Demenz-Prävention, WHO

Demenz-Prävention: WHO aktualisiert Leitlinien – 45% beeinflussbar

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studien belegen: Mit 30 Pflanzen pro Woche sinkt das Entzündungsrisiko um 31 Prozent. Joghurt senkt Darmkrebsrate deutlich.

Anti-Entzündungs-Rezepte: Ernährungstrends für mehr Gesundheit
Eine Nahaufnahme einer gusseisernen Pfanne mit Hähnchen, Brokkoli, Shiitake-Pilzen, Karotten und Kartoffeln, gewürzt mit Kurkuma. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wer sie im Alltag regelmäßig aufnehmen will, braucht aber vor allem eins: einfache Rezepte. Genau das liefert ein aktuelles Konzept aus der Ernährungstherapie.

Huhn, Rosenkohl und Kurkuma: Das perfekte Anti-Entzündungs-Gericht

Die Kombination aus Proteinen und ballaststoffreichem Gemüse in einer einzigen Pfanne steht im Mittelpunkt. Für vier Personen kommen Hühnerfleisch, Rosenkohl, Kartoffeln und Möhren zusammen. Die Zubereitungszeit: rund 30 Minuten. Das Besondere ist die Kurkuma-Marinade. Der darin enthaltene Wirkstoff Curcumin gilt in der Fachwelt als entzündungshemmend.

Diese Wirkung spielt auch bei der Schmerzprävention eine Rolle. Eine im Juli veröffentlichte Rezeptsammlung gegen Migräne empfiehlt neben Kurkuma und Ingwer vor allem fettreichen Fisch und Nüsse. Ergänzend raten Ernährungsberater zur Kombination von Shiitake-Pilzen mit Brokkoli. Während der Brokkoli Vitamin C und Sulforaphan liefert, steuern die Pilze Beta-Glucan und Ergothionein bei. Das soll die Herz-Kreislauf-Gesundheit unterstützen.

30 Pflanzen pro Woche senken Entzündungsrisiko um 31 Prozent

Die Vielfalt auf dem Teller entscheidet mit über das Krankheitsrisiko. Untersuchungen der Tufts University zeigen: Wer 30 verschiedene Pflanzen pro Woche isst, senkt das Risiko für entzündliche Erkrankungen um 31 Prozent.

Noch deutlicher wird der Effekt bei Darmkrebs. Eine Studie der taiwanischen Chung Shan Medical University im Fachjournal Nutrition & Diabetes belegt: Regelmäßiger Konsum von Joghurt, Probiotika oder Präbiotika kann das Darmkrebsrisiko um bis zu 50 Prozent senken. Die Forscher werteten Daten von über 9.000 US-Amerikanern ab 50 Jahren aus dem Zeitraum 2001 bis 2020 aus. Die Darmkrebsrate lag bei Joghurt-Konsumenten bei 1,2 Prozent, bei Nicht-Konsumenten bei 2,1 Prozent. Weitere Untersuchungen aus dem Frühjahr bestätigen: Besonders Tumoren im oberen Dickdarm treten bei Joghurt-Fans um 20 bis 40 Prozent seltener auf.

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Auch der Blutdruck profitiert von gezielter Ernährung. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass täglich 250 ml Rote-Bete-Saft den systolischen Blutdruck um 7,7 mmHg senken können.

WHO aktualisiert Demenz-Leitlinien: 45 Prozent der Risikofaktoren sind beeinflussbar

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Empfehlungen zur Demenzprävention im Juli aktualisiert. Bis zu 45 Prozent der Risikofaktoren lassen sich demnach durch den Lebensstil beeinflussen. Die Kernempfehlungen:

  • 150 bis 300 Minuten Bewegung pro Woche
  • Verzicht auf Tabak und Alkohol
  • Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes
  • Gesunde Ernährung – Vitaminpräparate ohne klinischen Mangel werden nicht empfohlen

Eine Langzeitstudie über 15 Jahre zeigt zudem: Die MIND-Diät senkt das Demenzrisiko um bis zu 35 Prozent.

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Der Glukose-Trick: Ballaststoffe zuerst, Zucker zuletzt

Bei der Blutzuckerregulierung setzt sich ein spezifischer Ansatz durch. Die Glukose-Diät empfiehlt eine feste Reihenfolge beim Essen: zuerst Ballaststoffe, dann Fett, Kohlenhydrate und Fleisch – Zucker und Stärke ganz zum Schluss. Ein Ernährungswissenschaftler gibt jedoch zu bedenken: Für diesen „Glukose-Trick" fehlen noch umfassende wissenschaftliche Belege. Individuelle Unterschiede müssten berücksichtigt werden.

Achtung bei Tiefkühlbeeren: BfR warnt vor Viren

Neben der Nährstoffzusammensetzung rückt die Lebensmittelsicherheit in den Fokus. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnte Mitte Juli vor Tiefkühlbeeren. Rund 30 Prozent der importierten Beeren stammen aus Risikogebieten. Die Gefahr: Kontamination mit Noro- oder Hepatitis-A-Viren. Experten raten, TK-Beeren vor dem Verzehr mindestens zwei Minuten auf über 90 Grad Celsius Kerntemperatur zu erhitzen.

Münchner Kantine setzt auf Bowls und Currys

Der Trend zu bewusster Ernährung erreicht auch die Gemeinschaftsgastronomie. Im September übernimmt Koch Vincent Fricke die Kantine des Residenztheaters in München. Das Konzept für die rund 1.500 Beschäftigten: eine Mischung aus klassischen Gerichten und leichteren Alternativen wie Bowls und Currys.

In Österreich hilft eine KI-gestützte Plattform bei der Orientierung. Sie erfasst über 180 Lokale in Regionen wie Linz und Salzburg, bietet tagesaktuelle Speisekarten und eine detaillierte Allergen-Kennzeichnung nach dem österreichischen Kodex.

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