Deliveroo und Coco: Gehwegroboter sollen bald in fünf britischen Städten liefern
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 05:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Lieferdienst Deliveroo bereitet für die kommenden Wochen seine ersten Lieferungen mithilfe von Gehwegrobotern in der britischen Hauptstadt London vor. Neben dem Londoner Finanzviertel Canary Wharf sollen die autonomen Transporteinheiten auch in Milton Keynes, Leeds, Stockton-on-Tees sowie Nottingham zum Einsatz kommen.
Partnerschaft mit US-Spezialist Coco
Für den Betrieb der Lieferroboter hat Deliveroo eine exklusive Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Technologieunternehmen Coco geschlossen. Die eingesetzten Modelle bewegen sich eigenständig auf Fußwegen fort und greifen dafür auf ein System aus Sensoren, Kameras sowie eine Navigation auf Basis künstlicher Intelligenz zurück.
Deliveroo-Chef Miki Kuusi erklärte mit Blick auf den anstehenden Einsatz, dass die Technologie das bestehende Personal unterstützen solle. Die Roboter seien darauf ausgelegt, menschliche Kuriere im operativen Betrieb zu ergänzen und nicht zu ersetzen.
Verhandlungen über Ausweitung und weitere Pilotprojekte
Deliveroo plant bereits über die ersten Einsatzorte hinaus. Das Unternehmen wirbt bei Kommunen und dem britischen Verkehrsministerium für eine breitere Einführung der Technik und verhandelt mit weiteren Städten sowie staatlichen Stellen über eine künftige Ausweitung des Betriebsgebiets.
Während Lieferdienste ihre ersten Gehwegroboter in fünf britischen Städten vorbereiten und bei Kommunen für eine Ausweitung werben, entscheidet sich, wer den Betrieb der letzten Meile künftig kontrolliert. Wer jetzt Sicherheits- und Genehmigungsfragen klärt, ist vor der Konkurrenz startklar. Jetzt kostenlosen Robotik-Report anfordern
Parallel zum Ausbau der Lieferroboter auf Gehwegen erprobt Deliveroo auch andere autonome Logistiklösungen. Dazu zählt unter anderem ein Testbetrieb für Drohnenlieferungen, den das Unternehmen in der irischen Hauptstadt Dublin durchführt.
Wettbewerb auf der letzten Meile und Kritik von Verbänden
Automatisierte Lieferkonzepte gewinnen auf dem britischen Markt an Bedeutung. So arbeitet der Konkurrent Just Eat bereits in Teilen Großbritanniens mit autonomen Liefergeräten des Herstellers Starship.
Fußgängerverbände warnen bereits vor Gefahren für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, Kommunen fordern nationale Regeln. Wer Gehwegroboter einführt, braucht eine belastbare Barrierefreiheits- und Sicherheitsprüfung — bevor der erste Zwischenfall die Debatte bestimmt. Checkliste Barrierefreiheit jetzt sichern
Der verstärkte Einsatz von Transportrobotern im öffentlichen Raum stößt jedoch auch auf Kritik. Die britische Fußgängerorganisation Living Streets warnte im Juli vor möglichen Gefahren, die durch Gehwegroboter für Passanten entstehen können. Aus Sicht der Organisation könnten die automatisierten Transporter insbesondere die Sicherheit sowie die Barrierefreiheit für ältere Personen und Menschen mit Behinderungen beeinträchtigen.
