Demenz, Coburger

Demenz erleben: Coburger Escape Game „ReMind Journey“ schafft Perspektivwechsel

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 18:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Spiel macht kognitive Einschränkungen bei Demenz durch simulierte Alltagshürden erfahrbar und soll das Verständnis im Umfeld fördern.
Ein sonnendurchfluteter Esstisch mit leerem Gedeck in einem ruhigen Wohnraum, der eine Atmosphäre von Besinnlichkeit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Das Verständnis für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz stellt Angehörige und das soziale Umfeld Betroffener vor erhebliche Herausforderungen. Häufig fällt es Außenstehenden schwer, die schleichenden Veränderungen bei der Informationsverarbeitung und die damit verbundenen Kommunikationsbarrieren im Alltag nachzuvollziehen.

Einen neuen Ansatz zur Sensibilisierung verfolgt ein Startup der Hochschule Coburg mit der Entwicklung des Escape Games „ReMind Journey“. Das Projekt zielt darauf ab, die kognitiven Einschränkungen und Herausforderungen einer Demenz für Angehörige und Interessierte erfahrbar zu machen, wie aus einem Bericht des Fränkischen Tags vom 25. Oktober 2026 hervorgeht.

Alltägliche Handlungen als didaktisches Simulationsmodell

Das Konzept des Spiels setzt an einer scheinbar vertrauten Situation an: Die Teilnehmenden stehen vor der Aufgabe, gemeinsam ein Familienessen vorzubereiten. Was vordergründig nach einer alltäglichen Routine klingt, wird im Spielverlauf systematisch durch künstlich simulierte Barrieren erschwert. Das Spiel bildet die Mechanismen nach, die entstehen, wenn die Informationsweitergabe und Kommunikation im Gehirn zunehmend beeinträchtigt werden.

Je schwerer diese Signal- und Kommunikationsprozesse während des Spiels ablaufen, desto größer werden die Hürden bei der Ausführung einfacher Aufgaben.

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Die Teilnehmenden geraten dadurch gezielt an kognitive Grenzen, was im Spielverlauf zu spürbarem Frust führt. Diese emotionale Reaktion ist didaktischer Teil des Konzepts: Durch das eigene Erleben von Orientierungslosigkeit und unverstandenen Signalen soll bei den Spielenden Frustration in Empathie umschlagen, um die Verhaltensweisen von Demenzerkrankten besser einordnen zu können.

Bedeutung für das Betreuungsumfeld und regionale Reichweite

Für pflegende Angehörige sind Missverständnisse und der Verlust gewohnter Kommunikationsmuster häufig eine große psychische Belastung. Wenn Routinen scheitern oder Absprachen nicht mehr greifen, führt das oft zu gegenseitigem Unverständnis.

Das Format setzt genau an diesem Punkt an, indem es theoretisches Wissen über kognitive Einschränkungen in eine unmittelbare Erfahrung übersetzt. Statt die Erkrankung rein medizinisch zu betrachten, ermöglicht die Simulation einen praktischen Perspektivwechsel im geschützten Rahmen eines Spiels.

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Das Angebot wird laut dem Bericht für den Raum Coburg, Kronach und Bamberg beschrieben. Projekte dieser Art verdeutlichen, wie spielerische Methoden und Gründungsinitiativen aus dem Hochschulumfeld dazu genutzt werden können, Berührungsängste gegenüber Demenzerkrankungen abzubauen und das Verständnis im privaten wie gesellschaftlichen Umfeld zu stärken.

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