts der Dürre in weiten Teilen Englands fordern Umweltschützer einen Baustopp. Sichern Sie sich jetzt die Checkliste zur Wasserrisiko-Bewertung und den Leitfaden für Genehmigungsverfahren. Wasserrisiko-Checkliste jetzt sichern
Nach aktuellen Erhebungen gibt es in Großbritannien insgesamt 568 Datenzentren. Schätzungen der Organisation Water UK zufolge beläuft sich der tägliche Wasserverbrauch dieser Branche landesweit auf etwa 6,6 Millionen Liter.
Während die Branche auf die Notwendigkeit der Infrastruktur für den technologischen Fortschritt verweist, fordern Umweltschützer eine strengere Abwägung zwischen industriellem Wachstum und dem Schutz natürlicher Ressourcen in Zeiten des Klimawandels.
