Demenz-PrÀvention: 45% des Risikos durch Sport und Lebensstil vermeidbar
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 18:07 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das belegen gleich mehrere aktuelle Studien und aktualisierte WHO-Leitlinien.
Ausdauertraining senkt Cortisol nachhaltig
Eine Langzeitstudie der University of Pittsburgh und des AdventHealth Research Institutes zeigt: Wer 150 Minuten pro Woche Ausdauersport treibt, senkt seinen Cortisolspiegel im Haar signifikant. Die im Journal of Sport and Health Science veröffentlichte Untersuchung begleitete 130 Teilnehmer zwischen 26 und 58 Jahren ĂŒber zwölf Monate.
Allerdings waren die Effekte auf HerzratenvariabilitÀt, Blutdruck oder MRT-Befunde nicht statistisch signifikant. Die Autoren weisen auf die begrenzte Aussagekraft hin: Nur 62 Prozent der Probanden absolvierten die Studie vollstÀndig.
WHO aktualisiert Demenz-PrÀventionsleitlinien
Bis zu 45 Prozent der Risikofaktoren fĂŒr Demenz sind durch den Lebensstil beeinflussbar. Das betont die Weltgesundheitsorganisation in ihren aktualisierten Empfehlungen vom 15. Juli. Neben Bewegung und gesunder ErnĂ€hrung zĂ€hlen soziale AktivitĂ€ten und kognitive Stimulation durch Lesen oder Spiele zu den zentralen SĂ€ulen.
Die WHO rĂ€t auĂerdem zur Behandlung von Hörverlust mit HörgerĂ€ten und zur Vermeidung von Bluthochdruck, Ăbergewicht und Schlafstörungen. Von VitaminprĂ€paraten ohne nachgewiesenen Mangel wird explizit abgeraten. Weltweit sind rund 57 Millionen Menschen von Demenz betroffen.
Auch kurze Trainingseinheiten wirken
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Gute Nachrichten fĂŒr alle mit wenig Zeit: Die von der WHO empfohlenen zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche lassen sich mit 40 bis 60 Minuten realisieren. Das zeigt eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums vom 14. Juli. Methoden wie âExercise Snacksâ oder SupersĂ€tze ermöglichen hohe IntensitĂ€t in kurzen Zeitfenstern.
Eine Beobachtungsstudie des Albert Einstein College of Medicine liefert zudem Erkenntnisse ĂŒber âSuper Moversâ: Menschen ĂŒber 80 Jahren mit ĂŒberdurchschnittlicher Gehgeschwindigkeit haben ein um 50 Prozent niedrigeres Risiko fĂŒr kognitive BeeintrĂ€chtigungen. Bereits 3.000 Schritte tĂ€glich können Ablagerungen des Tau-Proteins im Gehirn bremsen. Bei 5.000 bis 7.500 Schritten verstĂ€rkt sich der Schutzeffekt.
Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025 hatte bereits gezeigt: Aerobes Training steigert die kognitive Leistung um bis zu 30 Prozent. Kombiniert mit 90 bis 120 Minuten Krafttraining pro Woche sinkt das Sterberisiko durch neurologische Erkrankungen um 27 Prozent.
Digitale Ablenkung gefÀhrdet mentale Fitness
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WĂ€hrend Bewegung positive Effekte hat, wirken sich digitale Nutzungsgewohnheiten negativ auf das mentale Wohlbefinden aus â besonders bei Jugendlichen. Die JIM-Plus-Studie des MedienpĂ€dagogischen Forschungsverbunds SĂŒdwest befragte 14- bis 17-JĂ€hrige in Deutschland.
82 Prozent sehen den Zugang zu Wissen als Vorteil sozialer Medien. Doch 72 Prozent fĂŒhlen sich durch die Plattformen abgelenkt. 55 Prozent verlieren Zeit fĂŒr notwendige Erholung, 40 Prozent berichten von nachlassender Konzentration. TikTok wird trotz hoher Nutzungsdauer kritisch bewertet. Nur 19 Prozent der Jugendlichen fĂŒhlen sich bei der Nutzung sozialer Medien wirklich wohl â im direkten Kontakt mit Freunden sind es 64 Prozent.
Stricken als Therapie, Jonglieren fĂŒrs Gehirn
Neben klassischem Sport gewinnen alternative Methoden an Bedeutung. Eine Analyse vom 16. Juli belegt die wissenschaftlich belegte Wirkung des Strickens auf die psychische Gesundheit â in psychiatrischen Einrichtungen wird es bereits therapeutisch genutzt.
Auch die âNeuro-Jonglageâ etabliert sich: Sie kombiniert Koordinationstraining mit Gehirnwissen und soll die mentale Fitness fördern. Regional gibt es spezialisierte Programme, etwa Reha-Sport fĂŒr psychische Erkrankungen ab Mitte September in Niedersachsen oder inklusive Fitnessprogramme in Rheinland-Pfalz mit Ausdauer- und Entspannungselementen.
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