Deliveroo, Coco

Deliveroo und Coco Robotics: Lieferroboter starten im Oktober in London

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Rollout beginnt in Canary Wharf und soll schrittweise auf vier weitere Städte ausgeweitet werden; 60 Prozent wollen Roboter von Gehwegen verbannen.

Deliveroo startet autonome Lieferroboter in Großbritannien mit Coco Robotics
Ein moderner, menschenleerer Fußgängerweg im Londoner Finanzviertel Canary Wharf mit zeitgenössischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Der Lieferdienst Deliveroo bringt gemeinsam mit Coco Robotics autonome Lieferroboter auf britische Gehwege. Im Rahmen einer exklusiven Partnerschaft beginnt der Einsatz im Oktober 2026 im Londoner Finanzdistrikt Canary Wharf, bevor der Dienst in den kommenden Wochen und Monaten auf Milton Keynes, Leeds, Stockton-on-Tees und Nottingham ausgeweitet wird. Dabei kommen vollelektrische, vierrädrige Roboter zum Einsatz, die eine Spitzengeschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde erreichen und ein Fassungsvermögen von bis zu vier 18-Zoll-Pizzen bieten.

Technik und bisherige Einsätze von Coco Robotics

Die von Coco Robotics entwickelten Fahrzeuge bewegen sich im regulären Betrieb in Schrittgeschwindigkeit und nutzen Sensoren, Kameras sowie künstliche Intelligenz zur Navigation im Straßenraum. Das im Jahr 2020 gegründete Unternehmen, zu dessen Hauptinvestoren OpenAI-Chef Sam Altman zählt, hat in den USA und Europa bereits mehr als 500.000 emissionsfreie Lieferungen für über 4.500 Restaurants und Händler absolviert.

Bislang kooperiert Coco Robotics unter anderem mit DoorDash und Wolt in Städten wie Los Angeles, San Jose, Chicago, Miami und Washington D.C. In Europa war das Unternehmen zuvor ausschließlich in Helsinki aktiv.

Um die Sicherheit für Fußgänger zu erhöhen, unterhält Coco Robotics zudem eine Partnerschaft mit BlindSquare: Die Roboter erfassen während ihrer Fahrten Echtzeit-Hindernisdaten an Bordsteinkanten und speisen diese direkt in die BlindSquare-App ein, wie der Gründer der Navigationsanwendung, Ilkka Pirttimaa, hervorhob.

Ergänzung zum bestehenden Kuriernetzwerk

Für Deliveroo, das 2013 von Will Shu gegründet wurde, stellen die Roboter die ersten autonomen Lieferfahrzeuge im Vereinigten Königreich dar. Deliveroo-Chef Miki Kuusi erklärte am 5. Oktober 2026, dass es sich um den landesweit ersten Einsatz autonomer Lieferungen dieser Art handle.

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Der Start autonomer Lieferungen in London zeigt, wohin die letzte Meile steuert: vollelektrische Roboter im Schrittempo, zunächst auf Kurzstrecken, während das Kuriernetzwerk die Mehrheit der Bestellungen trägt. Wer seine Zustellkosten planbar senken will, sollte die Einführung jetzt strukturiert vorbereiten statt sie auszusitzen. Kostenlosen Leitfaden zur Roboterflotte anfordern

Die Technik solle die bestehende Flotte jedoch nicht ersetzen, sondern auf kurzen Distanzen entlasten. Laut Kuusi zählt Deliveroo in Großbritannien mehr als 100.000 aktive Fahrer, die auch weiterhin den Großteil der Bestellungen ausliefern werden. Ein Unternehmenssprecher bekräftigte, dass für die Kurierfahrer durch das Robotersystem kein Stellenabbau entstehe.

Stattdessen investiert Deliveroo in lokale Infrastruktur wie Ladestationen und Depots, was mit neuen Arbeitsplätzen in den Bereichen Betrieb, Logistik und Wartung einhergehen soll.

Zu den ersten teilnehmenden Gastronomiebetrieben in Canary Wharf gehören Patty&Bun, Signorelli und Beam in Wood Wharf; spätere Phasen sollen Royal China, Din Tai Fung sowie Ole & Steen einbinden. In Milton Keynes schließen sich zunächst Anbieter wie Smoke & Pepper und 5 Akhis an.

Behördliche Kooperation und Bedenken von Fußgängern

Die Einführung erfolgt in Abstimmung mit lokalen Behörden und dem britischen Verkehrsministerium. Lokale Stellen begrüßten den Vorstoß als ein positives Signal für neue Dienstleistungen und Beschäftigungsmöglichkeiten; so erfährt der Standort Stockton offizielle Unterstützung durch die Stockton Borough Council und die Tees Valley Combined Authority.

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Steigende Lohnkosten und knapper werdende Fahrerkapazitäten setzen jede Zustellkalkulation unter Druck — doch der Weg auf den Gehweg führt über Kommunen und Verkehrsbehörden. Wer den Rollout ohne öffentlichen Widerstand plant, klärt Standortfragen, Sicherheit und Abstimmung, bevor die ersten Fahrzeuge rollen. Checkliste Behörden-Kooperation jetzt sichern

Gleichzeitig stößt der Einsatz auf Gehsteigen in der Öffentlichkeit auf Skepsis. Eine von der Fußgängerorganisation Living Streets beauftragte YouGov-Umfrage ergab, dass 60 Prozent der Befragten Lieferroboter vollständig von Gehwegen verbannen möchten.

Zudem sahen 80 Prozent der Umfrageteilnehmer potenzielle Gefahren und Hindernisse für blinde Menschen, während 79 Prozent Probleme für Personen mit eingeschränkter Mobilität befürchteten. Deliveroo will die Anzahl der Fahrzeuge vor diesem Hintergrund nur schrittweise erhöhen.

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