Demenz, FĂ€lle

Demenz: 45 Prozent der FÀlle durch Bewegung und ErnÀhrung vermeidbar

31.05.2026 - 15:17:25 | boerse-global.de

Ein Aktionsrat Bildung verlangt ein Social-Media-Verbot fĂŒr Grundschulen. Die psychischen Risiken fĂŒr Kinder ĂŒberwiegen die Vorteile bei Weitem.

Demenz: 45 Prozent der FĂ€lle durch Bewegung und ErnĂ€hrung vermeidbar - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Demenz: 45 Prozent der FĂ€lle durch Bewegung und ErnĂ€hrung vermeidbar - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Eine im Mai 2026 veröffentlichte Analyse des Aktionsrats Bildung fordert ein Social-Media-Verbot an Grundschulen. Die Bildungswissenschaftlerin Nele McElvany von der UniversitĂ€t Dortmund warnt: Die Risiken wie Aufmerksamkeitsstörungen, Suchtgefahren und Cybermobbing ĂŒberlagern die positiven Aspekte deutlich. Das Gremium schlĂ€gt die EinfĂŒhrung des Bildungsziels der medialen IntegritĂ€t vor.

Schulen kÀmpfen mit den Folgen

Die Forderungen korrespondieren mit Beobachtungen aus der Schulpraxis. Der pensionierte Gymnasiallehrer Karl-August Lehmann verweist auf Daten der JIM-Studie 2025: Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren verbringen tÀglich durchschnittlich 231 Minuten vor Bildschirmen. Er warnt vor gravierenden Verlusten an Lesekompetenz und KonzentrationsfÀhigkeit. LÀnder wie Schweden reagieren bereits und reduzieren die Digitalisierung an Schulen ab 2028 wieder zugunsten analoger Methoden.

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Auch die Bundespolitik reagiert. Bundesfamilienministerin Karin Prien spricht sich fĂŒr eine stĂ€rkere Verpflichtung der Eltern aus. Kinder unter drei Jahren sollten idealerweise keinen Kontakt zu digitalen EndgerĂ€ten haben. Geplant sind verpflichtende Sprach- und Entwicklungstests fĂŒr VierjĂ€hrige, um wachsende Defizite frĂŒhzeitig zu erkennen.

Bis zu 45 Prozent der DemenzfÀlle vermeidbar

Trotz der Belastungen bieten Forschungserkenntnisse AnsÀtze zur Gegensteuerung. Die Alzheimer Forschung Initiative gab im Mai 2026 bekannt: Weltweit wÀren bis zu 45 Prozent der DemenzfÀlle durch verÀnderbare Risikofaktoren vermeidbar. Im Zentrum stehen Bewegung, ErnÀhrung, soziale Kontakte und die konsequente Behandlung von Bluthochdruck.

Konkrete Studien liefern detaillierte Einblicke in förderliche Alltagsroutinen. Forscher der Columbia University ermittelten eine ideale Schlafdauer zwischen 6,5 und 7,8 Stunden. Deutlich kĂŒrzerer oder lĂ€ngerer Schlaf erhöht das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Probleme. Eine Untersuchung der Texas A&M University deutet darauf hin, dass bestimmte Verbindungen im Kaffee EntzĂŒndungen hemmen und zellulĂ€re Reinigungsprozesse unterstĂŒtzen. OrthopĂ€den wie Prof. Dominik Pförringer mahnen: Alltagsbewegung ist wichtiger als reine Optimierung durch Fitness-Apps. Eine Analyse der UniversitĂ€t Modena belegt, dass bereits 8.500 Schritte tĂ€glich signifikante gesundheitliche Vorteile bieten.

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Gehirnjogging und Videospiele fĂŒr Senioren

Interessanterweise können digitale Werkzeuge bei gezieltem Einsatz auch positive Effekte erzielen. Metaanalysen und neurowissenschaftliche Studien zeigen: Gehirnjogging und spezielle Videospiele fĂŒr Senioren wie der ExerCube oder die MemoreBox verbessern kognitive Funktionen und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Eine Yale-Studie mit ĂŒber 11.000 Teilnehmern ĂŒber 65 Jahren belegt: Fast die HĂ€lfte der Probanden blieb durch regelmĂ€ĂŸige geistige Herausforderungen stabil oder steigerte ihre Leistung.

Eine Studie der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck und des Max-Planck-Instituts liefert neue Erkenntnisse zur Funktionsweise des GedĂ€chtnisses. Die Forscher fanden heraus: Das Gehirn steuert die Verweildauer des Blicks. Inhalte, die spĂ€ter erinnert wurden, fixierten Versuchspersonen zuvor lĂ€nger. Das Gehirn entscheidet aktiv, welche Informationen lohnenswert fĂŒr eine Abspeicherung sind.

Wellness als Stressfaktor

Der wachsende Druck zur Selbstoptimierung spiegelt sich in der Wellness-Ökonomie wider. Sie erreichte 2024 ein Volumen von 6,8 Billionen US-Dollar. Eine GDI-Studie zeigt jedoch die Kehrseite: FĂŒr ĂŒber 50 Prozent der 16- bis 24-JĂ€hrigen wird Wellness zum Stressfaktor. 74 Prozent dieser Altersgruppe halten aktuelle Trends fĂŒr reine Geldmacherei.

Technologiekonzerne stehen verstĂ€rkt unter rechtlichem Druck. Ende Mai 2026 wurde bekannt: Unternehmen wie Meta, TikTok und Alphabet zahlen im Rahmen eines Vergleichs rund 27 Millionen Dollar an einen US-Schulbezirk. Hintergrund waren VorwĂŒrfe, die Plattformen wĂŒrden zu einer psychischen Gesundheitskrise unter SchĂŒlern beitragen. Weltweit sind tausende Ă€hnlicher Klagen anhĂ€ngig. Die gesellschaftliche Debatte ĂŒber die Verantwortung digitaler Anbieter verschĂ€rft sich weiter.

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