Demenz, Fälle

Demenz: 45 Prozent aller Fälle sind vermeidbar – WHO zeigt wie

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 05:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue WHO-Leitlinien zeigen, dass bis zu 45 Prozent der Demenzerkrankungen durch Bewegung und Ernährung vermeidbar sind.

WHO-Studie: Demenzrisiko durch Lebensstil massiv senkbar
Ein digitales Tablet in einer medizinischen Forschungsumgebung zeigt komplexe Daten zur Gesundheitsprävention. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen sind vermeidbar. Das zeigen neue WHO-Leitlinien vom Juli 2026. Die gute Nachricht: Viele Risikofaktoren lassen sich durch einfache Lebensstiländerungen beeinflussen.

Schon 3.000 Schritte täglich bremsen die Ausbreitung von Alzheimer-typischen Proteinen im Gehirn. Noch stärkere Effekte zeigen sich bei 5.000 bis 7.500 Schritten pro Tag. Ergänzend empfehlen Forscher wöchentliches Krafttraining von 40 bis 60 Minuten – das verhindert den muskulären Abbau im Alter.

Ernährung als Schutzschild

Die richtige Kost kann das Demenzrisiko um fast ein Drittel senken. Eine Studie in JAMA Network Open mit 1.800 Teilnehmern belegt: Mediterrane oder MIND-Diät reduzieren das Risiko um 29 Prozent. Besonders wichtig ist zudem ausreichend Protein – 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht beugen Muskelschwäche vor.

Auch technologische Helfer rücken näher. Das KI-Modell NITROGEN erkennt Alzheimer mit über 92 Prozent Genauigkeit – und das bis zu sieben Jahre vor den ersten Symptomen. Parallel startete Roche die Phase-III-Studie PrevenTRON mit 1.600 Teilnehmern. Überraschend: Diabetes-Medikamente wie SGLT2-Hemmer und GLP-1-Agonisten könnten das Alzheimer-Risiko um 43 beziehungsweise 33 Prozent senken.

Früherkennung rettet Leben – nicht immer

Die bayerische Fr1da-Studie zeigt: Typ-1-Diabetes lässt sich bei Kindern flächendeckend früh erkennen. Seit Februar 2015 wurden über 220.000 Kinder getestet – bei 0,3 Prozent fand man ein Frühstadium. Überraschend: Die meisten betroffenen Kinder hatten keine familiäre Vorbelastung. Ein zweiter Test nach drei Jahren wird empfohlen.

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Anders sieht es beim Hautkrebs-Screening aus. Eine Studie in JAMA Dermatology stellt dem deutschen Programm ein schlechtes Zeugnis aus: Trotz jährlicher Kosten im zweistelligen Millionenbereich sank die Melanom-Sterblichkeit nicht signifikant – im Vergleich zu Ländern ohne Screening.

Bauchfett gefährlicher als gedacht

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) liefert alarmierende Zahlen: Rund 11,5 Prozent aller Krebsfälle gehen auf Übergewicht zurück – deutlich mehr als bisher angenommen. Entscheidend ist der Taillenumfang, nicht der BMI. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigt eine Metaanalyse: Rotes Fleisch erhöht das Risiko um 16 Prozent, vegetarische Ernährung senkt es um 21 Prozent.

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Umweltgifte als unsichtbare Bedrohung

Ultrafeinstaub tötet – und zwar massiv. Eine internationale Studie unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Chemie beziffert die Zahl der vorzeitigen Todesfälle auf knapp zwei Millionen pro Jahr. Die Hälfte davon geht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. Die Forscher fordern Grenzwerte von 5.000 Partikeln pro Kubikzentimeter – das würde die Übersterblichkeit um 45 Prozent senken.

Die wachsende Morbiditätslücke

Menschen leben länger, aber nicht gesünder. Ein Bericht in The Lancet Public Health zeigt: Die globale Lebenserwartung stieg von 64,6 auf 73,8 Jahre (1990 bis 2023). Die gesunde Lebenserwartung hielt nicht Schritt. Weltweit leben Menschen durchschnittlich 10,7 Jahre mit Krankheiten. Deutschland liegt mit 11,9 Jahren über dem Durchschnitt – Frauen sind mit 12,1 Jahren stärker betroffen als Männer mit 9,3 Jahren.

Antibiotika: Falsch verteilt, zu oft genutzt

72 Prozent der untersuchten Länder verwenden mehr Antibiotika als nötig. Gleichzeitig fehlen in ärmeren Ländern Reserve-Antibiotika. Besonders problematisch: Der Übergebrauch von Wirkstoffen der WHO-Kategorie „Watch“ fördert Resistenzen.

Positive Nachrichten gibt es aus der COPD-Versorgung: Eine Helios-Studie zeigt, dass die leitliniengerechte Behandlung nach Klinikaufenthalt von 61 auf 80 Prozent stieg – vor allem dank spezialisierter pneumologischer Abteilungen.

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