Demenz-Prävention, Fälle

Demenz-Prävention: 45 Prozent der Fälle wären vermeidbar

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 06:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Kreatin und die DASH-Diät können das Demenzrisiko senken. Experten warnen jedoch vor dem Supplement Glucosamin.

Demenz-Prävention: Kreatin und DASH-Diät als Schutzfaktoren
Ein stilisiertes Gehirnmodell, das von abstrakten Daten und Nahrungsergänzungsmitteln umgeben ist und geistige Schutzmechanismen darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland könnte von 1,3 Millionen auf 2,1 Millionen im Jahr 2060 steigen. Angesichts dieser Prognose rücken Strategien zur Erhaltung der geistigen Fitness in den Fokus. Wissenschaftler untersuchen dabei sowohl Nahrungsergänzungsmittel wie Kreatin als auch gezielte Ernährungsformen.

Kreatin: Vom Kraftsport ins Gehirn

Lange als Muskel-Booster bekannt, rückt Kreatin nun in den Fokus der Neuroforschung. Eine Studie mit 29 Erwachsenen zeigte: Wer vor Schlafentzug 0,2 Gramm Kreatin pro Kilo Körpergewicht nahm, litt bis zu 12 Prozent weniger unter kognitiven Einbußen.

Noch vielversprechender sind die Ergebnisse einer Alzheimer-Pilotstudie. 20 Teilnehmer nahmen acht Wochen lang täglich 20 Gramm Kreatin ein. Der Kreatinspiegel im Gehirn stieg – und die Patienten verbesserten sich in kognitiven Tests moderat.

Ein systematischer Review in „Brain Medicine“ vom 30. Juni 2025 untersuchte Kreatin bei Depressionen. Sechs Studien mit 238 Teilnehmern zeigten: Die Kombination aus 5 Gramm Kreatin täglich und dem Antidepressivum Escitalopram half besonders Frauen mit schwerer Depression. Bei bipolaren Störungen war Vorsicht geboten – in Einzelfällen traten manische Episoden auf.

Ernährung schützt das Gehirn

Die DASH-Diät, ursprünglich gegen Bluthochdruck entwickelt, senkt das Demenzrisiko um 41 Prozent. Das belegt eine Veröffentlichung in „JAMA Neurology“ aus dem Jahr 2025. Zusätzlich sank der systolische Blutdruck um durchschnittlich 11 mmHg, das Schlaganfallrisiko um 19 Prozent.

Anzeige

Neben der DASH-Diät gibt es weitere wirksame Methoden, um den Blutdruck natürlich zu regulieren und so das Gehirn zu schützen. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen 8 konkrete Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Werte ganz ohne Medikamente verbessern können. 8 natürliche Maßnahmen gegen Bluthochdruck jetzt kostenlos anfordern

Auch entzündungshemmende Nahrungsmittel wirken präventiv. Eine Studie in „JAMA Network Open“ begleitete über 1.800 schwedische Senioren 15 Jahre lang. Wer viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Nüsse aß, senkte sein Demenzrisiko um 29 Prozent. Der Effekt zeigte sich selbst bei Personen mit Alzheimer-Biomarkern.

Besonders vorteilhaft: die Vermeidung von rotem Fleisch und stark verarbeiteten Produkten.

Das kritische Zeitfenster

Zwischen 35 und 65 Jahren entscheidet sich viel für die geistige Gesundheit. In dieser Phase haben Schutzfaktoren besonders hohe Wirkung. Körperliche Aktivität kann das Demenzrisiko um bis zu 45 Prozent senken. Ausreichender Schlaf von sieben bis acht Stunden ist ebenfalls entscheidend.

Anzeige

Um die geistige Fitness bis ins hohe Alter zu bewahren, sind neben der Bewegung auch gezielte mentale Übungen entscheidend. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, mit welchen 11 Alltagsübungen Sie Ihr Gedächtnis nachhaltig stärken und Demenz aktiv vorbeugen können. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness hier herunterladen

Um Risiken früh zu erkennen, testen Münchner Apotheken digitale Gedächtnis-Checks per Tablet. Die Ludwig-Maximilians-Universität begleitet die Studie für Menschen ab 60 Jahren. Die niederschwelligen Tests sollen helfen, Auffälligkeiten früh zu erkennen und Betroffene an Ärzte zu vermitteln.

Vorsicht bei Glucosamin

Nicht jedes Supplement ist empfehlenswert. Eine Untersuchung der University of Florida in „Nature Metabolism“ warnt vor Glucosamin. Die Daten von 65.000 Patienten zeigen: Bei Alzheimer oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen steigt das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung um 25 Prozent. Auch die Sterblichkeit innerhalb von fünf Jahren war erhöht.

Eine kausale Bestätigung am Menschen steht zwar noch aus. Tierversuche zeigten jedoch bereits eine Verschlechterung des Gedächtnisverlustes.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69727881 |