Demenz-PrÀvention: 45% aller FÀlle durch Bewegung vermeidbar
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In zahlreichen Kommunen gewinnen Angebote zur Erhaltung der geistigen und körperlichen Fitness Ă€lterer Menschen an Bedeutung. Mehrere StĂ€dte und Landkreise setzen auf lokale Lauf- und Sportveranstaltungen sowie strukturierte Vortragsreihen, um die Bevölkerung gezielt fĂŒr das Zusammenspiel von körperlicher AktivitĂ€t und Gehirngesundheit zu sensibilisieren.
Sportliche AktivitÀt als Baustein der PrÀvention
Dass kontinuierliche Bewegung die Gesundheit sowie die SelbststĂ€ndigkeit im Alter unterstĂŒtzt, betonte unter anderem der Landessportbund Sachsen anlĂ€sslich der Landessportspiele 50plus in Leipzig. An der Veranstaltung nahmen 1.350 Personen teil.
Auf dem Programm standen 27 Sportarten beziehungsweise knapp 30 WettkÀmpfe, ergÀnzt durch mehr als 50 Workshops sowie den Einsatz von rund 250 Ehrenamtlichen. Eine Neuerung bildete das Indoor-Skydiving in einem Windkanal mit 50 Aktiven.
Ăhnliche Schwerpunkte setzen weitere lokale Programme. FĂŒr den 10. Oktober 2026 kĂŒndigte das Rote Kreuz in Uelzen den Aktivtag 65+ an, gefördert durch das GKV-BĂŒndnis Niedersachsen. Neben einem Alltags-Fitness-Test und praktischen Einheiten wie Sitz-Yoga und Boule ist ein Vortrag unter dem Titel âBewegung als Medizinâ vorgesehen.
GrenzĂŒberschreitend finden vergleichbare Aktionen statt: Am 22. September 2026 beteiligen sich vier Standorte des Vitality Club in der Gemeinde Oude IJsselstreek an einer Bewegungs-Challenge, bei der landesweit der bestehende Rekord von 1.259 zeitgleich aktiven Teilnehmern ab 55 Jahren ĂŒbertroffen werden soll.
Eventuelle Spenden kommen Alzheimer Nederland zugute. Zudem starten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft vom 21. bis 25. September 2026 die ersten Seniorenolympiaden in acht Wohn- und Pflegezentren.
AufklÀrung und kommunale Netzwerke
Wer sich mit dem Erhalt der eigenen AgilitĂ€t beschĂ€ftigt, findet in den gezielten Ăbungen eines renommierten Sportmediziners eine wertvolle UnterstĂŒtzung fĂŒr den Alltag. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie mit minimalem Zeitaufwand effektiv Muskeln aufbauen und Beschwerden vorbeugen können. 17 einfache WunderĂŒbungen jetzt kostenlos herunterladen
Neben sportlichen Angeboten bilden Beratungen und FachvortrĂ€ge eine zweite SĂ€ule. Am 20. September 2026 widmete sich der Kreisseniorentag in Landau an der Isar im Rahmen einer Podiumsdiskussion dem Leitgedanken, das Alter neu zu denken, flankiert von BeitrĂ€gen zur Demenz- und Pflegeberatung. In LĂŒdenscheid beginnt ab dem 23. September 2026 an der Volkshochschule die regelmĂ€Ăige Gruppeninitiative â60+ Gemeinsam â Selbstbestimmt â Aktivâ.
Rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September rĂŒckt die Demenzversorgung zusĂ€tzlich in den Fokus. In Wolfsburg bĂŒndeln Einrichtungen wie das Klinikum und die Volkshochschule ab dem 21. September 2026 Veranstaltungen zu Bewegung, Hören und AlltagsbewĂ€ltigung. Graz organisiert vom 21. bis 25. September 2026 die Aktionswoche âLanger Tag der Demenzâ, an der mehr als 20 Institutionen beteiligt sind.
Nach aktuellen SchĂ€tzungen leben in Graz etwa 5.000 und in der gesamten Steiermark rund 27.000 Personen mit Demenz. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Geriatrie stellt zum Aktionstag einen Comic bereit; bundesweit leben nach ihren Angaben rund 1,8 Millionen Menschen mit der Erkrankung.
Neben der körperlichen Komponente spielt die mentale Fitness eine entscheidende Rolle fĂŒr ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Erfahren Sie in diesem kompakten Leitfaden, welche einfachen AlltagsĂŒbungen und ErnĂ€hrungstipps helfen, die geistige LeistungsfĂ€higkeit nachhaltig zu stĂ€rken. Kostenlosen Ratgeber fĂŒr geistige Fitness anfordern
Wissenschaftliche AnsÀtze und verÀnderbare Risikofaktoren
Die Notwendigkeit prĂ€ventiver Konzepte unterstreichen auch medizinische Forschungsdaten. Im Rahmen des österreichischen Projekts LETHE-AT wird darauf verwiesen, dass 45 Prozent aller DemenzfĂ€lle auf verĂ€nderbare Risikofaktoren zurĂŒckzufĂŒhren sind. Die Med Uni Graz erforscht dazu neben Antikörpertherapien auch Biomarker sowie Verfahren zur Hippocampus-Volumenbestimmung.
Auf Seiten der Versorgung zeigen Daten der AOK ThĂŒringen rund 47.000 Betroffene auf Landesebene. Um betreuende Angehörige zu stĂ€rken, erprobt die UniversitĂ€t Jena im Projekt âAnDem-RoSeâ ein spezialisiertes psychotherapeutisches Angebot, das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit etwa 3 Millionen Euro gefördert wird.
Kommunale Plattformen wie das bayerische Portal praeventionspool.bayern.de mit mehr als 400 gelisteten Angeboten sollen die Vernetzung weiter vorantreiben.
