Demenz, Deutschland

Demenz in Deutschland: Mehr als 1,8 Millionen Menschen sind betroffen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 02:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Über 1,8 Millionen Menschen haben eine Demenzdiagnose; zugleich wächst der Druck auf häusliche Pflege, Heime und Sozialkassen.

Demenz in Deutschland: Mehr Betroffene erhöhen den Pflegebedarf
Ein heller, ruhig gestalteter Wohnraum mit einem bequemen Sessel bei Tageslicht, der eine häusliche Pflegesituation symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Demenz in Deutschland: Mehr als 1,8 Millionen Betroffene und steigender Versorgungsbedarf

In Deutschland leben nach Angaben des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen über 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzdiagnose. Schätzungen zufolge kommen jedes Jahr zwischen 364.000 und 445.000 Neudiagnosen hinzu. Angesichts der Alterung der Bevölkerung wächst damit der Druck auf das Gesundheitssystem und die Pflegestrukturen deutlich.

Eine Auswertung von Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung durch das Robert Koch-Institut für das Jahr 2022 verdeutlicht das Ausmaß der Erkrankung in verschiedenen Altersgruppen. Demnach lag die administrative Demenzprävalenz bei Personen ab 40 Jahren bei 2,8 Prozent, während sie in der Gruppe der über 65-Jährigen 6,9 Prozent erreichte.

Auffällig sind dabei regionale Unterschiede. Das Institut stellte für das Jahr 2022 eine höhere, altersadjustierte Demenzprävalenz in Ostdeutschland und Ostbayern fest. Auch Teile des Ruhrgebiets sowie des Saarlands wiesen erhöhte Raten auf.

Zwar sank die altersstandardisierte Demenzprävalenz im Zeitraum von 2017 bis 2022 leicht, aufgrund des demografischen Wandels und der damit verbundenen Zunahme älterer Jahrgänge jedoch weiter ansteigen.

Anzeige

Wer sich mit der Zunahme von Demenzerkrankungen befasst, sucht oft nach Wegen, die eigene geistige Leistungsfähigkeit aktiv zu fördern. Dieser kostenlose Ratgeber liefert praktische Alltagsübungen und Ernährungstipps, um die Konzentration zu stärken und dem geistigen Abbau gezielt vorzubeugen. 11 Alltagsübungen für geistige Fitness kostenlos sichern

Belastung der häuslichen und stationären Pflege

Die Versorgung Demenzerkrankter betrifft zu einem wesentlichen Teil das familiäre Umfeld. In Deutschland werden nach Branchenangaben mehr als 80 Prozent der Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld versorgt. Gleichzeitig leben bundesweit rund 800.000 Menschen mit Pflegebedarf in Heimen. Prognosen zufolge könnte diese Zahl bis zum Jahr 2040 auf knapp eine Million anwachsen.

Parallel dazu geraten die Sozialkassen unter Druck. Nach Regierungsangaben stiegen die Nettoausgaben für die Grundsicherung im Alter von 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2025. Der durchschnittliche monatliche Bruttobedarf außerhalb von Einrichtungen erhöhte sich in diesem Zeitraum von 835 Euro auf 1.027 Euro.

Vor diesem Hintergrund erwägt die Bundesregierung, erwachsene Kinder künftig wieder stärker an den Kosten für die Heimunterbringung pflegebedürftiger Eltern zu beteiligen.

Anzeige

Da die Belastung für Angehörige oft schleichend beginnt, ist eine frühzeitige Einschätzung erster Anzeichen besonders wichtig. Mit diesem anonymen 7-Fragen-Test erhalten Sie in nur zwei Minuten eine erste Orientierung, ob Vergesslichkeit im normalen Rahmen liegt. Hier geht es zum kostenlosen Demenz-Selbsttest

Prävention und Früherkennung

Experten betonen die Bedeutung früher Abklärung bei ersten Anzeichen kognitiver Veränderungen. Anhaltende und fortschreitende Einschränkungen bei Sprache, Orientierung, Planung oder Verhalten können neben Gedächtnisproblemen Hinweise auf eine Erkrankung sein, während vereinzelte Aussetzer noch keinen Beleg für eine Demenz darstellen.

Zur Risikosenkung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation unter anderem regelmäßige Bewegung, einen Verzicht auf das Rauchen, einen maßvollen Alkoholkonsum sowie eine ausgewogene Ernährung.

Darüber hinaus gilt die konsequente medizinische Behandlung von Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten als wesentlicher Baustein, um das Risiko kognitiver Einschränkungen im Alter zu verringern. Zu den veränderbaren Risikofaktoren zählen neben Bluthochdruck und Diabetes auch Übergewicht, Bewegungsmangel und Schlafmangel.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70228884 |