Deepfake-Betrug, Markus-Lanz-Video

Deepfake-Betrug: Markus-Lanz-Video kostet Frau über 1 Million Euro

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 16:16 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Deepfake-Video mit Markus Lanz verursacht Millionenschaden. Experten warnen vor Fintech-Anbietern ohne Banklizenz und neuer Quishing-Masche.

KI-Betrug und Phishing: Neue Gefahren für Anleger
Deepfake-Betrug - Person in Kapuzenjacke tippt auf Laptop, umgeben von Bildschirmen mit Finanzdaten und Deepfake-Videos, symbolisiert Online-Betrug. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Immer raffiniertere Betrugsmethoden mit Künstlicher Intelligenz und gezielten Phishing-Attacken verursachen massive Schäden bei deutschen Verbrauchern.

Millionenschaden durch Markus-Lanz-Deepfake

Ein besonders dreister Fall erschüttert Sachsen: Eine Frau aus Lichtenberg verlor über eine Million Euro durch eine aufwendige Betrugsmasche mit KI-generierten Videos. Die Täter nutzten ein Deepfake-Video des ZDF-Talkmasters Markus Lanz, um die 64-Jährige auf die Plattform „Investhub 3.0" zu locken. Die Manipulation begann im April – die Frau tätigte in der Folge zahlreiche Überweisungen zwischen 250 und über 460.000 Euro auf ständig wechselnde Konten.

Die Chemnitzer Polizei nahm die Anzeige am 4. Juli auf. Der Fall zeigt exemplarisch, wie Kriminelle synthetische Medien nutzen, um Vertrauen aufzubauen und Anleger in die Falle zu locken.

Lockangebote mit Fantasiezinsen

Doch nicht nur direkter Betrug gefährdet Anleger. Finanzexperten warnen vor aggressiven Marketingkampagnen bestimmter Fintech-Unternehmen. Im Fokus steht aktuell die französische Firma Rebind, die mit Tagesgeldzinsen von sechs Prozent auf Euro-Einlagen und acht Prozent auf US-Dollar wirbt – die Zinsen werden angeblich jede Sekunde gutgeschrieben.

Das Problem: Rebind besitzt keine deutsche Banklizenz und bietet keine Einlagensicherung. Stattdessen fließen die Gelder in Stablecoins und DeFi-Plattformen wie Aave, Morpho und Fluid. Die Risiken sind enorm: Smart-Contract-Schwachstellen, Hackerangriffe und mögliche Wertverluste der Kryptowährungen könnten Anleger um ihr gesamtes Kapital bringen.

Phishing-Welle rollt durch Deutschland

Parallel zu den Investmentfallen mehren sich erfolgreiche Phishing-Attacken. In Soltau verlor ein Mann einen fünfstelligen Betrag, nachdem er eine täuschend echte E-Mail seiner Bank öffnete. Ein Anruf von einer manipulierten Banknummer folgte – der Täter lotste das Opfer durch die Banking-App, angeblich um eine Transaktion zu stornieren. In Wirklichkeit löste er Überweisungen aus.

Anzeige

Angesichts der aktuellen Phishing-Welle und manipulierter Anrufe wird der Schutz sensibler Zugangsdaten immer wichtiger. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie die neue Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. durch biometrische Anmeldung vor Hackern schützt. Sichere Alternative zu Passwörtern jetzt gratis entdecken

Nur einen Tag später, am 5. Juli, fiel ein 56-Jähriger in Donauwörth auf eine Phishing-SMS herein, die angeblich von American Express stamtme. Er rief die angegebene Nummer an und gab Kontodaten sowie TANs preis – Schaden: rund 6.000 Euro.

Neue Gefahr: QR-Codes als Einfallstor

Seit dem 6. Juli warnen Experten vor einer neuen Variante: „Quishing" – Betrug mit manipulierten QR-Codes. Die Täter kleben präparierte Codes auf Parkscheinautomaten, Ladesäulen für E-Autos und Restaurantmenüs. Besonders betroffen sind Urlaubsregionen in Frankreich, Italien und Spanien. Wer den Code scannt, landet auf einer gefälschten Seite und gibt dort unbemerkt sensible Daten preis.

Anzeige

Ob Quishing oder Phishing-SMS – Kriminelle nutzen jede Schwachstelle auf Ihrem Mobilgerät aus, um an Ihr Geld zu gelangen. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schutzmaßnahmen, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone sofort effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen für Ihr Smartphone kostenlos herunterladen

So schützen Sie sich vor Betrug

Die Sicherheitsexperten haben einen Katalog mit Schutzmaßnahmen veröffentlicht:

  • Prüfen Sie jede URL genau, bevor Sie Finanzdaten eingeben
  • Seien Sie skeptisch bei Zinsen, die weit über dem Marktdurchschnitt liegen
  • Überprüfen Sie Banklizenz und Einlagensicherung jedes Anbieters
  • Bestätigen Sie niemals Transaktionen in Banking-Apps auf Anweisung unaufgeforderter Anrufer
  • Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Finanzkonten

Rechtsexperten weisen darauf hin, dass Banken bei Phishing-Schäden oft eine Erstattung verweigern. Bei besonders professionell ausgeführten Betrugsfällen bestehen jedoch Erfolgschancen. Wer Opfer wird, sollte sofort Konten einfrieren lassen und alle Beweise für die Polizei sichern.

de | wissenschaft | 69714942 |