Demenz-PrÀvention, Kunstausstellungen

Demenz-PrÀvention: Kunstausstellungen und neue Beratungen ab August

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VielfĂ€ltige Initiativen von Kunstausstellungen bis Reborn-Puppen sollen AufklĂ€rung fördern und Betroffene sowie Angehörige unterstĂŒtzen.

Demenz-Bewusstsein wÀchst: Ausstellungen, Beratung und neue Therapien in der Region
Heller, moderner Innenraum eines Gesundheitszentrums mit Menschen im GesprĂ€ch als Symbol fĂŒr AufklĂ€rungsarbeit. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Kunstausstellungen, neue Beratungsangebote und innovative TherapieansĂ€tze: In der Region wĂ€chst das Bewusstsein fĂŒr Demenzerkrankungen. Kommunen und FachverbĂ€nde setzen dabei auf ungewöhnliche Wege.

Cartoons und Fotografien gegen Vorurteile

Humor als TĂŒröffner: Anfang August eröffnete im Rathaus der Verbandsgemeinde Weißenthurm die Ausstellung „DEMENSCH“. Gezeigt werden Cartoons, die Demenz mit Leichtigkeit begegnen und so BerĂŒhrungsĂ€ngste abbauen sollen.

Einen Ă€hnlichen Ansatz verfolgt die Fotokunstausstellung „Demenz neu sehen“. Noch bis zum 17. August ist sie auf dem Parkplatz des Klosters Kreuzberg zu sehen, Ende des Monats wandert sie ins Heilig-Geist-Stift in Dillingen. Die prĂ€mierten Fotografien des Desideria-Preises werden teils durch Hörgeschichten per QR-Code ergĂ€nzt. International wurde das Projekt bereits mit dem zweiten Platz des Anti-Stigma-Awards von Alzheimer Europe ausgezeichnet.

Mehr Angebote fĂŒr Angehörige und Betroffene

Auch die Bildungseinrichtungen erweitern ihr Programm. Die Volkshochschule Bonn startet im September eine Veranstaltungsreihe zum Thema Demenz. Den Auftakt bildet am 10. November ein Vortrag von Prof. Dr. Klaus Fließbach vom Deutschen Zentrum fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Er erklĂ€rt, wie sich normale Vergesslichkeit von einer Demenz unterscheidet. Weitere FachvortrĂ€ge und QuartiersspaziergĂ€nge folgen.

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In DĂŒsseldorf hat die Alzheimer Gesellschaft ein neues Projekt gestartet. Das kostenlose Angebot richtet sich an pflegende Angehörige und bietet parallel eine Betreuung fĂŒr die Erkrankten. Gefördert wird es durch die Fernsehlotterie. Der Altersmediziner Prof. Dr. Ralf Ihl betonte bei der Vorstellung, wie wichtig FrĂŒherkennung ist.

Wie groß der Bedarf vor Ort ist, zeigte sich Anfang August in Radevormwald. Dort informierten Senioren- und Pflegeberatungsstellen an einem Infostand ĂŒber UnterstĂŒtzungsmöglichkeiten. Im Oberbergischen Kreis gibt es rund 24.000 PflegebedĂŒrftige – etwa 3.000 BeratungsgesprĂ€che sind dafĂŒr jĂ€hrlich nötig.

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Reborn-Puppen und politische Forderungen

In der Pflegepraxis werden zunehmend alternative Methoden erprobt. Ein Seniorenzentrum in HaselĂŒnne setzt auf Reborn-Puppen – lebensechte Puppen, die bei Demenzkranken Erinnerungen wecken sollen. Bei einer 91-jĂ€hrigen Bewohnerin lösten sie positive emotionale Reaktionen aus. Fachleute warnen jedoch: Der Ansatz erfordert FingerspitzengefĂŒhl und muss individuell abgewogen werden.

Auf politischer Ebene fordert die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland (BdSAD), PrĂ€vention stĂ€rker als Leitprinzip zu verankern. DafĂŒr seien verlĂ€ssliche Finanzierungsmodelle fĂŒr Kommunen nötig. Auch zivilgesellschaftliche Aktionen wie die Pflanzaktion „Vergissmeinnicht“ der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal machen das Thema bereits in Kitas und Schulen prĂ€sent. Das brandenburgische Sozialministerium fördert die Initiative.

Die öffentliche Debatte begleiten aktuelle Publikationen: Ende Juli wurde in Fachforen unter anderem das Buch „Ich denk nicht dran“ von Jo Failer sowie Berichte der Alzheimer Forschung Initiative diskutiert.

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