Demenz: 45 Prozent aller Fälle sind vermeidbar
15.06.2026 - 08:40:51 | boerse-global.de
Optimismus und gezielte Lebensstiländerungen können das Risiko für kognitiven Verfall deutlich senken.
Optimismus schützt das Gehirn
Eine optimistische Grundeinstellung könnte das Demenzrisiko senken. Das legt eine US-amerikanische Längsschnittdatenanalyse nahe, die Mitte Juni 2026 veröffentlicht wurde. Die Auswertung zeigt einen statistisch messbaren Zusammenhang zwischen psychologischer Resilienz und neuronaler Gesundheit – und zwar unabhängig von rein körperlichen Faktoren.
Anzeige: Optimismus allein reicht nicht – aber er ist ein Baustein. Die Lancet-Kommission zeigt: Bis zu 45 % aller Demenzfälle sind durch Lebensstiländerungen vermeidbar. Holen Sie sich die konkrete Checkliste mit den 14 Risikofaktoren und einen Schritt-für-Schritt-Plan. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
45 Prozent der Fälle vermeidbar
Die Lancet-Kommission identifiziert 14 beeinflussbare Risikofaktoren für Demenz. Laut ihren Berichten sind bis zu 45 Prozent aller weltweiten Fälle potenziell vermeidbar. Zu den wichtigsten Stellschrauben gehören Bildung, Rauchverzicht und die Behandlung von Diabetes.
Die finnische Finger-Studie belegt die Wirksamkeit systematischer Maßnahmen. Über elf Jahre Follow-up zeigte sich: Eine Kombination aus verschiedenen Gesundheitsinterventionen senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 20 Prozent und Alltagsbeeinträchtigungen um 30 Prozent. Besonders deutlich fiel der Effekt bei chronischen Krankheiten aus – hier sank das Risiko um 60 Prozent. Die deutsche AgeWell.de-Studie aus Leipzig bestätigte diese Ergebnisse mit 1.152 Teilnehmern.
Medikamente: Zulassung ja, Nutzen fraglich
Die Wirkstoffe Lecanemab und Donanemab haben eine EU-Zulassung. Studien bescheinigen ihnen eine Verzögerung des kognitiven Abbaus um etwa 30 Prozent. Doch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sehen keinen belegbaren Zusatznutzen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt die Wirkstoffe dagegen.
Weniger erfolgreich verliefen Untersuchungen zu Semaglutid. Die Phase-III-Studien EVOKE und EVOKE+ mit je 1.800 Patienten zeigten keine Überlegenheit des Wirkstoffs bei früher Alzheimer-Erkrankung. Die Ergebnisse wurden im April 2026 auf einer Fachtagung in Chicago vorgestellt.
Anzeige: Glucosamin kann das Demenzrisiko erhöhen – das zeigt eine aktuelle Studie. Bevor Sie zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, sollten Sie wissen, was wirklich schützt. Der Ratgeber fasst die neuesten Erkenntnisse aus Lancet, Finger-Studie und AgeWell.de zusammen. Ratgeber jetzt kostenlos sichern
Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln
Eine Studie von UF Health im Fachjournal Nature Metabolism warnt vor Glucosamin. Die Analyse von Gesundheitsakten (2012 bis 2024) sowie Labor- und Mausmodellen deutet auf Risiken hin: Bei bestehender leichter kognitiver Beeinträchtigung könnte Glucosamin die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten zur Alzheimer-Demenz um 25 Prozent erhöhen. Bei bereits diagnostizierter Demenz stieg das Sterberisiko ebenfalls um 25 Prozent. Die Forscher fordern doppelblinde klinische Studien.
Die Suche nach neuen Therapien läuft. Im Juni 2026 findet bei Pfizer in Cambridge eine Fachkonferenz zu multifunktionalen Molekülen und neuartigen Biologika statt. Im Fokus stehen Daten zu Pelacarsen (Novartis) und frühe klinische Daten zu VRDN-008 (Viridian Therapeutics).
