Demenz-Bluttest, Risiko

Demenz-Bluttest: Risiko fünf Jahre vor Symptomen erkannt

31.05.2026 - 07:48:51 | boerse-global.de

Neue Lancet-Studie zeigt: Protein-Test identifiziert Personen mit bis zu vierfachem Risiko für kognitiven Verfall.

Demenz-Bluttest: Risiko fünf Jahre vor Symptomen erkannt - Foto: über boerse-global.de
Demenz-Bluttest: Risiko fünf Jahre vor Symptomen erkannt - Foto: über boerse-global.de

Die Ergebnisse einer aktuellen Lancet-Studie geben Hoffnung auf bessere Prävention.

Bluttest erkennt Risiko fünf Jahre im Voraus

Forscher der University of California untersuchten 1.350 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren. Der Test auf Amyloid- und Tau-Proteine identifizierte Personen mit einem 2,5- bis 4-fach höheren Risiko für raschen kognitiven Verfall innerhalb von fünf Jahren. Die Studie erschien Ende Mai im Fachjournal The Lancet.

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„Wir können jetzt Menschen identifizieren, die von frühen Interventionen profitieren würden", erklärte Studienleiterin Kristine Yaffe von der UCSF.

Geschlechtsspezifische Risiken im Fokus

Rund zwei Drittel der Alzheimer-Diagnosen betreffen Frauen. Auf dem Women’s Health Lab forderte Aktivistin Maria Shriver Gehirn-Untersuchungen als Routine-Checks – analog zu Mammographien. Ihre Botschaft: Bis zu 50 Prozent der Alzheimer-Fälle sind vermeidbar.

Eine Lancet-Kommission identifizierte 14 beeinflussbare Risikofaktoren. Bewegung, gesunder Schlaf und Ernährung könnten das Demenzrisiko um etwa 45 Prozent senken.

KI-Wearable erkennt epileptische Anfälle frühzeitig

Wissenschaftler der Universität Paderborn entwickelten ein KI-gestütztes Wearable. Es analysiert Herz-, Schweiß- und Atemfrequenz und soll epileptische Anfälle vorhersagen. Daten von 450 Patienten des Boston Children’s Hospital zeigten signifikante Veränderungen bereits 30 Minuten vor einem Anfall. Das könnte eine rechtzeitige Medikation ermöglichen.

Ganzkörper-MRT: Warnung vor Zufallsbefunden

Anbieter wie Ahead Health oder Arvin vermarkten Ganzkörper-MRTs als Früherkennungsmethode – Kosten bis zu 2.390 Franken. Die Schweizerische Gesellschaft für Radiologie warnte Ende Mai vor dieser Entwicklung. In bis zu 30 Prozent der Fälle entstehen Zufallsbefunde, die unnötige Eingriffe nach sich ziehen. Erste Zusatzversicherungen wie die KPT beteiligen sich dennoch an den Kosten.

Immunzellen im Kampf gegen Alzheimer

Die Universität Heidelberg und das Deutsche Krebsforschungszentrum veröffentlichten im Mai eine Studie in Nature Communications. Killer-T-Zellen reagieren gezielt auf Amyloid-Ablagerungen im Gehirn. In frühen Stadien dominieren Mikrogliazellen, in späteren Phasen übernehmen T-Zellen – angelockt durch das Molekül CXCL10.

Bekannte Medikamente mit überraschender Wirkung

GLP-1-Medikamente gegen Diabetes oder Gewichtsreduktion könnten das Demenzrisiko senken. Eine dänische Studie beobachtete bei Typ-2-Diabetikern ein um 53 Prozent geringeres Demenzrisiko. Eine weitere Untersuchung mit 9.000 Teilnehmern zeigte eine Risikoreduktion von 14 Prozent. Auch Statine wurden mit einem um 14 Prozent gesenkten Demenzrisiko in Verbindung gebracht.

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Digitale Barrieren für chronisch Kranke

Der Kinofilm „Verflucht normal" thematisiert seit Ende Mai das Leben mit Tourette-Syndrom. Der hessische Landtagsabgeordnete Bijan Kaffenberger betonte: „Inklusion bedeutet echte gesellschaftliche Teilhabe."

Kritik kommt vom Dachverband BAG SELBSTHILFE. Der Verband mit einer Million Mitgliedern bemängelt die geplante EUDI-Wallet der Europäischen Union. Die Sicherheitsarchitektur sei fehlerhaft, das Einführungstempo bis Dezember 2026 überstürzt. Menschen mit Behinderungen drohten durch zentralisierte Identitätskontrolle und mangelnde Barrierefreiheit digital ausgeschlossen zu werden.

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