Demenz-Pflege, Universität

Demenz-Pflege: Universität Jena sucht 350 Teilnehmende für Studie

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Universität Jena untersucht mit 350 Teilnehmenden bis 2029, wie Hilfsangebote pflegende Angehörige von Demenzkranken nachhaltig entlasten können.

Uni Jena startet Demenz-Projekt zur Entlastung pflegender Angehöriger
Eine pflegende Angehörige hält einfühlsam die Hand eines älteren Menschen an einem Küchentisch in einer häuslichen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In Deutschland stellt die häusliche Pflege von Menschen mit Demenz eine der größten gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Herausforderungen dar. Nach aktuellen Daten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sind bundesweit rund 1,84 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen.

Vor diesem Hintergrund hat die Universität Jena ein Forschungsprojekt initiiert, das die Lebenssituation der pflegenden Angehörigen systematisch verbessern soll. Das Vorhaben mit dem Titel „AnDem-RoSe“ konzentriert sich darauf, spezifische Hilfsangebote zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Wissenschaftliche Untersuchung der Belastungssituation

Das zentrale Ziel des Projekts „AnDem-RoSe“ besteht darin, die oft erheblichen psychischen und physischen Belastungen zu reduzieren, denen Angehörige im Pflegealltag ausgesetzt sind. Die wissenschaftliche Arbeit der Universität Jena setzt an dem Punkt an, an dem bestehende Unterstützungsstrukturen häufig an ihre Grenzen stoßen.

Experten beobachten seit längerem, dass die Dauerbelastung durch die Betreuung dementiell veränderter Personen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen bei den Pflegenden selbst führen kann.

Im Rahmen der Studie sollen gezielte Hilfsangebote untersucht werden, die passgenau auf die Bedürfnisse der Familien zugeschnitten sind. Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Entlastungen, sondern um eine nachhaltige Stabilisierung der Pflegesituation im häuslichen Umfeld.

Die Forscher in Jena beabsichtigen, durch die Analyse konkreter Maßnahmen wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für die künftige Gestaltung von Unterstützungsleistungen zu erarbeiten.

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Zeitrahmen und Beteiligungsmöglichkeiten

Das Forschungsvorhaben ist langfristig angelegt, um belastbare Daten über die Wirksamkeit der untersuchten Maßnahmen zu gewinnen. Wie aus Projektbeschreibungen hervorgeht, ist die Laufzeit der Studie bis Ende 2029 terminiert. Dieser Zeitraum ermöglicht es den Wissenschaftlern, die Teilnehmenden über eine längere Phase ihrer Pflegetätigkeit zu begleiten und so auch verzögerte Effekte von Unterstützungsangeboten zu erfassen.

Für die Durchführung der Untersuchung sucht die Universität Jena insgesamt 350 Teilnehmende. Angesprochen sind Personen, die aktiv in die Pflege und Betreuung von Angehörigen mit Demenz eingebunden sind.

Die breite Datenbasis von 350 Probanden soll sicherstellen, dass die Ergebnisse eine hohe Aussagekraft besitzen und für verschiedene Pflegeszenarien repräsentativ sind. Über den Start des Projekts und die Suche nach Probanden berichtete unter anderem MDR Thüringen Radio am 15. August 2026.

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Gesellschaftliche Relevanz der häuslichen Pflege

Die Bedeutung des Jenaer Forschungsprojekts wird durch die statistischen Eckdaten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft unterstrichen. Mit über 1,8 Millionen Betroffenen in Deutschland ist Demenz ein Massenphänomen, das einen Großteil der pflegerischen Kapazitäten im Land bindet.

Da ein erheblicher Anteil dieser Patienten zu Hause von Familienmitgliedern betreut wird, gilt die Stärkung dieser informellen Pflegekräfte als essenziell für die Stabilität des gesamten Sozialsystems.

Wissenschaftler und Fachleute im Gesundheitssektor weisen darauf hin, dass der Erfolg der häuslichen Pflege maßgeblich davon abhängt, wie gut die pflegenden Angehörigen selbst geschützt werden. Projekte wie „AnDem-RoSe“ tragen dazu bei, die oft unsichtbare Arbeit der Angehörigen in den Fokus der Forschung zu rücken.

Die Ergebnisse, die bis zum Ende des Jahrzehnts erwartet werden, könnten als Grundlage für neue Versorgungsrichtlinien dienen und dazu beitragen, die psychische und physische Integrität der Pflegenden langfristig zu sichern. Das Projekt markiert damit einen wichtigen Baustein in der Erforschung integrierter Versorgungskonzepte für den Bereich der kognitiven Gesundheit.

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