Demenz-PrĂ€vention, AntientzĂŒndliche

Demenz-PrĂ€vention: AntientzĂŒndliche ErnĂ€hrung senkt Risiko um 30%

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 20:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

LebensstilÀnderungen könnten laut Lancet Commission bis zu 45 Prozent aller DemenzfÀlle verhindern oder verzögern.

Demenz-PrÀvention: ErnÀhrung und Medikamente im Fokus
Eine Nahaufnahme einer bunten Schale mit gesunden, entzĂŒndungshemmenden Lebensmitteln wie Beeren, NĂŒssen und grĂŒnem BlattgemĂŒse. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Bis zu 45 Prozent der weltweiten DemenzfĂ€lle ließen sich durch gezielte LebensstilĂ€nderungen verhindern oder hinauszögern. Das berichtet die Lancet Commission und nennt 14 beeinflussbare Risikofaktoren. Besonders antientzĂŒndliche ErnĂ€hrung und neue Medikamente stehen im Fokus der Forschung.

ErnÀhrung senkt Risiko um bis zu 30 Prozent

Eine schwedische Langzeitstudie mit ĂŒber 1.800 Teilnehmern ab 60 Jahren liefert klare Daten: Wer sich konsequent entzĂŒndungshemmend ernĂ€hrt, senkt sein Demenzrisiko um bis zu 30 Prozent. Die im Fachmagazin JAMA Network Open veröffentlichte Untersuchung begleitete die Probanden ĂŒber 15 Jahre.

Besonders stark profitierten Menschen mit erhöhten biologischen Risikomarkern im Blut – etwa dem Protein pTau217. Bei ihnen zeigte eine pflanzenreiche, wenig verarbeitete ErnĂ€hrung die grĂ¶ĂŸte Wirkung. Die DASH-DiĂ€t senkte das Alzheimer-Risiko in dieser Gruppe sogar um bis zu 41 Prozent. Die MIND-DiĂ€t, eine Mischung aus mediterraner und DASH-ErnĂ€hrung, erreichte in Beobachtungsstudien eine Reduktion von 35 Prozent.

Empfohlen werden BlattgemĂŒse, Beeren, NĂŒsse, HĂŒlsenfrĂŒchte und Fisch. Omega-3-FettsĂ€uren aus Leinöl oder WalnĂŒssen sowie fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut oder Kimchi unterstĂŒtzen das Darm-Mikrobiom. Eine aktuelle Querschnittsstudie deutet darauf hin, dass DarmentzĂŒndungen und eine erhöhte DarmpermeabilitĂ€t direkt mit kognitivem Abbau zusammenhĂ€ngen könnten.

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Diabetes-Medikamente zeigen ĂŒberraschende Wirkung

Auch Medikamente aus anderen Fachbereichen entfalten prĂ€ventives Potenzial. Eine Studie mit ĂŒber 112.000 Probanden ab 65 Jahren, Ende Juni in JAMA Network Open publiziert, untersuchte SGLT2-Inhibitoren. Die ursprĂŒnglich fĂŒr Diabetiker entwickelten Wirkstoffe senkten das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent. GLP-1-Agonisten erreichten immerhin 33 Prozent.

Die Diagnostik macht parallel Fortschritte: Seit Juli sind in der EU hochsensitive pTau217-Bluttests von Roche, Fujirebio und Beckman Coulter verfĂŒgbar. Sie erkennen Alzheimer-Biomarker, bevor klinische Symptome auftreten. ErgĂ€nzend setzt die LMU MĂŒnchen einen offenen PET-Scanner ein, um Amyloid-Ablagerungen im Gehirn sichtbar zu machen.

Bewegung, Schlaf und neue Pflege-Regelungen

Körperliche AktivitĂ€t schĂŒtzt das Gehirn nachweislich. Eine Metaanalyse von 45 Studien zeigt: Aerobes Training von mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche verbessert die kognitive Funktion um rund 30 Prozent. Eine Bostoner Untersuchung aus dem Jahr 2025 belegte, dass bereits 3.000 Schritte tĂ€glich das schĂ€dliche Tau-Protein im Gehirn reduzieren.

Ein Sportmediziner der UniversitĂ€t Wien verweist auf die sogenannte Muskel-Hirn-Achse. Krafttraining erhalte nicht nur die MobilitĂ€t, sondern fördere auch die geistige Beweglichkeit. FĂŒr Ă€ltere Menschen empfehlen die Forscher etwa ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht tĂ€glich. Eine laufende Doppelblindstudie in Wien prĂŒft zudem den kombinierten Effekt von Krafttraining und L-Serin-Supplementierung bei 65- bis 85-JĂ€hrigen.

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Schlafmangel bleibt ein kritischer Faktor: Bereits 2021 belegte eine Lancet-Studie, dass weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht das Demenzrisiko um 30 Prozent erhöht.

Im Pflegebereich wurden die finanziellen Rahmenbedingungen angepasst. Seit 2025 lĂ€sst sich die Verhinderungspflege mit BetrĂ€gen bis zu 3.539 Euro kombinieren. FĂŒr AntrĂ€ge ab 2026 gelten neue Fristen bis zum Ende des jeweiligen Folgejahres. Die Maßnahmen sollen VersorgungslĂŒcken abfedern, wie sie aktuell etwa in Nordrhein-Westfalen bei der Kurzzeitpflege bestehen.

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