Demenz: 45 Prozent des Risikos lÀsst sich durch Lebensstil senken
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 13:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Rund 57 Millionen Menschen leben laut WHO aktuell mit einer Diagnose. Die gute Nachricht: Bis zu 45 Prozent des Erkrankungsrisikos lassen sich durch einen gesunden Lebensstil beeinflussen. Bewegung, ErnÀhrung, soziale Kontakte und geistige Stimulation stehen dabei im Fokus.
35 Jahre MemoryClinic: Expertise fĂŒr Diagnostik und Beratung
In Deutschland und der Schweiz haben sich zahlreiche Strukturen etabliert, die diese Erkenntnisse in die Praxis umsetzen. Ein zentraler Baustein: spezialisierte Einrichtungen wie die MemoryClinic in Essen. Sie feierte am 14. Juli 2026 ihr 35-jĂ€hriges Bestehen. GegrĂŒndet von Prof. Dr. Hans Georg Nehen, dient sie als Anlaufstelle fĂŒr Diagnostik und Angehörigenberatung. Prof. Dr. Richard Dodel informierte beim JubilĂ€um ĂŒber aktuelle Forschungsergebnisse.
ErgĂ€nzend bieten ambulante Dienste niederschwellige Förderprogramme an. In der Schweiz startete die Spitex Höfe gemeinsam mit den Pflegezentren Freienbach ein neues GedĂ€chtnistraining. Roland Mazenauer leitet das Angebot, das Betroffene unterstĂŒtzt und pflegende Angehörige entlasten soll.
Auch soziale Teilhabe wird groĂgeschrieben. In MĂŒhlacker (Baden-WĂŒrttemberg) gibt es seit rund zehn Jahren eine Handwerkergruppe fĂŒr MĂ€nner mit kognitiven EinschrĂ€nkungen. Ergotherapeutin Ina Hornung leitet die wöchentlichen Termine. Die Kosten lassen sich ĂŒber den Entlastungsbetrag der Pflegekasse abrechnen.
Bluttest erkennt Alzheimer frĂŒher
Parallel zu den Trainingsangeboten entwickelt sich die medizinische Diagnostik weiter. Seit Mai 2026 sind zwei Bluttests auf den Biomarker pTau217 CE-zertifiziert und in der Schweiz einsetzbar. Sie können Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung frĂŒhzeitig erkennen â noch bevor ausgeprĂ€gte Symptome auftreten.
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Die Kosten: rund 50 Franken pro Test. Das Bundesamt fĂŒr Gesundheit (BAG) prĂŒft derzeit, ob das Verfahren in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen wird. Fachleute betonen jedoch: Empfohlen wird der Test aktuell nur bei bereits vorhandenen Symptomen.
Neuro-Jonglage und Ballett fĂŒr Senioren
Neben klassischen GedĂ€chtnisĂŒbungen setzen Anbieter verstĂ€rkt auf Bewegung und Koordination. Ein Beispiel: das Konzept der âNeuro-Jonglageâ. Referent Stephan Ehlers bietet dazu im SpĂ€tsommer und Herbst 2026 eine Workshop-Reihe an. Stationen sind MĂŒnchen (13. August), Hamburg (20. August), Berlin (27. Oktober) und Hannover (26. November). Das Jonglieren mit drei BĂ€llen soll Konzentration und neuronale Vernetzung fördern.
Weitere prĂ€ventive AnsĂ€tze verknĂŒpfen kognitives Training mit physischer AktivitĂ€t:
Bis zu 45 % des Demenzrisikos sind beeinflussbar â doch viele wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Dieser Leitfaden gibt Ihnen eine klare Schritt-fĂŒr-Schritt-Strategie: von der Neuro-Jonglage bis zur richtigen ErnĂ€hrung. 5-SĂ€ulen-Plan jetzt sichern
- Natur- und Achtsamkeitstraining: Der Kneipp-Verein Gelderland organisiert am 1. August 2026 ein Training im Wald. Joachim Scholtheis leitet die Einheit, die StressbewÀltigung mit Bewegung kombiniert.
- TanzpĂ€dagogik fĂŒr Senioren: In Langenselbold starten ab August 2026 Ballettkurse unter dem Titel âSilver Swansâ fĂŒr Personen ab 55 Jahren. Kursleiterin Helga Stein-Haas verbindet tĂ€nzerische Elemente mit Gleichgewichtstraining.
- SturzprĂ€vention und Pilates: Die VHS Neukirchen-Vluyn integriert ab Anfang August 2026 Kurse fĂŒr Pilates und gezielte SturzprĂ€vention â die physische Basis fĂŒr geistige MobilitĂ€t.
- Naturheilkundliche Bildung: In Bingen-Gaulsheim findet am 15. August 2026 eine KrĂ€uterfĂŒhrung mit Workshop statt. Angelika Hölz und Jan Frerichs leiten das Angebot, das kognitive Stimulation durch neues Wissen bietet.
Diese regionalen Angebote spiegeln die Empfehlungen internationaler Gesundheitsorganisationen wider. Kognitive Stimulation und ein aktives Sozialleben gelten als wesentliche SĂ€ulen der DemenzprĂ€vention. WĂ€hrend die Forschung an medikamentösen Therapien und Bluttests weiterlĂ€uft, bleibt die lebensstilorientierte Förderung ein zentrales Element fĂŒr alternde Gesellschaften.
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