Demenz-Betreuung, VR-Brillen

Demenz-Betreuung: VR-Brillen helfen Angehörigen, Alltag zu verstehen

Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vereine und Kommunen erweitern die Demenz-Betreuung um innovative Angebote wie VR-Simulationen und Sportgruppen.

Demenz-Betreuung: VR-Brillen, Kegeln und Tanz-Cafés als neue Wege
Eine Gruppe Ă€lterer Menschen in einem modernen Gemeinschaftsraum, die an einer betreuten AktivitĂ€t teilnehmen, möglicherweise mit VR-Brillen oder leichten Übungen. Illustration mit AI erstellt.

Vereine und Kommunen setzen auf spezialisierte Angebote – von Hightech bis Handarbeit.

VR-Brille zeigt Demenz-Welt

In Hamburg-Neugraben testet die DRK-Tagespflege SĂŒderelbe einen ungewöhnlichen Ansatz. Ende Juni schnallten sich Angehörige und PflegekrĂ€fte Virtual-Reality-Brillen um. Das System simuliert Alltagssituationen – etwa eine virtuelle KĂŒche – aus der Perspektive von Demenzkranken.

„Solche Simulationen helfen, Irritationen im Alltag besser zu begreifen“, sagt die Leiterin der Einrichtung. Die Tagespflege betreut tĂ€glich 19 GĂ€ste. Die Technik könnte neue Wege in der Angehörigenarbeit eröffnen.

Kegeln statt Pillen

Sportliche Aktivierung bleibt ein zentraler Baustein. Der SV Motor Mickten in Dresden plant fĂŒr August 2026 eine spezielle Kegelgruppe fĂŒr Menschen mit Demenz. Im Fokus: MobilitĂ€t, Koordination und soziale Kontakte.

„Bewegung und Gemeinschaft mĂŒssen fest im Vereinsleben verankert sein“, betont die Projektkoordination. Auch Tanz- und Musikangebote boomen. In Wiesbaden startet am 10. Juli ein Tanz-CafĂ© im Albert-Schweitzer-Gemeindezentrum. Live-Musik trifft dort auf gemeinsame Erinnerungen.

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Ein Langzeitprojekt der AWO in MĂŒssen-Billinghausen beweist: Solche Formate haben Bestand – der Tanzkurs lĂ€uft seit 35 Jahren.

Hilfe fĂŒr Angehörige

Die UnterstĂŒtzung pflegender Angehöriger professionalisiert sich. In Verl (Westfalen) startet Mitte Juli der offene GesprĂ€chskreis „Vergissmeinnicht“. Kostenlos, ohne Anmeldung. In Ganderkesee planen Besuchsdienste fĂŒr den 10. August ein Treffen zur konkreten Entlastung im hĂ€uslichen Bereich.

Auch PrĂ€vention wird großgeschrieben. Am 22. September 2026 veranstaltet Obernburg einen Workshop zur ErnĂ€hrung im Alter. Eine Oecotrophologin erklĂ€rt ZusammenhĂ€nge zwischen Essgewohnheiten und geistiger Fitness. Die AOK Bayern fördert die Veranstaltung, organisiert von regionalen Seniorenberatungsstellen.

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Vergesslichkeit bei Angehörigen oder im eigenen Alltag sorgt oft fĂŒr Unsicherheit und Fragen nach der Ursache. Ein spezialisierter 2-Minuten-Selbsttest bietet Ihnen eine diskrete Möglichkeit, erste Warnsignale besser einzuschĂ€tzen. Gewissheit in 2 Minuten: Check auf frĂŒhe Demenz?Anzeichen

Lachen gegen das Vergessen

Kulturelle Projekte zielen auf die emotionale Ebene. Das Maria-Josef-Hospital in Greven zeigt bis 29. August 2026 die Ausstellung „Das Herz wird nicht dement“. Die Fotos dokumentieren Begegnungen zwischen Klinikclowns und Bewohnern eines Altenwohnheims in Emsdetten.

„Die Bilder zeigen die unmittelbare Reaktion der Betroffenen auf Zuwendung und WĂ€rme“, so der organisierende Verein. Die Ausstellung ergĂ€nzt die medizinische Versorgung um eine psychosoziale Komponente – und zielt auf die verbleibenden emotionalen Ressourcen der Patienten.

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