Demenz, FĂ€lle

Demenz: 45 Prozent aller FÀlle durch PrÀvention vermeidbar

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 22:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bis zu 45 Prozent der DemenzfÀlle sind durch gezielte PrÀvention vermeidbar. Neue Studien betonen die Rolle von Seh- und Hörverlust.
Nahaufnahme eines menschlichen Auges mit ĂŒberlagerten, abstrakten neuronalen Verbindungen, die die Verbindung zwischen Sehvermögen und Gehirnfunktion symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Aktuell leben rund 57 Millionen Menschen weltweit mit der Diagnose, jĂ€hrlich kommen 10 Millionen Neuerkrankungen hinzu. Doch die gute Nachricht: Bis zu 45 Prozent aller FĂ€lle ließen sich durch gezielte PrĂ€vention vermeiden.

14 Risikofaktoren im Visier der Forschung

Die Lancet-Kommission identifizierte 2024 insgesamt 14 modifizierbare Risikofaktoren. Neben Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht rĂŒcken nun auch sensorische BeeintrĂ€chtigungen in den Fokus. Besonders unkorrigierter Seh- und Hörverlust spielt eine grĂ¶ĂŸere Rolle als bisher angenommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont in ihren aktualisierten Leitlinien zur DemenzprĂ€vention von Mitte Juli 2026 die Bedeutung frĂŒhzeitiger Intervention. HörgerĂ€te gelten bereits als wirksame PrĂ€ventionsmaßnahme. Doch auch die Augengesundheit rĂŒckt zunehmend in den Mittelpunkt.

Das Auge als Fenster zum Gehirn

Eine Studie der Rutgers University vom Juli 2026 liefert neue Erkenntnisse: Mittels MRT-Scans fanden Forscher einen Zusammenhang zwischen mikrovaskulĂ€ren Anomalien im Auge und frĂŒhen Anzeichen kognitiven Abbaus.

Teilnehmer mit kognitiven EinschrĂ€nkungen zeigten hĂ€ufiger UnregelmĂ€ĂŸigkeiten in den kleinen BlutgefĂ€ĂŸen des Auges sowie erhöhte Homocysteinwerte. Die Überwachung der Augengesundheit könnte kĂŒnftig als FrĂŒhmarker fĂŒr Demenzrisiken dienen. Experten raten daher, SehbeeintrĂ€chtigungen frĂŒhzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln.

Regionale Unterschiede entscheidend

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Eine groß angelegte Studie der University of Southern California (USC) im Fachjournal Lancet Healthy Longevity zeigt: Die Risikofaktoren variieren stark je nach Region. Die Forscher analysierten Daten von ĂŒber 214.000 Personen.

In den USA dominieren ein hoher Body-Mass-Index, Bluthochdruck und Bewegungsmangel. In anderen LĂ€ndern spielen Hörverlust oder soziale Isolation eine grĂ¶ĂŸere Rolle. Die Autoren plĂ€dieren daher fĂŒr lokal angepasste PrĂ€ventionsstrategien.

Neue WHO-Empfehlungen fĂŒr den Alltag

Die aktualisierten WHO-Leitlinien erweitern das Spektrum empfohlener Maßnahmen deutlich:

  • Kognitive und soziale Stimulation: Lesen, Spiele und regelmĂ€ĂŸige soziale AktivitĂ€ten fördern die Gehirngesundheit.
  • Umweltfaktoren: Erstmals wird die Reduktion von Luftverschmutzung explizit als prĂ€ventiver Faktor genannt.
  • Medizinische Vorsorge: Neben der Behandlung von Depressionen und Schlafstörungen gilt das Management von Seh- und Hörverlust als kritisch.
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Zur ErnĂ€hrung stellt die WHO klar: NahrungsergĂ€nzungsmittel wie Vitamin B, Vitamin E, Omega-3-FettsĂ€uren oder Multivitamine haben keinen nachgewiesenen Nutzen – es sei denn, es liegt ein klinisch relevanter Mangel vor.

Der WHO-Generaldirektor betonte bei der Veröffentlichung: Der heutige Wissensstand ĂŒber die Beeinflussbarkeit des Demenzrisikos sei so fundiert wie nie zuvor. Eine Kombination mehrerer LebensstilĂ€nderungen biete die besten Chancen, den Ausbruch einer Demenz hinauszuzögern oder zu verhindern.

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