Demenz-PrÀvention: Mittelmeer-ErnÀhrung senkt Risiko um 29 Prozent
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 03:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Forscher des Kingâs College London haben den Mechanismus entschlĂŒsselt.
Die am 7. Juli in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt: Das EntzĂŒndungszytokin TNF-? versetzt neuronale Stammzellen in einen Immun-Alarmmodus. In diesem Zustand stellen die Zellen die Produktion neuer Neuronen ein und rekrutieren stattdessen T-Zellen.
Der Typ-I-Interferon-Signalweg treibt diesen Prozess an. Im Labor gelang es, die Neurogenese durch Antikörper gegen Interferon wiederherzustellen. Gleichzeitig reduzierte sich die Rekrutierung von Immunzellen. Das könnte erklĂ€ren, warum Patienten mit chronischen EntzĂŒndungen, Alzheimer oder schweren Virusinfektionen oft unter âBrain Fogâ und kognitiven EinschrĂ€nkungen leiden.
Mikroglia: Die körpereigene EntzĂŒndungsbremse
Wissenschaftler am IMC Krems untersuchten die Funktion der Mikroglia â der primĂ€ren Immunzellen des Gehirns. Im Fokus stand der Toll-like-Rezeptor 10 (TLR10). Vermutlich ĂŒbt TLR10 eine entzĂŒndungshemmende Schutzfunktion aus.
Fehlt dieser Rezeptor, verÀndern sich die extrazellulÀre Matrix und das Wanderungsverhalten der Zellen. Die Stabilisierung dieser körpereigenen Bremse könnte das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen verlangsamen.
Wie sich schÀdliche Proteine im Gehirn ausbreiten
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Eine Studie der University of Utah Health, erschienen am 29. Juni in Cell, beschreibt einen neuen Mechanismus. Das Protein Arc, normalerweise fĂŒr die Kommunikation zwischen Neuronen zustĂ€ndig, transportiert in erkrankten Gehirnen toxisches Tau-Protein ĂŒber extrazellulĂ€re Vesikel zu gesunden Zellen.
In MĂ€useversuchen fĂŒhrte die Entfernung von Arc zu einer deutlichen Reduktion der Tau-Ausbreitung. Die Blockierung dieser Transportwege direkt am Ăbergang zu gesunden Neuronen gilt als vielversprechender therapeutischer Ansatz.
ErnÀhrung senkt Demenzrisiko um 29 Prozent
Eine am 7. Juli in JAMA Network Open veröffentlichte Studie mit ĂŒber 1.800 Teilnehmern in Schweden bestĂ€tigt den Einfluss der Lebensweise. Ăber 15 Jahre zeigten Probanden mit mediterraner ErnĂ€hrung ein um 29 Prozent geringeres Demenzrisiko. Besonders ausgeprĂ€gt war der Effekt bei Personen mit erhöhtem p-tau217-Biomarker.
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Neue Diagnoseverfahren ermöglichen eine frĂŒhere Identifikation von Risikopatienten:
- RNA-Marker: Auf einem Fachkongress im Juli wurden 34 RNA-Marker im Blut vorgestellt. Sie könnten das Alzheimer-Risiko bis zu 34 Jahre vor Symptomen vorhersagen.
- ZirkulĂ€re RNA: Ein Test in Nature Medicine vom 1. Juli erreicht mit circRNA und etablierten Markern eine Genauigkeit von ĂŒber 97 Prozent und erkennt Symptome fĂŒnf Jahre im Voraus.
Neue Wirkstoffe in der Pipeline
Das Darmmetabolit Urolithin B rĂŒckt in den Fokus der Forschung. Es soll die Aggregation toxischer Proteine hemmen und die Autophagie fördern.
Der Einsatz von Lithium bleibt umstritten. Eine Harvard-Studie aus August 2025 zeigte positive Effekte bei MĂ€usen. Doch eine zweijĂ€hrige Humanstudie mit 40 Teilnehmern konnte keine signifikante Wirkung nachweisen. Zudem warnen Experten vor Nebenwirkungen an SchilddrĂŒse und Nieren. In der EU ist Lithium nicht als NahrungsergĂ€nzungsmittel zugelassen.
Mehrere Substanzen befinden sich in klinischen Phase-III-Studien. Dazu gehören GLP-1-Agonisten und SGLT2-Hemmer, die statistisch mit einem verringerten Demenzrisiko assoziiert sind.
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